1994 Vanloo.
lauscht. „Die Wirkung des Helldunkels darinsey musterhaft". Nach übergehen wir von ihmAnderes, das sich in dem ehemaligen Pallastedes Prinzen Heinrich zu Berlin, und in Privat-sammlungen daselbst befindet. In 1770. (s. I,.
ging vanloo nach Paris zurück. Dortstellte er, neben Anderen, ein Bild nkit allegori-schen Figuren von Lugenden aus. Zu demselbenhakte ein anderer Künstler ein Glas geschliffen,durch welches beschauet, jene Figuren ein ähnli-ches Bildniß von — Ludwig XV. bildeten *).Auch Gaule de St. Germain (S. 241) nenntvon ihm, als auf dem Salon zu Paris 1777.ausgestellt: Aurora und Cephalus, als ein vondem Könige befohlenes Bild, und auf demjeni-gen von 1780. Zephyr und Flora. Sein Todes-jahr ist unbekannt. Zuverlaßig setzt (aus demgleich Vorerwähnten zu schlieffen) Alcolai sol-ches irrig in 1776. Und nach einer andern un-serer Nokizzen lebte er wenigstens noch 1782. zuParis, als Professor der Königl. Akademie.Nach ihm hat B. B. Henriquez ein (wahrschein-lich schlüpfriges) Blatt: Eschec und Matt!und Langlois (s. ü. nach Carl Andreas) dasBildniß Friedrich ll. gestochen. S- auch dengleich vorhergehenden Art. Von dem Unsrigen,besaß (1810.) das Cabinet Paignon-Dtjonvalzu Paris noch drey Federzeichnungen mit Bi-ster ausgetuscht: Die im Tempel ermordetenPriester Israels; und einen Jüngling, welcher derauf dem Throne sitzenden Athalia einen Schleyerüberreicht (?); dann den H. Sebastian am Baumgeheftet, den, mitten unter seinen Henkern, einheidnischer Priester, noch zur Verläugnung seinesGlaubens — freundernstlich bereden will.
* vanloo (Carl Andreas) des nachfolgendenLudwigs jüngerer Sohn, geb. 170b. (a.b. 1706.)Sein unten folgender Bruder, Ioh. Baptist,nahm ihn mit sich nach Rom. Anfangs schiensein Hang zwischen Sculptur und Malerey zuschwanken, und der in 1719. erfolgte Tod seinesLehrers le Gros ihn für die letztere bestimmt undin die Schule von B. Lutki. zurückgebracht zuhaben. Indessen hatte er kaum sein Fünfzehnteserreicht, als er nach Frankreich zurückkehrte, unddie Königl. Akademie, wegen seines unverkenn-baren Fleißes, bereits in 172Z. ihm einen Preisertheilte, auch mit seinem oberwähnten Bruderdie Ausbesserung der Galerie zu Fontai'nebleanihm aufgetragen wurde. Der Einfluß der thea-tralischen Dekorationen, welche er eine Zeitlangfür die große Oper malte, zeigt sich uns beyeiner nähern Prüfung seiner ersten Werke. Alleiner verließ bald diese Beschäftigung, und betratvon Neuem seine erste Bahn **), wodurch ersich auch in 1724. den großen Preis erwarb,und auf die damit verbundene Königliche Unter-stützung Anspruch machen konnte, welche ihm aber
Vanloo.
