193^ Valery oder Vallrry.
, valery oder vallery (Theodor), Stadt-Unterkammerer zu Wien, und Mitglied der KK.Akademie der bildenden Künste (vorher Lehrer derTaukunst bey derselben), geb. zu MarftSchöneckenimTrierschen 1714. (->.ü. 1725.) war erst Tischler, er-warb sich aber dabey Kenntnisse in der Architektur.In 1749. kam er nach Wien, und 1760. entsagte erdem Lischlerhandwerk und widmete sich ganz derBaukunst, unter Anleitung des Architekten Hefele.In der Folge gab er selbst Unterricht in der Ar-chitektur. In 1758. wurde er Mitglied gedachterAkademie, und 1762. erhielt er das Lehramt der Ar-chitektur bey derselben. In 1764. bekam er die Stelleeines Stadtunterkämmerers. Von ihm kennt mandie Ehrenpforte auf dem Stock am Eiscnplatz inWien bey der ersten Vermählung Kaiser Joseph II.1760. Einen Altar zu Wellersdorf 1761. EineStrickmaschine und das daran liegende großeWassecbassin in dem Münzgraben zu Wien. EineEhrenpforte 1764. Sein Aufnahmsstück in dieAkademie ist ein Sommerpallast für einen regie-renden Herrn. (Vergl. de Luka, S. 355 .u. f. Mensel II. Er st. zu Wien 1800.Ebendas. bI MleceU. XII. 494. Seine EH--renpforte von 1760. soll I. Schmutzer, und ebenso eine andere auf die Erwählung Joseph II.zum Römischen Könige; dann diese letztere, odereine andere auf,das nämliche Ereigniß, auch Ph.Iac. Gütl gestochen habe».
valesini ( ), ein berühmter Dekorations-
maler, lebte zu Anfang des XIX. Jahrhundertszu Moskau, und fertigte den schönen Vorhangdes dortigen Theaters.
* V.al esl'o (Dionysius). Ausser einem St.Georg' soll er, ebenfalls nach Rorari, noch eineFolge von ii. Blättern, die H. Familie nebst denAposteln und Evangelisten gestochen haben.
* — — (Franz), s. gleich unten Ioh.Franz v.
— -- (Jacob). Ein solcher, aber unbedeuctender Kupferstecher, wird von Rost III. 277. imArt. von Joh. Ludwig dieses Geschlechts bey-läufig angeführt.
* — — (Johann Franz oder Franz). Einerunserer Kunstfreunde steht noch im Zweifel, obderselbe mit einem anderswo bloß Franz genann-ten valesio Eine Person sey? Kaum zweifeln wirdaran, ohne unserer Sache gewiß zu seyn; abereben so gewagt scheint es uns, denselben, mitMalps, ohne Weiteres für einen Bruder des nach-folgenden Johann Ludwigs, und somit als Bo-logneser anzunehmen. Auch heißt unser Freund sei-nen Franz ausdrücklich einen Venetianer, zugleichMaler, Kupferstecher und Kupferstichhandler (letz-teres in Gemeinschaft mit Dom'no), und nenntsodann von ihm: Eine Thesis mit St. Stephan,Zadislas, Elisabeth und Margareth, in vier Ova-len, welche auch unser sel. Vater, unter derRub-rick der Verzierung einer im Collegio zu Parmapertheidigten Thesis (mit graziösen Heiligenbildern)kannre; dann , ohne seinen Namen: Die großeKreutzigung von Tmtoret, in drey Blättern, Co-pie nach August. Carracci; dann (wenigstens ausseinem Verlage) eine-Folge von is. Landschaftenmit Jagden auf allerhand Thiere und Vogel (dar-unter auch ein — Mädchenfang) nach C. Berling-hieri, nebst Andern,, worauf er sich theils F. va-jegio, theils F. valesio schrieb. Hiernachst unsersei. Vater noch: llsscolta lli 88. ??. in llssertc»,nach seiner eigenen Zeichnung 3 o. Bl. (u. einen neuernAbdruck von Bologna 176Z.) jedes einzelne Blatteben auch bloß mit: Francesco Valesio signirt.6a»äe//i»ri. Msc. Seine Zeichenbücher sowohl,als jene Einsieoler, theilen übrigens Andere (undletztere namentlich auch das Ley.) dem nachfolgen-den Joh. Ludwig zu.
Valefi 0.
