Troy.
er ln 1708. nach Paris zurück, und erhielt eineStelle unter die Mitglieder der Akademie DasGemälde, das er für seine Aufnahme verfertigte,stellte das tragische Ende der Familie der Niobedar. Vertraut mit dem edeln Geschmack in Ita-lien konnte er sich nicht mit der verdorbenen inParis herrschenden Manier aussöhnen, und nochweniger unter die Menge verlieren, welche Coy-peln, wahrend der Regentschaft, als ihr Ober-haupt betrachtete, und ihm auf alle Weise nach-zueifern suchte. Er bemühte sich daher, in Romangestellt zu werden , wo er auch, wie schon dasLex. sagt, zum Direktor der Akademie ernanntwurde. Merkwürdig ist es indessen" (heißt es dannweiter, mit dem Vorhergehnden in merklichemKontraste), „daß de Troy, nnerachtet seiner inItalien empfangenen Bildung, in mancherlei Feh-ler verfiel, welche den Französischen Künstlernausschließender Weise eigen waren. Seine Grup-pen sind mit Würde componirt und gut vertheilt;aber die Charakteristik derselben ist mehr konven-tionell als wahr und gefühlvoll. Sein Coloritist harmonisch, aber dennoch falsch, wenn manes genau prüft; so wie auch seinen Figuren Aus-druck in den Gestchtszügen und Handlungen man-gelt, der öfters, wenn er ihn übertreiben wollte,in Conlorsionen und theatralisches Wesen aus-artete. Ueber die Art, wie er seine Zöglinge be-handelt, treffen die Schriftsteller nicht überein.So viel ist gewiß, daß er zu Rom sehr in An-sehen stand, und selbst von der Akademie des H.Lukas zu ihrem Miigliede und endlich zum Di-rektor erwählt wurde. Aber dennoch fiel er indie Ungnade des Hofes oder vielmehr des Bru-ders der mächtigen Pompadour, daher er imJahr r/äo. die Würde als Dirrctor der franz.Akademie zu Rom niederlegen mußte, welche mandem Charles Natoire übergab. Von seinen Schü-lern sind mir nur zwey, nämlich Favray und duFlos bekannt". Dann lesen wir von ihm beywarelet: „In Italien studirte er die großenMeister, ohne ihren Geschmack anzunehmen, undkam dann nach Frankreich zurück, wo er einesgroßen Rufes genoß. Ein gewöhnlicher Künstlerwar er allerdings nicht; aber einer von denen,deren Talent und Glück einer Schule nachtheiligseyn können. Seine Zeichnung hatte wenig Cha-rakter und Richtigkeit; sein Colorit war ange-nehm , und die Gruppirung seiner Figuren hatetwas Großes. Ueberhaupt aber stellen seine Bil-der weniger historische als Opern-Austritke dar;in Schmuck und Zierde herrscht ein Unmaaß vonReichthum. Seine Stellungen sind bisweilen nichteinmal so richtig, als man solche von gutenSchauspielern federn dürfte; eben so sein Aus-druck schwach und gemein, und die Köpfe wedergroß noch schön *). Jedermann kennt seine Ge-schichte der Esther, und die Erbeukung des göl-denen Vließes, welche auch in Gobelin ausge-führt sind". In Rom finden sich verschiedeneArbeiten von ihm. In Deutschland besitzt vonseiner Hand die einzige Gallerie zu Müncheneine Erziehung der H. Jungfrau, in ganz kleinenFiguren. Gestochen nach ihm haben: I. I. Avril,I. Beauvarlet, F. Boucher, L. Cars, I. Che-reau, C. N. Cochin, I. Danzel, I. Daulls,F. Deschamps (Beauvarlets Gattin), L. Des-places, E. Eichel, k. l'Empereur, St. Fessard,C. du Flos, tzl. C. Gallimard, B. L. Henriquez,Herisset, G. B. Hutin, Jeurat, I. Johnson,Ch. Levesque, I. L. le Lorrain, I. P. Parro-«l, I. D. Scotin, L. Surugue, H. S. Tho-massin, E. C- le Tonrnay, S. Vallee, I. C. leVasseur, Vien. Die Katalogen von Winkler
Troya. 1955
