Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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1961
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Tureo.

baß derselbe tu Anfang des laufenden Jahrhun-ders von der Benediktiner-Abtey St. Johann zuParma den ehrenvollen Auftrag erhielt, die dortbefindlichen Bilder von Correggio zu zeichnen, wel-che hienächst Rosaspina (so wie alles übrige vonAllegri zu Parma) in Kupfer zu bringen gedachte.Mit der Kreuzesabnahme wollte Turchr den An-fang machen, die zu dem End abgenommen wur-de , um in das Arbeitszimmer des Künstlers ge-bracht zu werden. Unglücklicherweise fiel dasBild auf die Lehne eines Stuhls, und beschä-digte die linke Hand der H. Jungfrau. Dadurchwurde der bedauernswürdigeMann so außer Faßunggebracht, daß er den Gebrauch seiner Vernunftverlor, und einige Monathe darauf wahnsinnigstarb. AUg- Runstz. 8°. S. , 33 . Wer kann unsdas Nähere von dem frühern Thun und Lasseneines solchen Menschen berichten?

* Turco (Cesar) Lanzi (Lä. tsr?.) H. 3 o 3 .nennt ihn einen guten Maler in Oel, aber dafürsehr unglücklich'in seinen Fresco-Arbeiten, so daßer darüber, wie Fiorillo (II. 777.) bemerkt, nichtbloß sein Ansetzn, sondern auch das Leben verlor.Dagegen führt derselbe von ihm eine sehr schöneAuferstehung Lazari in St. Martha zu Neapel an.

' * — — (il). So wird bey einigen Schrift-

stellern, ohne Weiteres, der bekannte Joh. Steph.Liotard genannt.

* Turessio oder Turresio (Franz). Der-selbe und andere Venetianische Musivkünstler sei-ner Zeit arbeiteten nach den Kartons der beydenTintorette, des -ungern Palma, des Maffeo Ve-rona, L- Bassano, A. Vassiiacchi (Aliense), Pa-dovanino, Lizianello u. a. La»Li Lst. ter--.III. 190.

* Turkani (Horaz), s. oben und im Lex.Toriani.

* Turianus, Bildhauer von Fingella. NachDIlNlus war von ihm die Statue des olympischenJupiters aus Thon, und, wie gewöhnlich, rothangestrichen, welche Tarquinius Priscus verferti-gen ließ; und eben so die Quadriga aus Thon,welche auf den Tempel des Jupiters gesetzt ward.pausanias hingegen glaubt, daß es HetrurischeKünstler aus Veja waren, welche Tarquinius Su-perbus zu Verfertigung jener Bildsäule nach Romkommen ließ.

* Turini (Johann) von Siena. Lanzi(Lä. ter2. I. 3 g ) setzt einen solchen, und zwarwahrscheinlich keinen Andern als den Bildhauerdes Lex. auch unter die vorzüglichen Niellatoren,und seine Lebenszeit in i 5 o».

* Turins (Johann di) auch Johann di Tura.Ein Künstler von Siena der seit i 33 i., mit anden eingelegten Holzarbeiten im Chöre des Domeszu Orvieto arbeitete. 8torla 6el Ouomo stl Or-visto kam. 1791. p. 275. 38 ,. S. auch obenund im Lex. Johann Turini. Dürfte der Uns-rige vielleicht der Vater dieses letztem seyn.?

Turlöre ( ). Der König Renatus von

Anjou, welcher von r-jo8. bis ,^j8o. lebte undselbst geschickt mit dem Pinsel umzugehen verstand,hatte in seinen Diensten zwey Maler (oder, nachdem Ausdrucke der alten Zeit, Jlluministen), obi-gen Turlore und Berrrand le Berger. Mllr»öans lss Oepartemens «in rrnili üe lakranke H. Z5o.

Turlon (Caspar), Goldschmied und Münzmei-ster s. obea Tourlon.

Turner (E.). Auf der Ausstellung der pri-vilegirten Kunstgesellschast 1791. zu London, trafman von einem solchen eine Zeichnung in schwar-zer-Kreide. Vielleicht war er damals ein Schü-

Turner. 1961

ler des Kupferstechers Johann Jenes, bey demer zum wenigsten in London wohnte.

