2028 Vecellio.
Tochter , Torirelia, die mit einem Cornelius Gar-cinello verheirathet, und aber keine Künstlerin war.
Vecellio (Loren; Tizian de). Zeichner zuWien. S. oben Tftian.
* — — (Marc) Tizians nicht Enkel, son-dern Seitenverwandter, hauptsächlich aber dessenSchüler, und kehr von ihm geliebt; daher seinBeyname: di Tizians *). In einfacher Compv-sition und im Mechanismus der Kunst, war erein guter Nachahmer desselben; aber seine Figurenwußte er nicht wie dieser zu beleben, und für sieInteresse zu erwecken. Immerhin findet sich aller-ley Gutes (zumal Heiligenbilder) von ihm in denRathssalen zu Venedig **); dann Altarblätter,sowohl dort, als zu Trevigo, und im Friaul,besonders aber ein sehr großes und schönes in ei-ner Kirche zu Pieve di Cadore, welches in dreyAbtheilungen den Gekreuzigten in der Mitte, undzu beyden Seiten die Disputs der H. Catharinasowohl als ihren Martertod vorstellt.
— — (Pomponius), Tizians Sohn, über-lebte Vater und Bruder, war nicht Maler, undbesaß dafür die lose Kunst, das von demselbenererbte Vermögen zu verprassen.
— — (Thomas), ein späterer Agnate von
Tizian geb. zu Venedig um 1670. Von ihm stehtman in der Pfarrkirche zu Lotto eine Verkündi-gung , und ein Abendmal, das bey von Renal-dis gerühmt wird. Er st. 1620. oder (wir glau-ben richtiger) 162g. ru Venedig. Da-r^i Lei. tsrrr.111 . Nach Ticozzi S. 297. und ff. hin-
gegen Ware Toinmaso's einzig noch übriggeblie-benes Werk ein jetzt im Stadthause zu Cadoreaufgestelltes Bild in lebensgroßen Halbfiguren,dessen eigentlicher Gegenstand dorr nicht erwähnt,sondern nur die Hauptfigur des Heilandes daringerühmt wird, und das vielleicht mit dem vonRenaldis gepriesenen Abeudmal Eines und das-selbe ist.
* — — (Tizian). Dieses große Kunstlicht,geb. zu Pieve, dem Hauptorte der sieben Gemein-den von Cadore, auf den Gränzen von Friaul,erhielt, nach dem Willen seines Vaters (nichtKünstlers) eine gelehrte Erziehung, und nament-lich von dem berühmten I. B- Egnatius Unter-richt in der lateinischen und griechischen Sprache.Allein sehr bald offenbarte sich seine vorwaltendeAnlage für die Malerey *"*), so daß sein Vaterihn schon im zehnten Jahre nach Venedig in dieSchule der Gebrüder Geutiiis und Johann Bel-lini sandte. Von diesen erlernte er die Anfangs-
Vccellio.
gründe der Kunst, blieb aber nicht lange bey ihnen,sondern fing an, für sich allein verschiedene Al-tarblätter zu fertigen, worin er, nach der dama-ligen Weise, die Bildnisse lebender Personen an-zubringen wußte. Daß er großen Vortheil ausdem Studium der Werke von Giorgione gezogenhabe, ist wohl gewiß; aber vasari's Irrthumdaß er Barbarella's wirklicher Schüler war, hatschon Ridolsi gerüget. Des Uusrigen strebenderGeist hob' sich mit schnellem Uebcrgange vomNachahmer zum selbstständigen Meister; und alssolcher schuf er sich jenen Styl, welcher den Zweckder Malerey so gut als erschöpfte, wenn es näm-lich wahr ist, daß dieser in der wahren und wohl-gefälligen Darstellung aller sichtbaren Gegenständein Formen und Farben besteht. Eine der erstenArbeiten, die ihm ausgebreiteten Ruhm verschaff-te, waren einige Frescaarbeiten am Waarenlagerzu Venedig, wo Giorgione früher die Faradsgegen den Kanal gefertigt hatte ff). Die Mei-sten glaubten daher, die neue Seite sey ebenfallsdas Werk dieses letztem, der sich nun selbst über-troffen hätte. Ein solches Lob krankte Barbarellanicht wenig, da es eigentlich Tizian galt, undwurde ein Grund von jenes Abneigung gegendiesen, die