» 2 ZL Lrauk.
Und unter einem gekreutzigten Christus-Bild, soebenfalls hier vorkommt, stehet seine Adresse auffolgende Weise:
»Frankfurt am Mayn, bey Wilhelm TraudtForinschneider und Briefmalcr, den Laben aufdem PfarrHsen".
»Aus allem diesem legt sich nun offenbar zuTage, daß er ein hiesiger Künstler war, von demsich vermuthen läßt/ daß er seine Kunst ausNoth ohne weitern Unterricht gelernt hat, wieman solches in obigen Reimen bemerken kann:Das offenherzige Gestandniß seiner anfänglichenSchwache, macht ihm übrigens in meinen AugenEhre, es legt ein redliches Herz an Lag, undzeigt, durch die Hofnung es besser zu lernen, zu-gleich einen Mann an, der sich keine Mühe hatverdrießen lassen, um in seiner Kunst sich emporzu schwingen, wie er solches auch durch seineArbeiten in der Folge bewiesen hat. In deinMeister-Buch der hiesigen Diamant- und Rubin-schleifer findet sich unter der Rubrik: »Namen»derer so das Schneiden allein gelernt, Bürger»und Meister gewesen, als i 63 o. die Ordnungangefangen", zwey, wovon der eine JohannTraudt, der andere Iacobus Traudt geheißenhaben. Da solche nun zu gleicher Zeit mit un-serm Traudt gelebt, so ist auch za vermuthen,daß sie Prüder, wenigstens nahe Anverwandtenvon ihm gewesen sind: Wobey mir hauptsächlichaufgefallen ist, daß auch sie ihre Kunst gleich je-nem von sich selbst gelernet, und dadurch Be-weise geben, wie weit die Menschen, durch ei-gene Fähigkeit gelangen können. Im Anfanghatte Wilhelm nur große Buchstaben und Frak-tur Schriften, hernach Wappen, und endlich hi-storische Stücke recht schön und mühsam in Holzgestochen, unter welch letzteren die 8 . kleine Hvlz-täfelger, so er 1649. »ach H- van der Vorchtund die 27. dekti, eines in 12° A<X i 693 . hierherausgegebenen Sprüch-Büchleins, besondersaber eine in gr. 40. von ihm verfertigte Geise-jnng eines Missethäters nach Lucas Kilian, guteBeweise seiner zugenommenen Geschicklichkeit ab-legen. Sein gewöhnliches Zeichen besteht in denbloßen Anfangs-Buchstaben seines Namens XV. Nmit dem Messergcn darneben; er hat auch öftersden Namen ausgeschrieben, und auch wohl dieJahrzahl darzu gesetzt. Um A°. 1664. muß erhier verstorben seyn."
Traut (Wolfgang), Maler, des obigenHansen Sohn oder Neffe, der den Vater oderOheim in der Kunst noch soll übertreffen habe».Von seiner Hand war die Altartafcl in der St.Annenkapelle der Schuster zu St. Lorenze» inNürnberg lyit i5o2. datirt. Wolfgang standmit dem Kunstgießer Hermann Fischer (bey dessenunglücklichem Tode er auch zugegen war) in guterFreundschaft, und starb unverheirathat in gemeld-tem Nürnberg, will's lJürnbergische Münz-belustigung l V. 062. 368 . Murr S. 1Z2. u.802.' Lrporvsky bemerkt, daß jenes Altarblattvon ihm sich nicht mehr in ermeldter Kirche be-findet. Wo es etwa sonst hingerathen seyn mag?
Trauten wo lf (Egid.), ein Glasmaler zuMünchen, verfertigte die gemalten Fenster fürdie Pfarrkirche zu U. L> Frau daselbst. Die Far-ben sind in die Gläser eingetränkt oder eigentlichgeschmolzen, und die Gemälde selbst stellen mei-stens biblische Geschichten vor. Die ganze Süd-seite dieser Kirche war ehemals mit solchen Fen-stern versehen, und bildete dadurch einen schönenbunten Vorhang, um die Sonnenstralen abzuhal-ten, wodurch weder die Menschen geblendet,noch Malereien und andere Kunstsachen hierdurchabgebleichet oder sonst verdorben werben konnten.Unter dem Stiftskustos und Kanonikus v. Bes-nard aber, der zur Verschönerung dieser Kirchethätig zu wirken glaubte, wuiden viele dieserFenster mit neuen weißen Glastafeln versehen,und die farbigen abwechselnd bald oben bald
Trautmann.
unten beybehalten. Bey dieser Gelegenheit wurdenun eine bemalte Glastafel mit dem Bilde desH. Egids entdeckt, worauf folgende Worte ein-geschmvlzen waren: 7 >MteEo//, plc-
tov Nonso. ms fecit -486. doli Oeo gloria.von Dberniayr. Mrc. Lipowsky.