Turner (Jacob) zeichnete alle, vonR. Muysgeetzten, Kupfer zu dem aus dem Englischen indas Lateinische übersetzten Werke: 6«i/ie/mr§om opus postkurnum. I.uA(l. kst. 178h. 8^.Vermuthlich wohl aber eigentlich, oder ursprüng-lich , nur zu dem Englischen Originale.

Turner (I. W. T. oder I. M. W.), einneuerer Englischer Landschaftsmaler, der im heroi-schen Style von Wilson arbeitete. Von ihm heißtes bey Fiorillo V. 83 ,- 32 . »Derselbe isteiner der achtungswürdigsten Künstler der Britti-schen Schule, der jedoch in seinen letzten Gemäl-den etwas zu flüchtig gewesen ist. In 180Z. lie-ferte er zur Schaustellung der Akademie drey Bihder; nämlich eine Aussicht in Savoyen zum Mont-blanc, die Weinlese zu Macon und den Landungs-platz zu Calais mit den französischen Poissarden,die als Landschaft- und Siktengemälde ihren un-streitigen Werth haben. In 1802. verfertigte erzwey herrliche Seestücke, nämlich Fischer an einemlangen Wall, d. h. die in Gefahr sind zu stran-den, und Schiffe, die auf den Ankerplatz zuhal-ten. Die Brandung kann nicht natürlicher dar-gestellt werden, als auf dem ersten dieser Bildergeschehen ist. Man sieht das Meer gleichsam zu-rückweichen, und die kühnen Schweifungen derThäler an den Wogen haben das Furchtbare,was selbst dem Seemann bange macht. Der spar-same Schaum, die schneeweißen Seemöven imAbstiche gegen den pechschwarzen Sturmhimmel,die Stellungen der armen, fast erschöpften Fischerauf ihren Nachen, deren einer auf dem Punkteist, von der Brandung überwältigt zu werden,die dunkelnden Gebäude und Wachtthürme amUfer, und die verschiedenen Wirkungen, welchederselbe Sturm auf Wolken und Wogen äußert.Alles ist so natürlich und leicht auf der Leinwandvor Augen gestellt, daß die Vereinigung einerglücklichen Phantasie mit einer geübten Hand da-zu erfordert wurde. Auch das zweyte Bild hatviele Schönheiten. Es stürmt etwas; das Meerist mäßig bewegt und die Fahrzeuge zeigen sichin mancherley Richtungen, so wie Schatten undLicht auf den Segeln sehr verschieden ausfallt.Die Schaumkronen auf den Wellen sind hier wie-der meisterhaft, und die studienartige Sorglosig-keit, womit der Pinsel geführt ist, paßt zu sol-chen Stücken vorzüglich. Es wäre zu bedauern,wenn diesen Künstler ein zu frühes Lob trunkenund nachlässig gemacht hätte. Sein Rheinfallbey Schaffhausen, den er zur Ausstellung ,8o6.geliefert hatte, soll eine wahre Sudeley seyn.Man behauptet, Turner könne unmöglich denWasserfall gesehen haben; vermuthlich hatte erein elendes Gemälde oder Kupfer vor sich Dannsagt eine unserer handschriftlichen Notizzen vonihm (wie es scheint, nach den: ?ioture ok I.on-öon i 8 » 5 . p. 271.): ,, LinMaler vom ersten Ran-ge zu London, Mitglied der dasigen zAkademie.Seine Gemälde sind geistvoll und originell behan-delt. Die Gegenstände, die er mit besondrer Vor-liebe und mit kräftigen Umrissen darzustellen pflegt,sind romantische Ansichten nach dem Ossian; egyp-tische Gegenden; die Zerstörung einer Armee durcheinen Wirbelwind oder durch einen Racheengel,nach der Mythologie oder der Bibel", u. s. f.Noch lesen wir bey Fiorillo 1 . c. 829. von einemTurner, ohne Taufnamen (der aber wohl sicherder Unsrige ist), daß solcher sich in 1801. mitandern Malern, Kupferstechern und Gelehrtenseiner Nation vereinigt habe, die Naturschönheirten ihres Vaterlandes zu schildern, und deshalbeigene Reisen durch Großbrittanien unternahmen;und daß Turner eines der vorzüglichsten Mit-glieder dieser Gesellschaft war. Zu den Früchtenihrer Bemühungen gehört, neben Andern, dasWerk: Lsauties ok LkiAlrmä säst Wales, l-c«ielineati'ons topo^rapkical, distorloal »all äaa-

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