durch die Cabalen seiner Feinde entzogen wurde.Er entschloß sich daher, mit seinem Pinsel selbstso viel zu verdienen, um neuerdings nach Romreisen zu können, und gewann sich dann wirklichhiefür durch eine Menge Bildnisse das hinläng-liche Reisegeld. Während seines Aufenthaltes da-selbst war er sehr fleißig, und erhielt einen Preisvon der dortigen Akademie St. Lukas; daherdann der damalige Französische Gesandte zu Rom,Cardinal von Polignac, sich so sehr seiner an-nahm, daß er ihm nicht nur das gewohnte Jahr-geld, sondern auch eine Entschädigung ***) ver-schaffte. Der allgemeine Beyfall, der unsermKünstler zu Rom, Paris, und selbst aus Englandentgegenkam, bewirkte, daß ihn der Pabst (1729.)zum Ritter schuf, und der König von Sardinienihn nach Turin berief, einige Bilder für ihn zufertigen, deren Gegenstand aus Tasso's befreytemJerusalem entlehnt war 's). Um diese Zeit-ver-mählte er sich mit der Tochter des berühmtenLonkünstlers Scmnini, die durch den Reitz ihrerStimme die vornehmsten Pariser-Zirkel erheiterteund in der Musick eine bedeutende Veränderungin dem Französischen Geschmack hervorbrachteNach seiner Rückkehr in Frankreich (i7äP) ge-langte er bekanntlich bald in die Akademie, undübergab derselben als Aufnahms-Bild seinenApoll und Marsias, was unstreitig zu seinenbeßten Arbeiten gehört. Auch malte er Vieles,theils für den Hof, theils für die KirchenIn 17^8. erhielt er die Aussicht über eine König-liche Schule, welche die Aufmunterung der bilden-den Künste zum Augenmerk hatte *). Nachdemer auch in 17hl. von dem Monarchen mit demSt. Michaels-Orden beehrt worden, ernannteihn die Akademie zu ihrem Reckor; die Stelledes ersten Hofmalers aber, welche Carl AntonCoypel bis 1762. bekleidet hatte, und die zehnJahre laug unbesetzt blieb, wurde ihm erst 1762.(3. K. wohl richtiger 1766. also vollends erst inseinem Todesjahr) durch die Vermittelung des H.von Marigny zu Theil. In der Zwischenzeit hatteFriedrich II. durch den Marquis d'Argens, derunsern Künstler zu Rom persönlich kennen gelernthakte, demselben den Antrag gemacht, mit einemJahrgelde von 3 ooo. Rthlr. (nebst dem Verspre-chen, jede seiner Arbeiten noch besonders zu be<-zahlen) nach Berlin zu kommen; allein vanloolehnte mit einem ächt Französisch zugespitzten,aber immerhin edeln Worte **) den Antrag ab ,welchen hierauf sein Neffe, von dem wir untenreden werden, annahm. Indessen malte er (1755.)für den gemeldten Monarchen ein großes Bild:Das Opser der Jphigenia, welches er im Louvreöffentlich ausstellte, und das ihm den ausgebrei-tetsten Beyfall verschaffte. »Der Gegenstand"(heißt es bey Fiorillo III. 317.) »schei-tt aberdie Kräfte des Künstlers überstiegen zu haben;denn das Bild hat viele Fehler, selbst wider
") Dieser optischen Spielerei» hat — Lalande- eine ausführliche Zuschrift an la Place gewiedmet. S. NeueBibl. d. Sch. Wiffensch. IX. zog- x. 196.
'»-'!-) Was Diderot ( 885 SX 8 sur I-, kslnturs x. 159.) also ausdrückt: »Wenn jene elende Gattung ihn ane-ckelce, so geschah es nur, um sich einer noch elenden,, der — Zeichnung kleiner Bildnisse zu wiedmen."Freylich ein etwas hartes Urtheil, wenn man den gleich uachstehenven Zweck,betrachtet.
Für die bisherige Hintansetzung?
f) Deren Graziöses Lanzi ( 8 ä. terr.) VI. 588. ungemein rühmt. Auch Cochtn I. ,4. sagt davon: »DieStärke und Blüthe des Cvlvrits daran, so wie die Grazie der Zeichnung, besonders in den Frauen - undKinderköpfcn ist vortrefflich, und die Ausführung köstlich. Sie stehen in einem Spiegelzimmer des König-lichen Palastes an dem Pilastern und über die Thüren. Ein anderes schönes al Frcsco von ihm: Dianamit ihren Nymphen, befindet sich im Lustschloffe Stupiuigi I. c. zi.
ff) NsäLms (sagt auch -'Andre Bardon) S5t 1a Premiers, gui sit sait gouter Lux kran^nis 1a Alu-
sigus Itslienns, lorLgu'ells vlnl a karir en 1784. nvec son illustre 6zx»ix.
Nicht bloß zu Paris, sondern auch in den Provinzen. So z. B. zu Lyon (-739.) Besanzon, Dijon, zugiennes in Bretagne, u. s. f.
:<) Sie führte den Namen: Lcols ko^sls äes LIsves xrotegss pnr Is Ro/.
*'') »Mein Herr"! schrieb er au den Marquis, »ehe man sein Geburtsland verläßt, muß man seinLebenlanges überlegen!"