sich nur mit des erstem (frühem) Todendigte. Noch früher indessen soll Tizian ein an-deres lobwürdiges Bild: Tobias mit dem EngelRaphaei gemalt haben, wie vasari, ausdes Künstlers eigenem Mund zu erzählen scheint.Jtzl begab sich derselbe nach Padua, und arbei-tete in Gemeinschaft mit Andern in der Kirchedes dasigen Schutzheiligen, was ihm einen immerentschiedenem Ruf erwarb. Nach seiner Rückkehrnach VenediA vollendete er viele Werke, die Gior-givne unausgeführt gelassen hakte; darunter be-sonders ein historisches Bild, das den Kaiser Frie-decich I. zu den Füßen Alexander 111 . darstellte.Kurz hernach ging Tizian nach Ferrara, wo erfür den Herzog Alfons I. Mannigfaltiges, beson-ders aber sehr schöne Bacchanalien malte; undum dieselbe Zeit jenes vortreffliche Bild: Christusdem der Zinsgrosche gezeigt wird, welches unterdem Namen der Moneta bekannt ist, und gegen-wärtig eine der Hauptzicrden der Dresdner-Galslerie ausmacht Während seines Aufent-
halts zu Ferrara stiftete der Unsrige eine genaueFreundschaft mit Ariosto, den er mehrmals abbil-dete *), wogegen der Dichter den Künstler in sei-nen Versen verherrlichte. Für den Marchese vonMantua malte er die Bildnisse der eilf erstenKaiser **), welche aber in i6Zc>. bey der Plün-derung von Mantua zu Grund giengen ***);
-i) Daß er Tizian nach Deutschland begleitet habe, ist ein Irrthum. Als dieser das letztem«! dahin ging,war Marc nicht über — 5. I. alt. Er st. nämlich 1611. «u. 66 .
-"-) Köchin Ili. 10. II. nennt in der Sala Vecchia de' Pregadi: Die Wahl eines Patriarchen, und einen Pla-fond. der die Münze vorstellt, und heißt letztere kurz „ziemlich — schlecht.".
Wohl aus Bedeutender!«, als was d'Argensville l. -02. bemerkt: Daß der Knabe, als er kaum —lesenkonnte, mit Kräutersast eine Madonna auf die Mauer malte. Wie diese Lappalien alle zusammenhängen,ist uns unverständlich.
-f) Einen Gegenstand aus der Geschichte der Judith.
-ich) Jetzt in der Dresdner-Galerie.
j-sf) Kopien dieses berühmten Bildes finden sich in Italien mehrere; in St. Severino zu Rimini eine, welcheman gewöhnlich für eine Wiederholung des Meisters selber hält, und dann die vvrtrefliche des FlamluioTorre, eben auch in der Dresdner-Galerie.
*) Ein solches kehr schönes Bildniß befand sich zu Ridolsi's Zeiten zu Venedig im Befibe des Malers N.-Renieri. Gestochen hat eines derselben N. Persim'us.
-NN) Den zwölften (Domitian) that tampo hinzu.
«--'N) Andere sagen bey den innerlichen Unruhen in England 1648. Köpften davon giebt es viele; einen berOri-ginalköpfe will indessen Scaramuccia noch 1674. gesehen haben. S. dessen ssiuerrs äs' penelü Itniirinix. I IY. Alle zwölfe hat E. Sadeler meisterhaft gestochen, und die zwölf Kaiserinnen hinzugefügt. Füßlt III.6Z bemerkt: Dieje Kopfe seyen meistens mit Zurathziehung der zu Tizian'« Zeiten bekannten Antikenbüsten,folglich znm Theil kennbar vorgestellt, und geistreich charakterisier. Carl I. zalte für jeden dieser Köpfe100. Pf. Sterling, und ließ (wie es bey Frorillo V. Z29. heißt) den zwölften fehlenden Kopf (des Vitelliris)von Vandyck hinzusetzen, und den von Galba'durch Evendenfelben restauriren (für bevdcs wurden ihm 25.Pf. Sterl. bezahlt). Nach walpole's Angabe dann (S. 222.) wurden sie be» der Versteigerung der Kunst-verlaffcnfchaft des Englicben Monarchen, von dem damaligen Spanischen Gesandten für «einen König um1200. Pf. Sterk. gekauft, kamen aber höchst wahrscheinlich nicht nach Spanien. Nach Descamps II. -o-.