* valesio (Johann Ludwig od. Johann) , geb.zu Bologna 1367. Nach Malvasia beschäftigteer sich lange damit, seinem Bruder, der ein Schreib -meisicr war, Verzierungen zu dessen Schriftenzu machen. Dann kam er nqch Rom, als Se-crctär in das Haus Ludovisi. Um diese Zeit gaber eine Sammlung Sonette, unterm Titel: laLieala. Endlich wurde er von Gregor XV. zumAufseher seiner Gallerien, Gärten u. s. f. bestellt.Mittlerweile besuchte er mit Hundert andern dieSchule der Carracei. Marini u. a. Dichter er-hoben ihn hoch, wahrscheinlich aber minder fürseine mittelmäßige Kunst, als für das mannigfachpfiffige Benehmen, womit er sein Glück machte.Bey Lanzi tsrs.) 11. 94—95. heißt es vonihm: „Er gehörte zu denen, 'welche, in Ermang-lung ' wirklicher Verdienste, sich durch leichtereMittel zu heben wissen; wie, durch zu rechter Zeitangebrachte Geschenke, durch gute Miene bey böfsem Spiel, durch Unterstützung fähigerer Köpfeals der eigene ist, durch Schmeicheln, Kriechen,und kurz durch nicht ruhen, bis man das Aug'auf sich zieht. Zu Rom hielt er sich einen Wa-gen , mittlerweile ein Annibal Carracci dort Jahrelang in einem Dachstübchen hauste, und für sichund einen Bedienten, mit einem jährlichen Ein-kommen von 120. Scudi sich behelfen mußte-(Malvasia I. 674.) In dem Wenigen, was manvon dem Unsrigen kennt, wie z. B. eine Verkün-digung bey den Mendicanken zu Bologna, herrschtein magerer Styl, der seine Genauheit nur in klei-nen Nebendingen zeigt. In Rom, wo er in Oelund Fresco arbeitete, mochte er sich etwas geho-ben haben. Dort ist wohl sein Beßtes eine Fi-gur der Religion im Kloster della Minerva" u.s.f.GandeUiNl hat einen weitschichtigen Art. überihn, wo er ihn, als Maler, nicht viel günstiaerals Lanzi beurtheilt, dann aber als Stecher ihnnicht weit unter Augustin Carracci setzt, und ebenglaubt, er hätte sich — wie so Viele — nicht überseinen Leisten wagen sollen. Besonders rühmt erdir Zartheit seines Grabstichels, und das Graziösemancher seiner Arbeiten, was ihm freylich ausdem täglichen Betrachten der Werke großer Mei-ster, zumal eines Ludwigs Carracci, zu schöpfenein Leichtes war. Indessen soll ein Zeichenbuchvon ihm, für junge Künstler, schlecht gerathenseyn. Ein Blatt davon enthält 12. gruppirteKöpfe von beyden Geschlechtern und allen Altern,mit der sonderbaren Aufschrist: volllcl Princi-pal! monumenti. Ost. äs FarZ'-ro-rDann nennt Gandellini weiter von ihm: Blät-ter zu Ant. Brunj's poetischen Epistel»; Venus,die den Amor mit einer Nosenstaude züchtigt, mitder weisen Unterschrift: Aon s! castiZs smorson si lisvo süeZno; und eine zweyte, die demfrechen Bürschgen eitel mit der einen Hand droht,mittlerweile sie sich in die Finger der andern —beißt. Weiter etliche Thesen zu Ehren des Groß-herzog Cosinus III. Dann mehrere Titelblätter,wie z. B. zu P. Vandini's Abhandlung vom Fe-gefeuer , und zu den Poesien des Grafen R. Cam-peggi; ein Blatt zu den Funeralien Gregor XIII.deren Leitung ihm aufgetragen war, u s. f. u f.Besonders auch eine sehr schöne, dem Pabst Ur-ban VIII- von B. Borromäo zugeeignete Conclu-sion, nach der Zeichnung von A. Camassei, diedem Römischen Hof ganz besonders gefiel; eineMadonna im Profil, mir dem Kinde; einenHymen, zu seinen Füßen zween Löwen, und Ge-nien, welche Lilien tragen, nach L. Carracci (1607);nach P. Facini einen St. Raimondo de Pigna-forte, der auf seinem Mantel über — Meer schifft;endlich allerley Bildnisse. Noch bemerken wir,daß Mehreres von dem Ebenangeführten, jedochirrig (wohl auch das Zeichenbuch) dem vorge-nannten Joh. Franz V-zugeschrieben wird RostIII. 277 — 78. 6a«cie//mi. F^i»L/er. Malps,gleich Papillon behauptet, daß Joh. Ludwigauch in Holz geschnitten; und sollen nämlich von