Vann j.
G- van Veen, F. Villamena, F. M. Visconti.Von ihren Blattern nennen wir, nach Fäßii l.c. 60—62. nur: Die H. Catharina, welcher Je-sus ein neues Herz zu geben im Begriff ist, undMaria neben St. Catharina, die das Kind mitJnnbrunst in den Armen halt, beyde von Ph.Lhomassin, schön; dann eine Geißelung Christi,von gemeiner Erfindung; Zeichnung und Drap-perie in großem, aber manirirtem Geschmacke,(dies von P. de Jode). Hiernächst nach demKatalog von Wmkler und Brandes : Eine kleineartige Madonna ouf dem halben Monde, vonN. Sadeler; eine andere mit dem Kinde, wo einMönch dem letztern auf einem Buche Kirschenreicht, von C. Galle, ein EcceHomo erscheint derH. Jungfrau, von P. de Jode; eine H. Familiemit St. Catharina, von Turpin (selten); dieje-nige aus der Dresdner-Galerie, von Moitte,nach einer harten Zeichnung von Bacciorelli (Hei-necke I. 180.); St. Dominic, der die Albigenser-Bücher verbrennen laßt (a. d. Kabinet Boyerd'Aiguilles zu Aix) von I. Coelemens; 12. Bl.aus dem Leben der H. Catharina von Siena,von P. de Jode, voll reicher Composition *); derHeiland und die Madonna erscheinen dem St.Franzisc, in Zeichnungs-Manier, von Mulinari,u. s. f. N. B. Kein einziges Blatt weltlichenInhalts. Lonk. den (genauen) Gandellini, dernoch mancherley Blätter von und nach ihm nennt,von ihm z. B. eine St. Lucia, in Helldunkel.(Ma!ps sagt, nach seiner eignen Zeichnung); eineMadonna mit dem Kinde, und eine stigmatisirleSt. Catharina, beyde ebenfalls in Holz; dann nachihm: Seinen schon genannten St. Francisc mitdem geigenden Engel (hier etwas alter als in Fran-zen's eigenem sosehr schönem Blatt, und beklei-det), von Aug Carracci. Dann lernen wir hier,daß es seine Söhne Mich. Angela und Raphaelwaren, welche in 16S6. ihm zu Siena in St.Giorgio ein Denkmal mit seinem Brustbilde aufStein gemalt setzten, mit beygefügter iunschrift-licher Bemerkung **), daß der erstere von ihnendieser Kunst Erfinder war; und anderwerts lesenwir, daß hiezu nur drey Farben, Gelb, Nothund Violet (psvori32ettc>) gebraucht wurden,worüber Gandellini noch allerley Seltsames,wie vanni darauf gerathen sey, anbringt, unddabey bedauert, daß diese Kunst mit gedachterFamilie untergegangen sey ***); wogegen wiranderwerts finden : Daß ein H. du Fay zu Parissie späterhin wieder, und noch vollkommener aus-geübt. S. Nemoires 6s l'Acsäsmio 6 es Lciencss172g. und 32 .) Endlich soll auch der bekanntePrinz St. Severino zu Neapel solche gekannt,und darin selbst gearbeitet haben. fllrc.
vanni (Guidozzo di M. Pietro), erscheintunter den Künstlern, die um 1225. an dem Domezu Orvieto beschäftigt waren. Vermuthlich warer Bildhauer oder Mosaiker. st. Dnoma
str Orm'sto p. 272.
