rg6o Turchi.
scr Stadt halten. Eben so seine Evlphanlahey denHH. Girardini (die das Lex. ebenfalls erwähnt), wo-von das Haus Fattorini ju Bologna eine Scizze-besitzt, ist auch nicht an Figuren reich; aber seineanbetenden Weisen find so königlich gekleidet,daß man sich des Gedankens an die Titiane undBassane nicht enthalten kann." Seinem VaterlandHinterließ er zwey gute Schüler, I. Ceschini,und I. B. Rossi, Gobbino genannt. (L6.
ter2.) m. sZ8-äi. Noch an einer andern Stelle< 1 . c. II. i88.) sagt dieser Kunstrichter von ihm :»Dieser anmuthige graziöse Künstler, der beson-ders tu seinen Tinten originelle Schögheiten weis't,malte, ungeachtet er in Rom lebte, mehr für seineVaterstadt Verona; dort muß man ihn sehen,wenn man ihn nach Verdienst beurtheile» will.Indessen stehen auch in Rom seine Sraffeleibilderin besonderer Achtung, wie z. B. der schon er-wähnte Siffera in der Gallerie Colonna; dannvon Altarblattern seine Flucht in Egypten, inEt. Romualdo, und ein St. Felix der Kappu-ziner, alla Concezlone, wo die Familie Darbarininur die geschicktesten Künstler in Anspruch nahm"-Bey Fiorillo dann (II. i 56 .), und eben so beyNdareler lautet der Preis unsers Künstlers xtwasbeschrankter. Bey beyden findet sich , wahrschein-lich nach der gleichen Quelle, die Rüge, daß ervon seinen Bildern keine Scizzen^ gemacht (obenHaben wir doch einer solchen Erwähnung gethan)sondern , so wie er in der Arbeit fortrückte, eineFigur neben die andern gestellt habe. Allein er-sterer entschuldigt ihn wieder damit, daß er viel-leicht, bey Befolgung der gewohnten Weise, be-sorgt habe, bey Uebertragung von dem Entwurfauf die Ausführung Manches an Feuer und Geistzu verlieren; und Mateler- glaubt, daß ein kref-Ucher Kopf, wie Turchi's, denn doch seine Scizzeso gut im Geist, als ein Anderer die seinige aufder Leinwand dürfte aufbewahrt haben. Hier-vachst findet letzterer ihn bisweilen sehr incorrekt,die Composttion etwas kalt, die Loccirung nichtgeistreich genug; den Mannerköpfen fehle es, et-wa wie Guido'S, an Charakter, und sein Weiß-zeug und Faltenwurf sey nicht selten zu weichlich-en dem Königl. Französ. Kabinet fand sich vonihn, schon von Alters her eine Sündfluth (einBild von mittlerer Große, und ungefähr 20^Hoher Figuren), und die Verlobung von St. Ca-tharina (Halbfiguren von natürlicher Größe).Jene nennt wareler von richtiger Zeichnung,kräftiger Farbe und schöner Vollendung; letztrevoll Harmonie, und die Köpfe voll großer Schön-heit. Lepicis und Landon geben die Beschrei-bung, und letztrer (IV. N°. 20. u. IX. N°. 11.)auch den Umriß davon. Dann hat die SündfluthG. Edelink (ein Kapitalblatt desselben, Einigesagen, gemeinschaftlich mit C. und I. Edelink),und Catharinens Verlobung G. Scolin, ebenfallsgut, gestochen. Landon rügt an dem letzter»das unrichtige Ebenmaaß sowohl als den uneoelnCharakter des Kindes, und nennt Turcyi's Zeich-nung zwar ziemlich korrekt, aber eben nicht vongroßem Geschmack; in seinen Drappericn findeter bloß Praktik, und seine Composition besonderszu wenig überdacht, was er eben auch jener Ue-bung, ohne vorläufigen Entwurf zu arbeiten,zuschreiben will. In neuern Tagen erhielt dasFranzösische Museum noch von unserm Künstlerzwey Bilder, beyde von natürlicher Größe, dasEine (wohl Kunstbeute): Delila, welche Samsonden Philistern überliefert. Jene deutet denUmstehn-deu, mit spöttischem Finger aufden Mund, zu schwei-gen, und zwey Amorine tragen (was Landonsehr unanständig finden will) des Kriegers Schwerdtund den berühmtesten — Eselskinnback mit sichfort. Von treflichem Ausdrucke hingegen soll,nach ihm, der Philister seyn, welcher Samsonseiner Haarkraft nur zitternd berauben darf; auchsey die Zeichnung des Ganzen ziemlich barbarisch,und das Colorit plump. Dagegen hält ebenfallsLandon das zweyte dieser Bilder (das aus demHotel Toulouse herrühren soll) mancher Fehler
Turchi.
