Trippel. Tripper. 194z
ist. Unter dem Helm liegt ein« Waagschale als sich meistens in dem bekannten Kreise der Mv»Symbol der Gerechtigkeit u. s. w. Herr von Me» thologie gehalten und Werke gebildet hat, diechel billigte das Unternehmen, lud ihn ein, nach durch sich selbst allgemein verständlich waren, undseinem Daterlande zurückzukommen, und Abgüsse kann hieven einzig die Allegorie auf den Tesch»davon einigen schweizerischen Ständen anzubieten, ncr Frieden und einen andern noch nicht angezeigtEr kam sogleich im Dezember 1775. nach Hause, tcr Entwurf eines Denkmals auf Joseph II. aus»und erhielt von der Regierung seiner Vaterstadt nehmen, das mehrere allegorische Figuren euthal»sowohl als von denjenigen zu Basel und Zürich ten sollte. Die Bildhauerey ist ihrer Natur nachfür die übergebenen Abgüsse, ehrenvolle Belohnun» in jedem Merke nur auf sehr wenige Figuren einsgen Bey seiner Anwesenheit in Zürich mnßte geschränkt, und kann daher, wenn ste Ideen aus»er für Lavater einen Christuskopf über Lebens» drücken oder große Begebenheiten darstellen will,große modelliren, welcher vollkommen wohl ge» dieses nur auf eine sinnbildliche (symbolische) Artlang. Das auf diese Art in der Schweiz zusam» thun. Diese Anwendung der Kunst aber erfor»rnengebrachte Geld w.urde nun auf die Reise nach dert natürlich eine sehr große Ausbildung desRom verwandt, wo unser Trippel im Oktober Geistes, einen Schatz von mannigfaltigen Kennt»1776. ankam. Hier war unser Künstler eigene» Nissen, und ein richtiges, durch Erfahrung undlich in seinem Elemente, und ungeachtet er zu Beobachtung der Menschen gebildetes Gefühl,Rom so gut wie anderswo sich seinen Unterhalt welches allemal gerade dasjenige an einem Ge»selbst erwerben und sich auch manchmal kärglich genstanve herauszufinden weiß, was das Ver»genug behelfen mußte, auch besonders im An» siändlichste ist, und was allgemein inreressirt. Dafange mit Neidern aller Art zu kämpfen hatte, nun Trippel in der Jugend, wo man allein denso gefiel ihm doch sein Aufenthalt daselbst so Grund zu wissenschaftlichen Kenntnissen legen kann,wohl, daß er sich sogleich zurechte fand, und an ganz ohne seine Schuld hierin zurückbleiben mußte,allen Schätzen der Kunst eine unendliche Freude so wurde dieser Mangel in seinen spätern Wer»hatte. Er mußte nicht erst, wie so mancher andre ken, wo er sich eben der Anspielungen und Alle-geklagt hat, sich in die Antiken und die beßten gorien häufiger bediente, um so sichtbarer, je vor»Meister der neuern Zeiten hineinstudiren und sich treflicher die wirkliche Ausführung der Figurenzwingen, Geschmack an ihnen zu finden; es gieng ihm gelungen war. Er halte zwar durch die Be»ihm alles ganz natürlich ein. Seine ersten Werke trachtung der Kunstwerke alter und neuer Zeit, diedaselbst waren eine Bacchantin 2^ hoch in Mar» er in Rom und anderswo fand, eine Menge vonmor ; ein sitzender Apollo mit der Hirtenflöte, und Kunstideen aufgefaßt, aber durch die unwissen»eine schlafende Diana, die vom Amor überrascht schaftliche Verbindung derselben war in seinemwird. Nachdem diese Arbeiten fertig waren, Kopfe ein so wunderliches Gemisch entstanden,wurde er nach Basel berufen, um einige Arbeir daß er gerade dann, wenn er etwas recht Sinn»len für Herrn Burkardl daselbst zu machen, wo» reiches und Bedeutungsvolles erfinden wollte, aufhin er auch im I. 1778. abreiste; nach einem die sonderbarsten und unverständlichsten Vorfiel»Aufenthalt von vier Monaten kehrte er indessen langen gerieth. Einen Beweis davon gab daswieder nach Rom zurück. Lange fehlte ihm die Denkmal des Grafen Tzernichew, die erste großeGelegenheit sich durch ein großes Werk öffentlich Arbeit, die er in Marmor ausführte , und wo-zu zeigen. Seine von Natur etwas rauhe Art, durch er vorzüglich allgemein bekannt und be»und seine mehr als schweizerische Offenherzigkeit rühmt wurde. Hier stellte er die Regierung undmachten, daß er viele Leute, die ihn hatten ein» die Traurigkeit vor, welche am Sarge seinen Helrpfehlen und ihm helfen können, vor den Kopf den beweinen. Auf dem Basrelief des Sargesfließ Er behalf sich daher mit kleinern Werken führt Saturn den Grafen fort; die Stadt Mos»für feine Schweizerfreundr, die ihn beßtens un» kau, deren Gouverneur er war, will ihn zurück»terstützten. Zwar suchte er (1780.) durch ein alle» halten; der Ueberfluß, die Gerechtigkeit und diegotisches Basrelief auf den Teschner Frieden ( 5 ^ Standhaftigkeit folgen ihm nach ; Merkur undins Gevierte ». ü. 5 ^ a. t? br. 2^ hoch) sich den Charon stehn erwartend am Lelheflnß. So vor»Höfen zu Berlin und Wien zu empfehlen, denen treflich und schön auch die Ausführung dieseser Modelle davon einsandte, für welche er gut Denkmals nach dem einstimmigen Zeugnisse allerbezahlt wurde, aber weder Anstellung noch Pen» derer seyn muß, die es gesehen haben, so un»sion, wie er hoffte, erhielt. Um eben diese Zeit verständlich und überladen ist die Erfindung des-fowohl als in den nächstfolgenden Jahren verfer» selben. Indessen wurde er durch dieses Werk mittigte er mehrere andre kleine Werke, unter andern Recht berühmt, und für den ersten der damalsauch den Milon, der in der Spalte eines Bau» in Rom lebenden Bildhauer anerkannt. Zu Ansmes, den er von einander reisten wollte, mit der fange Hes Jahrs 1787. erhielt er das DiplomHand stecken bleibt und von einem Löwen ange» eines Ehrenmitgliedes der Berlinischen Akademiefallen und zerrissen wird Trippel hatte einen der Künste und mechanischen Wissenschaften. DieAbguß desselben dem Dichter Geßner nach Zü» Preußischen Minister von Herzberg und von Hei»rieh zum Geschenke gesandt. Eine Gruppe, Mars nitz suchten ihn nach Berlin zu ziehen, nachdemund Venus vorstellend, und eine andere der ältern er den Entwurf eines großen Denkmals auf Fried»Agrippina mit dem Äschenkrug des Germaniens rich II. eingesandt hatte, das aus neun Figurenund zwey Kindern, verfertigte er für einen Hrn. bestehen sollte. Die Statue des Königs zu Pfer»Lanoolr ebendaselbst. Eine Bestalln in Lebens» de in der Mitte, sollten vier Generale, stehend,große in Marmor neben einem runden Altar ste» zwey Gelehrte und zwey Minister sitzend umgeben,hend, wurde nachher an den Hof zu Dresden Man hatte ihm sogar Hoffnung gemacht, ihmverkauft. Eine Hebe mit der Ncktarschale in die Stelle des verstorbenen Hofbildhauers Las»durchsichtigem Gewände und mit Rosen bekränzt, saert zu geben. Allein diese Unterhandlung zer»ein Ganymed, Venus und Amor, ein Faun mit schlug sich wieder, und Trippel schrieb dieseneiner Bacchantin, ein andrer mit dem Wein» unangenehmen Ausgang der Sache in seinem Un»schlauche auf der Schulter, ein Apoll mit der mache den Ränken eines Berliner-Künstlers zu,Leyer, eine Pallas, die den Mars einschläfert, der ehmals sein Schüler gewesen war. Im JahrPius VI. wie er den Segen ertheilt, die Büste 178g. verfertigte er die Büsten von Göthe undder Demoiselle Schlözec: Dieses sind ungefähr Herder, die sich damals beyde in Rom befanden,die vorzüglichsten Werke, die er bis gegen 1786. und führte sie auch in Marmor aus**). In dem»verfertigt hat. Man sieht hieraus daß Trippel selben Jahre bekam er von Zürich aus den Aus»
*) Eine Ctitik dieses Werks s. l» Meusel's Arch. I. (4.) 3 >. wo Trippel's Todesjahr, wohl durch argen
Druckfehler, m 1770. gesetzt wlrd.
«Eine getreue Nachbildung von Herder'S Schädel" (sagte Trippel eine- Tags) »brachte mich fast zur