Verellio.
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Mühesame seiner Kunst nur besser zu verhehlengewußt hätte). (Eine Copie dieses Blattes vonH. Snyers haben wir schon oben bemerkt). EineMater Dolorosa, Halbfigur, von L. Vorstermann.Venus, und Adonis der auf die Jagd gehenwill, aus dem Königl. Cabinet zu Neapel, vonR. Strange; für elegante Zeichnung nicht so gut,als das oben angeführte Blatt nach dem Bildin Spanien, von Sanuto, aber für Ausdruck undbrillante Behandlung schöner. Bacchus, der aufseiner Rückkehr aus Indien die verlasseneAriadne auf Naxos findet, nach einem berühmtenGemälde, welches Tizian für den Herzog vonFerrara verfertigte, von dem mehr erwähnten A.Podesta flüchtig, aber malerisch gectzt. Dannvon Ebendemselben ein (von dem Spanischenverschiedenes?) Bacchanal, nach einem der für'sColorit berühmtesten Bilder von Tizian, das sich,einst wenigstens, in Venedig befand. »Im Vor-gründe" (heißt es bey Füßli III. 5 o.) „liegt einberauschtes nacktes Weib auf dem Rücken, intiefem Schlafe, an welcher Figur Tizians Kunstin täuschender Wahrheit erschöpft seyn soll."(Vergl. oben Mengs Beschreibung des Spani-schen Bildes und dort eben auch eines Weibesim Vorgrund; was uns beynahe vermuthen läßt,das Venezianische dürfte in spätern Tagen nachSpanien gewandert seyn). Ueberhaupt sollten wiraus einer Stelle bey vasari (L6. 6. 8Iena D. IX.x. 2h/ — 58 .) beynahe schließen, daß die beydenvon Mengs so hoch gepriesenen Werke einst,zwar nicht in Venedig, sondern zu Ferrara ge-standen, und für den dortigen Herzog Alphynsgemalt worden seyen. Venus mit Cupido, dersich die Augen von ihr verbinden läßt; ein ande-rer Amor stützt sich auf die Schultern der Göttin.Vor ihr stehen Apoll und Diana (das Urbild ausder Galerie Farnese zu Rom) ,von R. Strange.Die Wirkung des Helldunkels (sagt Füßli III.62.) sey von ihm durch die zu sehr gesuchte Zier-lichkeit des Stiches ganz verfehlt. Von Eben-demselben eine Danae und Jupiter im Goldregen,aus der Galerie zu Neapel. Auch in diesem Bildentfernt sich Amor, der den Goldregen mit Er-staunen (wir hoffen mit Unwillen) erblickt.
Bartsch (XII.) in seiner dortigen Litteratur vonalten Blättern in Helldunkel, führt, neben denvon uns schon oben erwähnten nach Tizian, auchnoch folgende (doch als zweifelhaft) nach seinerZeichnung gefertigt, an: Eine Najade, mit aller-ley Thieren umgeben, ein Clairobscur mit dreyStöcken; den Stier mit dem kleinen Hirtenkna-ben, wie Einige glauben von Boldrini; Aretin,als Pilgrim, der am Meerufer sitzt, und seinGedicht: Sirene singt, deren Gestirn ihm amHimmel erscheint, von einem Ungenannten, undwovon Einige die Zeichnung Parmesan, Anderehingegen dem Unsrigen zuschreiben (Einige Ab-drücke sind mit drey Sonnetten begleitet). End-lich den jungen Bauer zu Pferde, der einen Han-sen am Stock trägt, wieder, wie Einige glauben,von Boldrini (- 566 ). Alle drey letztgenannte Blat-ter sind in Helldunkel bloß mit zwey Stöcken ge-schnitten.