(namentlich auch der geschichtswidrigen, doppeltenHandlung wegen, welche Cleopatrensund Anto-nius Tod zugleich darstellt) , ungeachtet, für eineder beßten Arbeiten unsers Künstlers. Beyde(sonst, unsers Wissens, noch nie gestochen) giebter im Umrisse XI. 7. und VIII. N°. i 3 . Ei-nige Zeichnungen von Turchi besaß der in 1809.verstorbene Französische Künstler I. A. he Sil-vestre. Eine andere (1810. noch): Einen Christ,der seinen Jüngern das Abendmal giebt, dasKabinet Paignon-Dijonval zu Paris. In Spa-nien fanden sich, nach l'Epicie, sehr viele Etaf-feleibilder von ihm. Zu Verona sah Locht», nebstjener Pier» in der Misericordien-Kirche, welcheauch hier großes Lob erhält (nur daß der Leich-nam allzuviele, und wie abgezählte Theile habe)noch in der Sakristei) von St. Maria in Orga-nis eine Glorie, nnd unten St. Anton und St.Franciscus, gut gezeichnet, aber etwas grauvon Farbe, und bey den Kapuzinern einen schö-nen todten Leichnam. In Deutschland dann kenntman von ihn,, vörderst in der KK. Gallerie z»N)ien eine kleine Grablegung, und, ein weniggrößer, ebenfalls einen Leichnam, von Mariau. a. HH. beweint, auf der Rückseite aber eineAnbetung der Hirte«, beyde diese Bildchen aufStein gemalt. In der Gallerie Lichrenstein:Venus auf dem Wagen, von Tauben gezogen,die ein Amor peitscht; eine Venus, Mars undAmor , und die drey sich umarmende Grazien,alle diese Bilder über Thüren gestellt, vonHöhe und 6< Breite. Au München (wo vonMännlich an diesem Künstler rügt, baß feineSchatten zu schwarz und zu hart seyen).- EineMadonna mit dem Kind und dem kleinen Jo-hannes, und eine Hcrodias, die das Haupt desLäufers empfängt, beyde klein aufSkein gemalt.Dresden hat sechs Bilder: Einen David mitGoliaths Haupt, lebensgroßes Knieestück, aufLuch ; Paris, der den Apfel ertheilt (V br. und2^ hoch) auf Holz; dann vier kleine Bilder aufSchiefer: Madonna die das Kind säugt; einEcce Homo, Knieestück; eine Dreyeinigkeir (Chri-stus über die Kniee des Vaters ausgespreitet);Adonis, von Venus beweint. Von Partikularenin Deutschland besaß H. Hof- und Landaerichts-Advokat Schmidt in Kiel (1809.) von Turchi:Jephta, der seiner Tochter entgegen kömmt (1604 )in des Künstlers erster trockener und glatter Ma-nier, aber von trefflichem Colorit und Helldunkel,auch einem besondern Fleiße, die diesem Bildeine solche Kraft ertheilen, daß wenig andere es beydemselben aushalten können. Gestochen nach ihmhaben, neben dem schon genannten Edelink undScotin: I. Beauvarlet das eben genannte Venusund Adonis für das Dresdncr-Galleriewerk; De-cket Cupioo u. Psyche; Coelemans des KünstlersLiebchen aus dem Kabinet Aiguilles, C- van Da-ten eine Darstellung im Tempel; Duflos dieSündfluth (wohl dasselbe, wie Scotin); Gau-thier Dagoty Potiphars Weib (wahrscheinlichaus der Gallerie Orleans); Glairon Mondet dieVerkündigung der Engel in Beauvarlets Verlage,schön; A Lorenzin, die Laufe Christi (dies viel-leicht nach P. Veronese), und St. Peters Geburt;Louisa, uns Unbekanntes; C. Mvgalli AbrahamsOpfer (in der Höhe Christus in den Wolken,mit — Adam und Eva), und eine Himmelfahrtmit etliche» Patriarchen; G. D C- Nicolai eineAnbetung der Hirten; endlich Joh. Smith derältere, wieder Cupido und Psyche, sehr schöngeschabt, zumal in den ersten Drücken vor derDrapperie über Amor. Noch
bemerkt Heinecke ll. 210., daß die Dresducr-Gallerie eine Reinigung Mariä besitze, welcheP. A> Kilian bereits zu stechen angehoben, alsman gefunden, daß das Bild nur die Cvpie einesin Italien befindlichen Urbildes sey.
Turchi (Joseph), ein, wie es scheint nichtunbedeutender, neuerer Italienischer Künstler, vondem uns indessen nichts Weiteres bekannt ist, als