rg§s Trouy.
Grabstichel mit vieler Geschicklichkeik, kn einemreinen und sehr angenehmen Style. Sein Leh-rer ist unbekannt. Vielleicht war es B. Picart,den er wenigstens nachgeahmt zu haben scheint.Mit gutem Erfolg hat er Geschichte sowohl, alsbesonders zahlreiche Bildniße gestochen. Ein Ver-zeichniß meines sei. Vaters nennt dergleichen andie iZo. nach Ph. de Champagne, Coinpardel,S. Dequoy, H. le Fevre, A. Gaillok, I. Jou«venet, Merelle, P. Mignard, R. Nanteuil, I.Pesne, S. de Quoy, H. Rigaud, P. Simon,F. Lvrtebat, F. de Troy, die weit mchrern aberohne andern Namen, als den seinigen; helle unddunkele Männer und Frauen aus dem Jahrhun-dert Ludwig XlV., ausweichen sich schon einzigfast eine Gallerie der berühmtesten würde bildenlassen*). Bald Alle sind zwischen 1673. und1707. gefertigt, wo er in die Akademie aufge-nommen wurde, und als Aufnahmsblätter diebeyden (sehr schönen) Bildniße der Maler Houaßenach Tortebak, und Jouvener's, nach diesem, lie-ferte. Noch nennt der Katalog von winkler ,als schon, dasjenige des Bauprafekten N. deCotte wieder nach Tortebak, und der von Bran-des das des Bischofes von Lroyes, F. de Bou-thilier, ohne andern Namen als unsers Stechers.Geschichtliches dann lieferte er, nach A. Coypel:Christus, der den Blinden sehend macht, ausdem Bilde bey den Karthäusern zu Paris, undden von den Nymphen gebundenen Silen; Chri-stus unter den Lehrern, nach A. Dien; nach Lan-franco mit vielem Geschmacke: Maria in himm-lischer Betrachtung (I'lnterieur lls 1 s 8smlsVierte.'); nach C. Maratti eine Verkündigung,nach I. le Pautre Christus im Oelgarcen; nachN- Poußin: Moses schützt die Töchter des Jetro,und Jacobs Vermählung mit Labans Tochter;nach Rubens für das bekannte Luxemburger-Gal-leriewerk: Die Verlobung der Maria von Medjcis,und die Volljahrigkeits-Erklarung Ludwig XIII.Endlich allerlei Zeitgemäßes, wie z. B. den Lei«chenzug und das Grabmal von Türcnne, nach P.Eevins Zeichnnng (dies schon 1675.); die (schon ge-nannte) Folge von 0/, Personen im Ballhabite, ge-meinschaftlich mit Bonnard u. a. nach I. Berain.Mehreres, wohl für irgend ein Gefchichtswerk,wie z. B. Embleme auf den Ryswiker-Frieden(2697.), den Gesandten von Marocco (s. ü. vonEiam) in seiner Loge (1699.); nach le Brun:Philipp V. empfangt die Prinzessin von Savojenzu Figuerra (1701.), die Eroberung von Kehl(170Z.) und viel Aehnliches.
Troux (de), Haupkmann in . . . Diensten.Zwey von Cajet. Zancon 1802. in gr. qu. Fol.gut gestochene Ansichten der Bergfestung Kufsteinin Tyrol sind bezeichnet: Csp. rie Dor-X cjel.et Bret-o Ma-cüro-'etto plnx. Dieser mangel-haften Bezeichnung wegen muß man fragen, obMarchioretto diese Ansichten nach Skizzen desde Trouy (wie wir fast glauben) gemalt, oderob letzterer die Zeichnung zu dem Kupferstich ei-nem Gemälde des Marchioretto entnommen habe.Beyde Blatter erschienen in dem Verlage vonBisdomini zu Brixen.
* Troy (Franz de). Sein im Lex. ungenann-ter Vater und erster Lehrer hieß Alcolaus. Un-geachtet das Bildnißmalen sein eigentlicher Vor-zug war, wurde er doch als Geschichtsmaler indie Akademie erkiest. Sein Aufnahmsbild fürdieselbe war ein Merkur, der den Argus tödtet.Redendem kennt man von ihm zwey große Wo«sehe Bilder auf dem Rathhause zu Paris, undein Altarblatt in St. Genevieve. Die Damen-bildniße hiernachst, welche ihm so vielen Ruhmbrachten, drappirte er als Gökkinen des Alter-thums , gab ihnen mit dichterscher Phantasie ei-nen idealischen Charakter, und schmeichelte der
Troy.