* Traurmann (Joh. Georg), geb. zu Zwey-brücken 1710. (nicht um 1725., wie es ander-wärts heißt), wurde anfänglich von seinem Va-ter für etwas ganz anderes als für die Kunstbestimmt. Allein die natürliche Neigung desSohns ließ sich nicht irre machen. Man thatihn bey dem Herzogl. Zweybrückschen HofmalerFerd. Friedr. Bellon in die Lehre. Da er diesennach wenigen Jahren weit übertraf, begab ersich nach Frankfurt am Main zu dem alten Schle-gel (etwa zu Theobald, dem Chaisen-Maler?)bey dem er sich eine geraume Zeit aufhielt, undendlich zu dem dortigen Lapetenmaler Kiesewetter,dessen jüngere Tochter er heirathete, mit der erzwey Söhne erzeugte, und ihr, etliche Jahr«nach ihrem Tod, 176g., also 56 . (nicht, wie dasLex. sagt 85.) I. alt in die Ewigkeit folgte. DasTapetenmalen trieb er nur wenige Jahre (wohlKiesewetter's Tochter wegen?), schwang sichdann höher, wurde ein geschickter Mann, undals ein solcher in 1761. zum Chur-PfalzischenHofmaler erklärt. Sein hauptsächlichstes Talentbestand in Darstellung nächtlicher Feuersbrünste,im Geschmacke von Daniel von Heil. So hatteer mehrmals den Brand von Troja mit großemBeyfall gemalt; dann Btldniße, in RembrandtsManier, viele lebensgroße sowohl als kleinere,meist mit großen Bärten, in orientalischer Tracht.In lustigen Bauerngesellschaften hienächst ahmteer die Ostade, Brouwer, Lcniers, u. s. f. nach.In geistlichen u. a. Geschichten wählte er sicheinen eigenen und großen Styl Von Bildnißmkennt man von ihm z. B. diejenigen des Land-grafen von Heßen-Homburg und seiner Gemah-lin (lebte noch 1790.) und sein meisterhaftes ei-genes (1762), welches I. G. Prestel in punktir-ker Manier (schön) geliefert hak. Uedcrhaupr warer ein ungemein fieißiger Mann, erfindungsreich,und der seine Zeit wohl zu benutzen wußte. Nochkennt man Handzeichnungen von ihm, braunoder schwarz getuscht, und mit der Feder, wieKupferstiche schrafirt, bisweilen auch mit demPinsel ausgemalt, mit seinem gewöhnlichen Na-men bezeichnet, wo über dem ersten Striche deslU. der Zwerg- (Zwerch-) Strich des Buchsta-bens IX steht (?). Auch geetzl hak er selbst, undnach eigener Erfindung, eine Auferweckung Lazariin Quartformat, und I. F. Haid nach ihm eineGeburt, so wie I. Coeutgen in Mainz einenMannskopf mit großer Mutze, in RembrandtsGeschmacke, ebenfalls in Quarto. Von seinenGemälden wird in deutschen Gallerien einzig zuMünchen eine seiner nächtlichen Feuersbrünstegenannt; und heißt der H. von Männlich auch(was er doch wissen mußte) Conrad von Männ-lich als Lehrer unsers Künstlers. HüsgenN. A. S. 34 ?- u. ff. Noch nennt eine unsererQuellen, als von ihm selbst geetzt, ebenfalls einenBrand, und, als nach ihm von Ernst Gottlobgestochen, vier Bauernstücke. Goethe (Aus mei-nem Leben l. 198.) spricht von ihm, um 1759.lustig genug: »Traurmann rembraudisirte, füreinen damals in unserm Hause einquartirten Fran-zösischen Offizier, einige Auferweckungswundecdes neuen Testaments, und zündele nebenher Dör-fer und Mühlen an".
— — (Johann Peter), des obigen Jo-
hann Georgs Sohn und Schüler, geb. zuFrankfurt 1745. , lebte noch 1790. Von ihm heißtes bey Hüsgen, A> S. 85 o.: »Derselbethat verschiedene Reisen in Deutschland und derSchweitz, und malte fleißige Köpfe, Geschichtenund Bauernstücke, in seines Vaters Manier.Auch besaß er besondere Geschicklichkeit, alte Ge?