Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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2002
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noch so oft, mit wenig Vorsicht restaurirt, den-noch fürdauernde Bewunderung abgewinnt; Zeich-nung und Colorit ganz Barocceschisch, und miteinem Fleiß ausgemalt, welcher der Feuchtigkeitseiner Stelle widerstanden ist. Auch-zu Siena undanderwerts sieht man Bilder von ihm, welche,mehr als Vivianis und anderer eigentlicherSchüler vonBarocci, sich ihrem Vorbilde nähern.So zu Siena seine Verlobung der H. Catharina,al Rcfugio, mit einer zahlreichen Engelschaar;so seine Madona zwischen verschiedenen Heiligenfür die Kirche Monna Agnese; einen auf dem Meerwandelnden St. Raimondus für die PP. Domi-nikaner, was Viele für das beßte, häufig besuchteBild zu Siena halten *). Eben so zählt man füreines der vorzüglichsten Bilder in der HauptkirchezuVisa seinen Sakraments-Disput, den er wetteiferndmit seinem Stiefbruder Ventura Salimbeni malte.So in der Umilta zu Pistoja (Anbetung der Wei-sen), bey den Camaldolensern zu Fabriano u. s. f.u. f. Denn noch kennt man kein vollzähliges Ver-zeichnis seiner Werke. Mehreres von ihm zu Romund Siena, nennt von ihm d'Argensville I.182—8Z. Dann auch zu Genua in Notre-Damede Carignan die Legende von St. Maximin, derdie H. Magdalena krönt; und bey den Domini-kanern zu Lucca St. Thomas d'Aquinas, zu denFüßen des Erlösers. Zum vftern werden seineBilder in Kirchen und Galerien mit den Barocci'sverwechselt; so ähnlich ist das Colorit, und beson-ders von gleichem Stempel ihre Kinderköpfe. —Aechte Kenner indessen unterscheiden den Meisteran einer größcrn Zeichnung und freyern Toccirung.Einiges, was vanni für wenig Geld, und ohneStudium gemalt, dergleichen sich Manches zuSiena findet, macht eigentlich Mühe, es für dasSeinige zu halten. LcrrrM (L6. tsr?.) I. 360—62.Fiorillo, der (I. 164. u. 418—14.) von unsermKünstler spricht, bemerkt denn doch, wohl richtigüber ihn: Wenn ein kritisches Aug ihn mit Ba-rocci vergleiche, so nehme es bald den Unterschiedwahr, daß letzterer den (größer«) Correggio,vanni hingegen eben nur den (geringern) Baroccivor Augen gehabt. Noch erzählt dann Ebender-selbe zum Beweis, wie hoch er zu Rom geachtetworden, daß er die Ehre gehabt, den Fabio Ghigi,nachherigcn Papst Alexander VII. zur Taufe zuhalten. Da er (wird dann ferner irgendwo be-merkt) ein frommer und tugendhafter Mann war,so waren auch geistliche Gegenstände seinem Pin-sel die angenehmsten. Füßli I. 69. sagt von /ran-zen kurz, aber bündig: „vanni hatte eine leichteund oft sinnreiche Einbildungskraft. Er wußteseine Vorstellungen wohl anzuordnen und vortheil-haft zu gruppiren, zeichnete in einem großen,aber nicht eleganten Styl, und drappirte mitGeschmack, jedoch mit mehr Manier als Wahr-heit; seine Köpfe haben mehr Anmuth als Würde,und im Ausdrucke hat er es in einigen seinerWerke auf eine hohe Stufe gebracht." Beywareler heißt es von ihm: «Die Sanftmuthseines Charakters zog ihn zu der Gattung desCorreggio hin; und es war vielleicht mehr derAntrieb dieses Charakters, als eine bestimmteNachahmung, daß er dem Barroccio so viel glich";mit dem weiters beygefügten schönen Zeugnisse:„Weit entfernt, auf das Talent oder das Glückanderer Künstler neidisch zu seyn, liebte er sie,klärte sie durch seinen Rath auf, und (hört, hört!)wendete oft seinen eignen Verdienst dazu an, Ar-beiten zu kaufen, die sie nicht unterbringen konn-ten. Mit G. Reni war er besonders innig ver-bunden, und genoß das Vergnügen, ihm nütz-lich zu seyn. Von seiner Kunst dann urtheilt

