Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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2029
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Vecellio. Vecellio. 202g

verschiedener anderer Arbeiten für eben diesen Für- Heilige und sein Gefährte sind als Dominikanersten, und dessen Bruder, den Kardinal, hier nicht in ihrer Ordenstracht, also weiß und schwarzzu gedenken. In i 5 Zo. begab sich vecelli zur Krö- gekleidet; nur an dem Mörder sieht man einigennng Carls V- nach Bologna, wohin der Kardi- nackte Theile, und Kleidungsstücke von buntennal Hypolit von Medicis ihn eingeladen hatte. Farben; und doch, weiche Anmuth und HarmonieHier malte er dieses Reichsoberhaupt zum ersten- in dem Ganzen! Dann könnten selbst die berührn«mal *). Nach seiner Rückkehr gen Venedig dann, testen Landschaftsmaler an diesem Bilde noch ler-ferrigte er viele Werke für verschiedene dasige nen, Zweige und Blätter in der Verkürzung (?)Kirchen aus, und malte, auf Befehl des Senats zu zeigen, - und den verschiedenen Charakter derdie Bildnisse der denkwürdigsten Personen dieser Baume und ihre wahren Töne zu treffen. InRepublick *"'), was ihm ein jährliches Gehalt von der That war es Tizian, der den großen Land-400 Scudi verschaffte. In i 54 i- sah man von schaftsmalern, welche nach ihm kamen, die Bahnihm das Bildniß des damaligen Kais. Gesandten erst öffnete, welche aber von einem großen Theilzu Venedig, Don Diego's di Mendoza, welches der neuern Bearbeiter dieses Faches wenig mehraußerordentlich wohl gecieth, und, vasari zufolge, betreten wird — jene mey'n ich, die dem bloßenden Gebrauch, Bildnisse stehend und in.ganzer Effekt Alles aufopfern, und den Gebrauch, dieStatur zu malen, zuerst aufbrachte. Für den Formen des Laubs zu charakteristren, ganz aufge-Rathssaal stellte er ein Gefecht zwischen den Ve- geben, so daß es bey ihnen (hört, hört!) nurnetianischen und Kaiserlichen Flotten, im Augen- einen einzigen Blatterschlag giebt. Auch jene En-dlich eines Meersturmes dar ***). Die glückliche Zeichen verdienen noch besondere Erwähnung. —Ausführung eines so großen Gegenstandes über- Nach Rudolfs soll Tizian dabey eine antiketraf alle Erwartung, und nöthigte den Neid, der erhobene Arbeit, die man dem Phidias zu«ihn bloß als Bildnißmaler loben wollte, znm schrieb, vor Augen gehabt haben. Zanetti Hin-Schweigen ff-). — Zu seinem übrigen Vorzüglich- wieder hält sich überzeugt, daß er sich dabeysten dann zu Venedig gehört sein Peter der Mar- nach den antiken Basreliefs gerichtet habe, die inkyrer, einst in St. Johann und Paul daselbst, der Kirche Santa Maria de' Miracoli unter derdann (für eine Weile), nebst fünf andern Bildern Orgel stehn, und einige Liebesgötter vorstellen,des Unsrigen nach Frankreich gewandert, welche den Scepter des Jupiters und das Schwerdt

»Wiewohl nun dasselbe" (heißt es bey FioriUo des Mars tragen. Dieselben waren vormals inII. 71—81.) „an der Klarheit und Kraft des Ko- Ravenna befindlich, und sind sicher von einerlorits etwas verloren hat, so zieht es doch das der geschicktesten Hände des Alterthums gebildet;Aug zur lieblichsten Bezauberung an sich. Einige die Formen gehören zu den schönsten und anmu-stnd der Meinung, daß die große Kunst der Far- thigsten, die man sich denken kann; nur sind siebengebung und des Helldunkels die Hauptursache vielleicht etwas genauer angedeutet, als es derdavon sey; allein, ich für meine Person möchte Wahrheit bey solchen kindischen Körpern gemäßjene zauberische Wirkung lieber der vollkommenen ist. Ucbrigens ist es eine bekannte Sache, daßZeichnung und der getreuen Nachahmung des Tizian in der Folge das große Vorbild in derWahren zuschreiben. Das majestätische Gebüsch, Abbildung der Kinder ward, welche Poussin,an dessen Eingänge der Heilige angegriffen wird, Flamingo, Algardi, und alle Andere, die sichdas Schrecken seines fliehenden Begleiters, die hierin hervorgethan, nach ihm studirt haben, umvom Winde flatternden Kleider, deren Bewegung sich jene naive Unschuld und anspruchlose Wahr-mit der des Gebüsches übereinstimmt, die gcfühl- heit zu eigen zu machen, worin das Schöne inlose Grausamkeit des Mörders, die heitere Ruhe dieser Gattung besieht — Nach einer lans