Zu dem Beßten in unsern ganz neuen Tagennach Tizian gehört an die Spitze: Eine Madonnamit dem Kinde, ohne Zweifel aus der Großher-zogl. Sammlung zu Florenz, von N. Morghen,welche ja an Kunst, und, man möchte sagen, selbstan Titanischer Farbe, nicht ihres Gleichen hat.aber freylich auch, diesseits der Berge 100 Frank,kostet. Dann eine der beyden sogenannten Liesbesgörtinnen in der Tribune zu Florenz, der einAmorin hinter ihr etwas zuzulispeln scheint, vonMassard in dem Prachtwerke, der 'Dadlsaux ets.6s la tlriilsris 6s Härenes Ickvr. III., und IMDIV. Heft eben dieses Werkes das: Geber demKaiser, was des Kaisers ist. Ferner: Im I^V.Hefte des Museum Napoleon: Das berühmte
(jetzt wieder nach Venedig zurückgekehrte) Bildvon St. Peter dem Märtyrer, nach einer Zeich-nung von Bouillon, von L. Laurent so gut gelie-fert, daß solches von dem jungen Künstler dieschönsten Hoffnungen erweckte; und für's HeftI^XXVI. eine (wahrscheinlich die nun ebenfallsan St. Maria belle Grazie zu Mailand wieder-gegebene) Dornenkrönung nach G'anni's Zeich-nung von Ribanlt gestochen; so daß denn" dochder schöne Französische Grabstichel die Schattenso vieler großen Kunstlichter, und die ursprüngli-chen Besitzer ihrer vorzüglichsten Werke, mit dereinsweiligen Beraubung derselben wieder aussöh-nen darf. Noch sehe män, im Kleinen, in deLignp's Histoire 6s )s8us Lkrigt. (Ickvr. Vlll.),die Jünger von Emaus, und (lckvr. XIII.) dieGrablegung, letztere von Faulconnier; und eben-falls in ganz neuern Tagen: Die Bildnisse der12 Kaiser (wahrscheinlich die einst in Mantna ge-standenen, und, was sich nicht mehr davon vor-findet — aus Anderm ergänzt) von L- I. Cathe-li'n (Preis 6 Frank.)
Wir schließen diesen weitschichtigen Art. mitder Bemerkung, daß. seit der Redaktion desselbenin Mailand (8°. i8r/. 336 S. bey A. F. Stella)jene oben schon mehrmals angeführte Schritt:Vits 6ei pittorl ^ecr//r cki (Äcior-e, libri gustrro»
von St- Tl'cozzi verfaßt, erschienen sey, welchewir nur noch flüchtig für Text und Anmerkungenbenutzen konnten, die (zwar nach welscher Weise,etwas breit verfaßt) allerdings das Vollständigsteenthält, was bisher über den Unsrigen ist geschrie-ben worden, dabey aber, wie wir versichern dür-fen , unsere gegenwärtige Arbeit keineswegs über-flnßig macht.
Endlich dient noch zur Uebersicht unsrer, man-chem Leser — vielleicht nicht ohne Grund, beson-ders gegen den Schluß dieser.Arbeit verworrenscheinenden Redaktion aller obigen Notizzen vonTizian, folgende Sciographie derselben.
Biographie von Tizian, und Urtheileüber ihn, nach FiorilloUrtheile von Lanzi . . . .
Von Wareler.
- Tailasson . . . .
- Mengs . . . . .
- Füßli . . . . .
Was Deutschland von Tizian-besitzeWas Frankreich . . . .
Was Spanien . . . .
Was Richards»» noch von Tizian
in Italien sah .r Tochin dort sah
- Morgenstern zu FlorenzHandzeichnungen
Litteratur der bedeutendem Blätternach Tizian insofern sie nichtschon oben bey den Urbildernangegeben sind . . . .
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Nachlese.
Blätter von Füßli angeführt und be-urtheilt ..... 2062 — 53- - ^Bartsch - . . . 2o5Z
Neueste Blätter .... Lo 5 Z
* vecellio (Tizian) der jüngere, ein Sohndes oben angeführten Marcu«, welcher im Lex.unter dem Art. seines Vaters erscheint, Ti-zianello benams't, um ihn von Tizian zu unter-scheiden. Derselbe, geb. um i 5 ?o. zu Venedig,blühete zu Anfang des XVII. Jahrhunderts, alsdie venezianische Kunst sich schon zu verderbenbegann, wie aus demjenigen erhellet, was vonihm in der Patriarchalkirche, bey den Heroikenund anderswo zu Venedig noch befindlich ist;„größere, aber — minder grandiose Formen, alsbey seinen Vorgängern, ein freyer und voller Pi»-