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trag, «in Denkmal für den Dichter Geßner zuverfertigen. Trippel wollte ihn anfangs alsStaatsmann vorstellen, der mit Lictoren umgebenauf dem Altar des Vaterlandes opfert, und konntenur mit Mühe belehrt werden, daß es nicht demRathsherrn sondern dem Dichter Geßner gelte.Man forderte ihn auf, den Gegenstand aus Geß-ners Werken selbst zu wählen, und so verfiel er,sonderbar genug, auf die Jdylie Daphnis undMycon, die eigentlich eine,Satyr« gegen allemarmornen Denkmäler enthalt*). Indessen istdie Ausführung des Werks höchst vortreflich ge-lungen, wie Jedermann .sich hierdurch den Augen,schein überzeugen kann. Schade, daß dieses kost-bare Kunstwerk durch den Frost so sehr gelittenhat, daß es, ohne zu Grunde zu gehen, nichtmehr an feiner alten schönen Stelle bleiben konnte.Weiter ist uns kein Werk von Trippel bekannt,das irgendwo öffentlich aufgestellt Ware, ungeach-tet er noch viele Arbeiten, besonders Brustbilder,aber nur für Privatpersonen verfertigt hat. Erstarb i/gZ. 49 Jahr alt, an einem Fieber, in-dem, wie es sich aus dem Krankenberichte seinesArztes «rgiebt, seine Natur nicht stark genug war,zugleich der Krankheit und der verkehrten Heil-methode zu widerstehen. Sonst hatte er immereine dauerhafte Gesundheit genossen, ausgenom-men, daß er bisweilen über Schmerzen in denAugen klagte**^. Er war von allen, die unterder rauhen äußern Schaale den edeln Kern zuentdecken wußten, geachtet und geliebt, Mankann ihn unter den Wiederherstellen, des bessernGeschmacks in der Scuiptur mit Recht anführe».Seine Formen sind edel und schön, und haben«inen richtigen Ausdruck; die glückliche Nachah-mung der beßien Werke des Alterthums ist überallan ihnen sichtbar, und der vollendete Fleiß inder Ausführung musterhaft. Er hat die Kunstselbst im Ernste geliebt, und überall nach demHöchsten getrachtet. Den praktischen Theil der, -selben, die Anatomie und die richtigen Verhält-nisse hatte er vollkommen inne, und war daherauch strenge in der Beurtheilung der Werke An-derer. Seine Offenherzigkeit in diesem Punkte,hat ihm ohne Zweifel viel geschadet, so daß erbey weitem nicht nach Verdienen beschäftigt undbelohnt wurde. Hätte er das Glück gehabt inseiner Jugend bessern Unterricht zu gemessen, hätteer nicht lange mit Hunger und Armuth kämpfenmüßen, so würde er sich wohl noch auf einehöhere Stufe der Kunst und des Ruhms empor-geschwungen haben". So lautet der schöne Bio-graphische Nekrolog unsers Künstlers, der sich,von dem Pros. Hörner verfaßt, in einem dersogenannten Neujahrsblätter der Künstlergesell-schaft zu Zürich für's I. 1808. (als Titelblattsein Milon, von F. Hegi in punktirter Manier,als Vignette sein Bildniß von H. Lips gestochen)befindet. Die Schrift: Winkelmann u. sein'Jahrhundert dann, nennt unsern Künstler, nebstdem Schweden Serge!, gegen 1780. als die bey-den damals geschicktesten Bildhauer in Rom, diesich beyde nach den Antike» gebildet hätten, undurtheilt namentlich von dem unsrigen noch besonderswie folgt: «Trippeln" (heißt es dort, S-2H1.)„dessen sittlicher Charakter ernst, derb und kurzgeschlossen war, gelangen, da er viel anatomischeKenntnisse besaß, Figuren von kräftig ausgespro-chenem Charakter und Handlung am besten; des-sen ungeachtet hat er, der immer allgememeswer-
Tkips«