* — — (Johann Baptista). Diesen nun nen-nen die Pisaner allerdings den Ihrigen, Bal-dinucci hingegen macht einen Florentiner ausihm. Nachdem er schon bey Empoli u. a. Un-terricht empfangen, blieb er noch sechs Jahrebey Allori, ahmte dessen Kolorit wunderwürdig,zum Theil auch seine Zeichnung nach, und be-folgte überhaupt seine Lehre, so daß, mit mehrFestigkeit, und besserer (moralischer?) Auffüh-rung , noch etwas ganz Anderes aus ihm wer-den konnte. Denn, sonderbar! Zu Venedig undParma, wo er Titian uud Correggio studirte,wurde er in der Färbung schwächer, und nahmeine Manier an, die ihn hinderte, irgend etwas
Vanni 200z
Klassisches zu liefern. Selbst sein St. Lorenz(den auch das Lex. kennt) in der Kirche St. Si-mon ( heißt es hier), und den man für sein Beß-res hält, ist wahrhaftig kein Meisterstück, undgefallt bloß durch den Glanz des Feuers, dasdie Umgebungen des Märtyrers beleuchtet. Lanzi(L6. terL.) 1. 237— 38 . Von ihm, als Kupfer-stecher, heißt es bey Rost III. 281. „SeineBlatter sind leicht uüd geistreich geetzk, aber dieAußentheile seiner Figuren unrichtig gezeichnet,uud zumal die Köpfe so flüchtig gefertigt, daßder Geist der Urbilder darüber gänzlich verlorengeht. Als sein Beßtes, und was wirklich großeVerdienste habe, wird dort seine Hochzeit zu Ca-naan d(> 36 .) nach P. Veronese angeführt. Dannnennen Andere von ihm seine - 5 . Bi. nach Cor-reggio's Himmelfahrt der H. Jungfrau im Domezu Parma; die Marter von St. Placidus unddessen Schwester, nach Ebendemselben, und eineLandschaft mit Hirten und Vieh, nach Bam-boccio. Seine Blatter waren mit 6. U. V. bis-weilen bloß mit 6. 6. bezeichnet. Als Baumei-ster war Jul. Parigi sein Lehrer, (raustei/ini
Vanni (Joseph), ein Kunstverleger zu Flo-renz um 1779. S. unten den Art. violamavanni. Nach den Notizzen eines unserer Freundewar er auch selbst Stecher. So z. B. einer Feyerdes Liebesgottes, nach Allegri, und Esau's, derseine Erstgeburt verkauft, nach Lorenz Lippi, vonArrighetti gezeichnet.
* — — (Lippo) von Siena. In dem dorti-
gen Dome steht man, neben der schon im Lex.bemerkten Verkündigung, noch Anderes. In demDome zu Orvieto dann findet sich ein Gemälde,was eine Mutter Gottes darstellt, unter derenMantel sich viele fromme Personen befinden, be-zeichnet: steä'erra nat. nos pinox. smena.
Diese Malerey wäre in dem Style des Simonda Siena (d. i. Simon Memmi) gefertigt. §to-ria st. D«oMo sti O-'Eio p. ig). Ich denke, daßdieser Lippus wohl eher unsern vanni, alsden Lippo Memmi, Simons Bruder, bedeutte» mag.
— — (Lorenz). So heißt irgendwo «inKupferstecher zu Florenz, der die Bildnisse derHerzoge und Herzoginnen von Florenz (von Ge-rard vom Elsaß an bis auf Joseph II.) in zweyTheilen ans Licht gestellt habe.
— — (Meuzio bi), ein Bildhauer, der in
i 345 . mit an der Verzierung des Doms zu Or-vieto arbeitete, st. Duomo sti o-vr'eto,
x. 280.
* — — (Michael Angelus und Raphael),Franzens Söhne. Letzterer, dem auch das Lex.einen eigenen Art. giebt, war geb. i 5 g 6 . Dererstere, ältere blühet« um 1609. Von seiner Er-findung auf Stein zu malen, haben wir oben,in dem Art. seines Vaters gesprochen. Mit sei-ner übrigen Kunst erlangte er eben keinen beson-dern Ruhm. Vermuthlich kam er niemals ausSiena; und auch dort findet sich nur Wenigesvon ihm, wie z. B. eine St. Catharina, diemit dem Erlöser das Hochamt singt, bey dendortigen Olivetanern; und Einiges in dortigenGallerten. Raphael dann, der seinen Vater früheverlor, kam in die Schule von Anton Carracci,wo er solche Fortschritte machte, daß man An-fangs Hoffnungen von ihm hegte, als ober einst noch sein Vater übertreffen könnte. NachAnder» trug auch Guido zu seiner Bildung bey.Ueberhaupt gestand man ihm grandiose Zeich-
k) NLttk. klorini exc. IZ97-
Mix),. x^«Wro, novse Iiujus in xetra pinxenäi artis inventor i6z6.
E) Dennoch befaß das Geheimniß davon noch Niclaus Tovnioli von Siena 1640. 74 ,»r- Lä. terr. l. ZZ-.