des Heiligen, und diese wahrhaft himmlische gen Abschweifung über zwey Tiziamsche BilderGlorie zwey kleiner Engel, die mit den Attributen in Spanien, deren Beschreibung wir unten findendes Märtyrerkhums Herabschweben — alle dies werden, fährt Fiorillo also fort: „In der nahemacht den Eindruck eines angenehmen Grausens, bey der Kirche St. Rochus zu Venedig stehndenwelches so entzückt, daß das Auge sich gar nicht Schule sieht man eine Verkündigung Maria, vonwieder von dem Bilde losmachen kann. Was Tizians beßter Zeit, aus welcher man erstehet,mir aber immer die größte Bewunderung erregt daß derselbe nicht bloß auf getreue Nachahmunghat, ist die Komposition, daß nämlich ein so der äußern Natur bedacht war, sondern auch,großer Raum so meisterhaft mit nicht mehr als wenn er wollte, den innern Gemükhszustand indrey Figuren ausgefüllt ist, was ich als ein in lebendigem Ausdrucke darstellen konnte *). Inseiner Art einziges Beyspiel der vortrefflichsten St. Nicolo de Frati dann findet sich ebenfallsmalerischen Anordnung anführen möchte. Hiezu ein Bild von ihm, welches die H. Jungfrau inkömmt nun noch die Einfachheit, welche allen den Wolken, von St. Niclas und fünf andernWerken Tizians eigenthümlich ist, und jene Lo- HH. angebetet, darstellt, und zwar auf denkaltinten, welche nicht sowohl eine sich annähernde ersten Blick nicht gefällt, weil die Figuren mitVorstellung, als die Sache selbst sind. Der einer gewissen Einfachheit, alle in andächtigen

hätte hingegen der Herzog von Vuckingham diese Kunstjuwelen an sich gebracht, und nach dessen Tode wä-ren sie von Kaiser Ferdinand Hl. erstanden, und nach Prag gebracht worden, wo Sandrart nach denselbenstudirt, und Sadeler dann dieselben gestochen habe.

«) Dann 1532. wieder zu Bologna, und «536. zum drittenmale, zu Asti, bey seiner siegreichen Rückkehr ausAfrika.

»'>) Diese Bildnisse giengen größtentheils, ebenfalls bey einem Brande zu Grunde.

«!>») Ob die Schlacht bey Cador, von welcher der winklerische Katalog ein schlechtes Blatt kennt.

-f) Auch dieses herrliche Werk wurde in jenem Brande zerstört, und ist «ur in einem Blatte von Fontana^aufuns gekommen.

chb) Diese sünfe wären nach Fiorillo: Die Dornenkrönung aus St. Maria belle Grazie zu Mailand, dieEhebrecherin, von Verona; die Ehebrecherin von Modena; die Marter von St. Laurenz, aus der ehe-maligen Jesuiterkirche zu Venedig; der Glaube, aus dem Pallaste des Doge daselbst.

Gestochen ist dieses berühmte Bild, in ältern Tagen von M. Nota (in-Rücksicht auf die Figuren gut),späterhin von V. le Fevre in dem bekannten Werke: Opera sslectiors, quse litianun VeceUius et k> Oa-I-ari V. iiiven. etc. bei. Venet. 680. in 5 a. Tafel», und IN noch neuern Ta»en von I. B. Iakson schon,in gelblicht Camayeu; in einem geistreichen Blatte auch von Domenic Denon, und von andern Mittelmaß,',gen Stechern zum öfter».

«) Diese Verkündigung ist wohl diejenige, welche V. le Fevre für das'ln der vorhergehenden Anmerkung ge-nannte Werk gestochen hat.