denken Forderung des Naiven und Gefälligennachgebend, meist zarte jugendliche Gestalten ge-bildet. Gewöhnlich sind seine Formen völlig undedel, zuweilen vorzüglich schön; im Anfange warer häufigen Falten günstig, und gieng dann erstspäter zu breitem, weicher gebrochenen über. Inder Erfindung zeigte er sich dem Allegorischenmehr als dem Symbolischen geneigt; auch trifftihn der Vorwurf, einigemal dem Contrast in derAnordnung das Ungezwungene in den Stellungender Figuren aufgeopfert zu haben". Unter seinevorzüglichsten Arbeiten wird hier eine kleine Grup-pe, Diana vom Amor geneckt***), und ein sitzen-der Apoll, die Flöte in der Hand, gezählt. Meu-sel II. (178g.) nennt noch einen Apollo undAmor, unter der Allegorie: Liebe zur Kunst. InSchloezers Briefw. nx. 271. wird unserKünstler (vielleicht von des erstem geistvoller Toch-ter) charakterisirt, wie folgt: „Mit dem hohenFluge einer schöpferischen Einbildungskraft ver-band er erhabene griechische Einfalt; so wie mitder wirksamsten Bestimmtheit des Ausdrucks dasgenaueste Ebenmaaß in den Umrißeg und die zar-teste Behandlung des Marmors in dem Nacken-den. Gestochen nach ihm kennen wir einzig sei-nen Entwurf des Basrelits auf den Teschner-Frieden von I. C. Krüger****), und eine Gruppe:Den Deutschen Fürstendund, von zwey Seiten ge-nommen , von D. Berger. Sein Bildniß hat auchSchulze nach einer Zeichnung von Element (die-ser vielleicht nach einer Büste von ihm selber) ge-liefert.
Trippel (Carl Friedrich Wilhelm) Steinmetz-meister zu Berlin, in 180/j,. I. alt, wird imTaschenb f. Freymaurer auf i 8 v 5 .' Cörhen, C.45 s. genannt. Er lebte noch zu Berlin i 8 i 3 .
* — — (Johann). So hieß Alexanders
älterer Bruder, dessen das Lex. im Art. diesesletzter» ohne Taufnamen gedenkt.
-- — (Johann Heinrich) geb. zu Schaff-
hausen; malte kleine Sachen mit Verstand undaußerordentlichem Fleiße. Seine beßte Arbeit kaman den Kaiserlichen Hof nach Wien. Auch in derPerspektiv und Meßkunst war er sehr geschickt,starb aber schon im fünf und zwanzigsten Jahrseines Alters 1708. Füßli III. 74.
— — (Leonhard), von Schaffhausen, einsehr geschickter Zeichner und Stecher in koiorir-tec Gattung, Schüler von Schütze. In Meu,sel's zJ Miscell. II. ig 5 . (1796 ) wird der-selbe »feit einigen Jahren todt" genannt. Vonihm kennt man, neben Anderm, ein ungefähri 5 " br. und 12" hohes, glänzendes Blatt vomRheinfalle bey Schaffhausen, in des Künstlerseignem Verlage, entweder mit Tusch und Bisteroder auch in Farben (oft allzugrell) ausgemalt,alle gleich um den Preiß von 2 N.THl.
— — (Ludwig David, oder Ludwig) einSteinmetzmeister zu Potsdam um 1786. In 1795.war er nicht mehr am Leben; seine Geschäfte ließaber die Wittwe weiter besorgen. Mrc.
Trips (Friedrich) des Landgrafen von HessensCassel Hofgärlner zu Hanau und Phiiippsruhl8«-2.
s) Eine höchst seltsame Critik dieses Denkmals, von dem sel. LavateN s. in Mensel's N. Mis-cell. H. 200. . '
'-''") Eine Erzählung von der Feyer seines Begräbnißes auf dem protestantischen Kirchhofe bey der Piiramide desC. Cestins, und wie sich die albernen Römer bey solchen Anläßen z« gebehrden pflegen, s in Mensel'»N. Mus. S. i-z.
Bey Mensel II. heißt es: »Diana, welcher Amor die Fackel gerankt hat, »m ihr Lieb« gegen den Adom'seinzuflößen (?).
vE) Eine Beschreibung des Urbildes s. in Mensel'- Miscrll. Xl. -26.