und Brandes -führen ungefähr ein Ao. der Blätternach unserm Künstler-von diesen Stechern, und zwarnicht immer dieselben an; und nennen als schön,aus der Alttestamenkischen Geschichte: Das Ur-theil Salamo's von Beauvarlet und die Königinvon Saba von Gallimard; Esthers Ohnmacht,ihre Toilette l.?), Mardochai will vor Haman dieKniee nicht beuge», und Esthers Krönung, alleviere von Beauvarlet, und zumal die drey letz-ter» besonders schön, und jn guten Drücken sel-ten; Mardochai's Triumph, von Parrocel geetzt,ebenfalls selten- Aus dem neuen Testamente ein-zig eine Verkündigung von Hutin, und eine Ge-burt von Deplaces, welche kein besonderes Loberhalten. Dann aus der FabelgeschichkeVenusdie sich an Psyche rächt, von Avril; Diana imBade, von Beauvarlets Gattin, die verbrannteCreusa, von Danzel, das Urtheil des Paris, undGalmacis und der Hermaphrvdite, beyde vonDaullö; Pan und Syrinx von Henriquez, denRaub der Proserpina, Actevn in eiuen Hirschverwandelt, und den Triumph der Galathea,alle dreye von le Vasseur. Von neuerer Geschichte:Die Pest von Marseille, ein großes, sehr schö-nes und sehr seltenes Blatt, von Thomassin»Von Gattungsstücken endlich: Die Toilette zumBall, und Rückkehr vom Ball, beyde von Beau-varlet, und den Feuillqnt-Bruder Blaise, vonBoucher geetzt. Noch bemerken wir, einerseits:Daß unser de Troy von n. Darstellungen ausdem Leben St. Vincents de Paula, welche, nebstihm, von Fr. Andray, B. Feret, L. Galloche,und I. Restout (wo?) in Gemälden aufgestelltsind, dreye gefertigt habe: Wie der Heilige meh-rere Priester zu wöchentlichen geistlichen Unterre-dungen sammelt; wie er dem sterbenden LudwigXlll. Trost ertheilt, und wie Anna von Oestreichihn zu ihrem geistlichen Rathgeber macht, wodann, nach Bonnarr's Zeichnung, das erste unddritte von Scotin, das zweyte aber von Herissetgeetzt und von Jeurat mit dem Grabstichel vol-lendet worden, und anderseits, daß mein sel.Vater drey Blätter kannte, welche: Die St. Bar-tholomaus-Nacht mit der Ermordung des Admi-rals von Coligny, von Desplaces — ein Em-blem von der Majorennitat Ludwig XV- vonSurugue, und: Heinrich IV. ertheilt Ludwigvom Himmel herab — vergebens! guten Rath,(von S. Thomassin gestochen, und von dem Unsri-gen , für Voltaire's Henriade ( 4 ?. Honäres 728.)gezeichnet darstellen). E inige akademische Handzeich-nungen von ihm, und das Studium des vom Toderstandenen Christus, Alles in weiß und schwar-zer Kreide, besaß 1810. noch der Erbe des Kabi-nets Paignon-Dijonvai zu Paris. Louk. auchüber die Stiche nach ihm den Katalog eben er-wähnten Kabinels.
* Troy (Johann Baptist de). So erscheintbisweilen der Name des vorstehnden Joh. Franzirrig auf Blättern nach demselben.
— — (Mariane), Tochter von Franz,
soll sich ebenfalls in der Malerei geübt haben.
* — — (Niclaus), s. oben. Franz de
Troy, gleich im Anfang des Art. desselben.
Troya (Felix), ein Spanischer Maler, Schü-ler von Huerla, geb. zu St. Fetipe, nahe beyValenzia, r66n. und gest. 17Z1. Derselbe erhieltdurch sei» gefälliges Colorit einen gewissen Ruf,den er durch seine nachläßige Zeichnung wohlnicht gewonnen hätte. Da er keine Arbeit ab-
-y Gault de St. Gerinnt» in: 1 >»iü Liscle- äs k-swturs äs p. --0--.. G°--) bemerkt über ihn:Jn den blühendsten Epoche» des Neuigkeiten-Commeues (äu commsrce äs cur,v 5 >w,?) waren eimged-v iKünaisver ckk»* wttf asriotk immer mebr ins Abnehmen. So wurde z. B. von rym
um 12,2 Fr., fpatherhin aber, auf derremgen des Prinzen von «Lorm, viop um rzsr.zen und Zeichnungen von ihm befanden sich in dem Kabmet des jn -809. verstorbenen Franrvsische» Kuilsi.ters I. «. de Silvestre.
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