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warelet: „SeinH Manier war zwar allerdingsder des Barroccis ähnlich; aber nicht immer ihreAnmuth. Man kann bisweilen selbst Fehler derHarmonie und ganze Farben an ihm tadeln; aberin seinen bessern Werken ist sein Kolorit zartund angenehm. Er zeichnete gut, namentlich auchdie Extremitäten und die Hände; die Köpfe sindsehr schön gemalt, und haben gewöhnlich einengraziösen Charakter. Sein Pinselstrich ist lieblich,breit und leicht. In der Composition allein zeigter wenig Genie. Auch die Architektur verstander gut, und hatte ausgebreitete Kenntnisse in derMechanik." In deutschen Galerien befinden sichvon unserm Künstler: In der K-K zu Wien:Madonna mit dem Kinde, das einen Vogel in dieHöhe hält; zur Seite der kleine Johannes, halblebensgroßes Knieestück. ZuSchleisheiln angeblicheine Flucht nach Egypten,ganz lebensgroßeFiguren.Dresden: Wieder eine Madonna mit dem Kinde,das den kleinen Johannes liebkost, den St. Eli-sabeth ihm auf den Armen bringt; zur Seitesitzt St. Joseph (-V 6" hoch, ^ 9" br.). DasFranzösische Museum hatte von ihm ein einzi-ges Bild (wahrscheinlich Kunsteroberung): H. Fa-milie auf der Flucht nach Egypten, wo Josephdas Kind mit ein Paar Kirschen neckt, wasLandon (X. 7.) wo er davon Beschreibung undAbbildung im Umrisse giebt, unangemessen ( 64 -kartt 6e converosnce) findet. Was er dannweiter von dem Leben und der Kunst des Unsri-gen sagt, zeigt, daß man in Frankreich überbeydes im Dunkeln war. Nach ihm war er einPisaner, und st. 1660. 6i. I. alt; dann nennter ihn einen aufgeweckten und allgemein beliebtenMann, und seine Kunst mittelmäßig. Alles dießlaßt uns vermuthen, daß er ihn mit dem nach-folgenden Ioh. Baptist vanni verwechselte.Immerhin aber rühmt er das vorliegende Bild;den edeln und naiven Ausdruck im Kopfe derMutter, den harmonischen Farbeton, und diegeistreiche Toccirung der Landschaft. Ein DutzendHandzeichnungen von ihm in mannigfaltiger Ma-nier, darunter St. Francisc in Entzückung, wahr-scheinlich für das schöne Blatt von A. Carraccrbestimmt, besaß noch 1810. das Kabinet paig-non-Dijonval zu Paris; und das Königl. Mu-seum: Gott den Vater mit mehrern Heiligen,wahrscheinlich für ei» Titelblatt; wieder St. Fran-cisc auf den Knieen, vor einem Kreuze, undSt. Dominik, der ein Kind auferweckk. Vonvanni selbst geetzt kennt man verschiedene Blät-ter, und bedauert nur, daß deren nicht mehreresind. So eine kleine Madonna, Halbfigur, dasKind auf den Knieen; St. Catharina von Sienain Betrachtung vor einem Kruzefix; St. Bernard;Madonna mit dem Kind in der Höhe; St. Fran-zisc de Paula, unter einem Baume liegend, dasCruzefix in den Armen; Ebendasselbe, in umge-wandker Darstellung, und in den Wolken ein En-gel, der auf der Violin spielt; Ebendasselbe inder ersten Stellung (Copie, jedoch auch mit demEngel: t 7 ai-. ke. 1696.) Hinwieder haben nachihm gestochen und geetzt: Ch. Alberti, E. de Al-fiano, ein Anonymus, in Ph. Advents, eln Ande-rer in le Blonds, ein dritter in Bonenfants Ver-lage, Blooteling, I. Callot, B. Capitelli, A. Car-racci, D. Cavaleriis, I. Coelemans, I. B. Co-riolano, ein Anonymus in D. Custodis Verlage,I. Episcopius, I. Florian, D. M. Fontana,die Galle's, R. Guidi, P. de Jode, L. Kilian,Minac, P. E. Moitte, Moreau, St. Mulinari,Ragot, G. Nousselet, I. Just. und N. Sadeler,A. Scacciati, G Scharer, Ph. Thomassin, I.Lurpin, ein Anonymus in A. Vaccario's Verlage,

") Lochin l. 227—28. nennt von ihm zu Siena, in der St. Catherinen-Kammer des Pallastes, neben An-dern:, einen Tod dieser Heiligen, mit schönen Köpfen; dann in St. Quirico ein Ecce Homo, gut gezeich-net , von trefflichem Ausdruck, in Baroccis Manier gemalt, aber härter; und eben daselbst eine sehr schöneFlucht nach Egypten; den Kopf der Mutter eben nicht von gutem Charakter, aber sehr artig, wohlcoeffirt,und von zartem Ausdrucke. Bey den Dominikanern zu Lucca sah und rühmt ebenfalls L-chin (l. c. II.95.) einen Christus am Kreuze, der dem St. Thomas erscheint.