2014 Vasari.
vasari (Andreas). Von einem Maler diesesNamens soll sich Arbeit im Königl. Schlosse zuMadrid befinden.
*— — (Georg), der altere. Lanzi (L6.tert.) I. 186. rühmt seine Geschirre, Basreliefsu. s. f. von Thon, welche im Geschmacke derAlten geformt, und mit hellen Firnissen überzo-gen waren, dergleichen sich noch in der Galleriezu Florenz vorfinden sollen.
* — — — —, der jüngere, Sohnssohndes Obigen, geb. zu Arezzo 1012. Sein Vater,Antonio, war zwar nicht Künstler, der aberden Unsrigen, wie er in seiner Selbstbiographiekindlich rühmet, zu allein Guten, und nament-lich auch für die Kunst erzog. Daneben beschäf-tigte er sich (wer fleht es nicht seinen Schriftenan?) mit mancherley Wissenschaften; und irgend-wo lesen wir, daß er schon iu seinem neuntenJahr den Virgil auswendig wußte! — Unterseinen Lehrern im Zeichnen nennt Lanzi (Ls.tsr-:.) I. 186. auch einen priore *); dann Ben-venuto Cellini, was aber Fiorillo (I. 09Z.)nicht zugeben will **); in der Malerey führtenihn Rosso und Primakiccio ***) an. Aber seineeigentliche Schule war Rom, wohin der KardinalHippolytus von Medicis (nachheriger Papst Cle-mens vn.) ihn führte, und der eigentliche Stifterseines Glückes war, da derselbe ihm die Achtungjener Familie erwarb, welche ihn nachwerts mitEhren und Reichthümern überhäufte. Hier zeich-nete er nach den beßten alten und neuen Mu-stern, und bildete sich einen Styl, der hievenden Beweis ablegt; immerhin aber, wie esscheint, mit entschiedener Vorliebe für M. An-gela. Nachdem er im Malen eine gewisse Stärkeerlangt, legte er sich, (wie damals fast allegroßem Maler) auch auf die Baukunst, und zwarmit nicht minder bedeutendem Erfolge. Dadurchwurde er bald, nicht bloß in Rom, sonderndurch ganz Italien bekannt, und erhielt mancher-ley Aufträge, ansehnliche Bauten zu leiten, undnachher mit seinem:>Pinsel in alleweg auszuzieren.Als Maler arbeitete er zuerst besonders in ver-schiedenen Klöstern der Camaldulenser- und Oli-vetaner - Mönche; bey diesen letzter» zu R«minidie Mvrgenländischen Weisen, und allerley inFresco's; eben so in denjenigen zu Bologna undNeapel; dann in mannigfaltigen Kirchen durchganz Italien, von Rom bis Venedig und Ale-xandrien; zu Rom besonders im Kanzleysaale desVatikans Geschichten aus dem Leben Paul lll.dies auf Befehl des Kardinals Farnese, der ihmauch den ersten Gedanken zu seinen Biographiengab. Nebst dem durch alle jene Arbeiten erlang-ten Ruf, war es vornehmlich Buonaroli's Freund-schaft, welche ihm Cosmus I. Einladung nachFloren; erwarb. Dahin ging er mit Weib undKindern » 555 . wo man ihm sofort die weit-schichtigsten Werke auftrug. Hier nennen wirnur die Fabrica degli Uffizi und den PalazzoVecchio, wovon er die erstere erbaute, und demletzter» durch seine Verbindung mit dem PalazzoPitti eine bessere Form gab, und beyde durch seineneignen sowohl als durch den Pinsel seiner Schuleso ausschmückte, daß er bald in jedem Zimmerirgend eine That der Familienglieder ihrer Be-
Vasari.