Eitelkeit feiner Urbilder, da er, ohne ihr Eigen-thümliches aufzuopfern, ihnen neue Grazie ver-lieh. Indessen muße er auch in dieser Gattungden Litian, Vandyck, und wohl auch den Lar-gilliere und Rigaud weichen. Bey Gaule deGr. Germaln (219—20.) heißt es von ihm:»Dieser Maler hatte, mitten unter allen Aus-schweifungen , die er sich in Erfindung, Zeichnungund Ausführung erlaubte, viel Glück und Ruf ,der sich aber wie ein eiteler Rausch verlor. Je-nen brachte ihm zuerst sein Bild der Aufnahms-Ceremonie der H. Geists-Ritler. Seine Geschichteder Esther, und jene des güldenen Vliesses, habenwir der wenig zarten Beeilung zu danken, womiter diese beyden Kartons für die Gobelinsfabrik,wohlfeiler als Andere (su rsbsis) zu fertigenübernommen hatte. Es waren nicht minder als14. Stücke. Der geschichtliche Styl in denselbenist so entstellt, daß man der Mittel keinerlei) Rech-nung tragen kann, deren seine Schutzredner sichbedient haben, um solche zu lobpreisen. InDeutschland besaß einst die einzige Gallerie zuSalzrhalum von seiner Hand zwey Bildniße:Die Frau von Montespan, als — Magdalena, unddie Frau von Lüde. Gestochen nach ihm haben:B. Audran,J.Balechou,S. Barras, I. Barras, F-Dasan, le Beau, B. und S. Dernard, A. Bouys, I.Chereau, M. A. Corsi, L. Coßin, I. Cundier,I. Daulle, E. Desrochers, N. Doßier, P.Drevet (besonders viele), P. Dupin, l'Epicier,G. Edelink (viele), Ficguet, Ganiot, E. Gantrel,Petit, St. Picart, Pithau, I. B. de Poilly,P. van Schuppen (etliche), Simonneau der Ael-tere, S. Lhomassin, I. I. Lhourneiser, A.Trouvain, S. Vallee, C. Vermeulen, C. Wei-sel, und wohl noch mehr andere. Von den Ge-genständen gilt es, was wir »bei« von A. Trourvains Blattern bemerkt haben, daß solche zueiner — wir möchten sagen physiognvmischen Ge-schichte des Jahrhunderts Ludwig XI V. wesent-lich mit gehören. Als schön nennen wir (nuraus den vor uns liegenden) diejenigen des Kunst-liebhabers de Julienne von Baiechou, des Bau-meisters Mansard von Simonneau, und de Troydes Sohns von S- Vallee. Das gleiche Epi-theton giebt der Katalog von Brandes z. B.denjenigen des Herzogs Ernest von Braunschwnig ,von Drevet (ohne Namen des Malers), des Prin-zen Ludw. August von Donlbes von Ebendem-ben, des Präsidenten Brunets, und des ActeursA. Constantini, als Mezetin, beyde von Ver-meulen; einer (ungenannten) Dame als Venusim Wagen, von Vallee; und selten nennt ebendieser Katalog dasjenige des Presbyters L- Mo-reri, von Edelink. Wohl irrig nennt Gauit deGr. Germain 1 . c. drey Blätter, deren Urbildersonst überall Troy dem Sohn zugeschrieben wer-den , nämlich: Der Königin von Saba Besuchbey Salomo von Gallimard, Salmacis und derHermaphrodit« von Dankte, und Diana und Ac-teon von le Vasseup, als nach dem Unsrigen ge-fertigt. Irgendwo wird, aber wahrscheinlichirrig, behauptet, daß unser Künstler etwas nachRubens geetzt habe. Basan wenigstens (der beßreNomenclatvr der Blätter nach Rubens) noch vonmeinem sei. Vater handschriftlich vermehrt, führtauf keinerlei Spur hicvon. In dem Kabinettedes Kunstdilettanten Paignon-Dijonval zu Parisfanden sich noch von ihm vier Handzeichnungen,darunter sein und seiner Gattin Bildniß in weiß-und schwarzer Kreide.
* Troy (Johann Franz de), des ObigenSohn. Einige geben sein Geburtsjahr in 1676.statt 78. an. Sein Vater schickte ihn 1699. aufeigene Unkosten nach Rom, wo er in der Folgeeine Königliche Unterstützung genoß. « Nachdem ersich" (heißt es bey FiorlUo III. 271—78.) » neunJahre lang in Italien aufgehalten hatte, kehrte
n) Wirklich gab er -69;. eine (freylich so auf den Volkskauf gefertigte) Folge fast aller Personen des Frawöf»Hofstaats, und zwar iu de» damaligen Modekleidungen, als ganze Figuren.