wohner zu verewigen wußte ; seiner Staffelet)-bilder, seiner Anordnung von Festivitäten u. s. f.u. f. nicht zu gedenken, was man Alles in seinerSelbstbiographie, die er bis » 56 /. fortsetzte, undin der Vollendung derselben durch eine andereHand, bis an seinen i 5 ? 4 - erfolgten Tod nach-lesen kann. Lanzi l. c. 187 — 88. Nun folgtbey diesem Schriftsteller die Kunstcharakteristikunsers Giorgio substanzlich also: »Kennte mannichts von ihm, als einige seiner schon erwähn-ten Arbeiten im Palazzo Vecchio, seine unbe-fleckte Empfängniß in St. Apostolo zu Florenz(welche Borgbini für sein Beßtes halt), seineEnthauptung St. Johanns in desselben Kirchezu Rom, das Gastmahl bey Ahasverus bey denBenediktinern zu Arezzo, und so viele seiner Bild-nisse, welche Borrari nicht ansteht Giorgionischzu nennen, so würde sein Preis weit großer beyder unbefangenen Nachwelt seyn; allein er wolltezu Vieles fertigen, und zog die Geschwindigkeitder Vollendung vor ^). Daher, ob er gleichein guter Zeichner war, sind seine Figuren nichtalle correkt; und eben so sein Kolorit malt, weiler sich schlechter Farben bediente, die er danebennicht mit genugsirmem Jmpasto auftrug. Sosein St. Sigismund in St. Lorenzo, den jedochder Eroßherzog Cosmus so sehr bewunderte, undder jetzt so gut als erloschen ist; daher er dennauch in seinen Schriften den Künstlern allerleyAbkürzungen, wenigstens für's Praktische em-pfahl, was aber bekanntlich zu manchen Abwe-gen , und besonders zum Manierismus führte.Dessen nicht zu gedenken, daß er so viele dererhaltenen Aufträge gutcntheils durch seine Schü-ler ausführen ließ. Den schon genannten be-rühmten Saal der Canzellerie zu Rom vollendeteer in 100. Tagen , und wandte gegen verschiedeneCriliken des Werkes ein, derKardinal habe ihm dieseEile geboten. Allein Lanzi meint, vasari hätte,sich leichter gegen seinen Gönner mit der Unmög-lichkeit , das Verlangte zu leisten, als jetzt beyder Nachwelt mit noch so viel schönen Wortenentschuldigen können. Auch seine ganze Schulewurde durch sein Beyspiel verdorben; und Bal-dinucci wirft ihm wohl nicht ohne Grund vor,baß an dem (zugleich matten und) harten Styl,der sich von da an zu Florenz bildete, vornehm-lich Er die Schuld trage". 1 . c. 189-90. Nocherzählt dann Lanzi I. c. igr. u. ff. ungemeinlesenswerth den Ursprung, Fortgang, und Vollen-dung von Giorgio's berühmter Kunstgeschichte;wer ihm dazu gerathen, wer dabey behelfen ge-wesen; was für gute und schlechte Dienste manihm dabey geleistet habe. Die erste Ausgabe er,schien i 55 o. in zwey Theilen,' noch ohne Bild-nisse; die zweyte i 568 . dann mit solchen, undhauptsächlich mit namhaften Verbesserungen, zuwelchen er sich sogar eigene Reisen nicht dauernließ, die aber ebenfalls seinem Zwecke nicht im-mer entsprachen; daher seine öftere Entschuldi-gung: Er chabe geleistet, was er gekonnt, nichtwas er gern hätte leisten mögen. Dann giebtLanzi unsers vasari's schriftstellerscher Arbeit,mit vielem Scharfsinn wirklich alle die Ehre,welche ihm gebührt, und rettet solche gegen soviele unverdiente Vorwürfe seiner Landsleute undFremder. Ein hauptsächliches Verdienst dieses
Wahrscheinlich einer der viele» in der Kunstgeschichte vorkommenden Beynamen, dessen Grundlage wir nichtzu entziefer» vermögen.
«») Wohl behauptet Fellini in s. Selbstbiographie (x. ng ) daß er ynsari Mn er vasselai nennt) vielGutes erwiesen, aber von demselben mit Undank belohnt worden.
»:-») Dieser dürfte etwa der priore seyn.
7) Seme al Fresco's an der Kuppel im Dome zu Floren» fand Morgenstern (I. 270.) verbllechen. Ale
eines seiner Meisterstücke nennt Ebenderselbe (t. 2. 328.) das Bildm'ß Giuliano'S de Medici in der Gale-rie; und von des Künstler« eigenem, im Saal der dortigen Malerbildnisse (!. c. 36 y.) s,gr er: »Derwackere G. vasari, Halbfigur mit Handen, steht vor einem Tische ernst und stattlich da.«
Eimge seiner Freunde, zumal auch der berühmte Annibale Laro (l-etmi-. xirwr. II. -.) warnten ihn vordieser Venrrung von der Bahn achter Kunst.