2v6s Velüzquez.
Absicht, dem letztern eine bronzene Nitterstakuein den Garten von Vuon Rekiro zu errichten; daaber kein Künstler in Spanien war, der eine sogroße Arbeit hatte unternehmen können, so schriebder Minister an die Großherzogin nach Florenz,um den Pietro Tacca, einen Zögling des Gio-vanni da Bologna, der bereits die Statue Phi-lipps lll. in Casa de Campo verfertigt hatte,zu bewegen, die Statue z» gießen. Tacca warbereit, den Wunsch des Ministers zu erfüllen,hatte aber kein Bildniß des Königs, und wußtenicht, welche Stellung er ihm und dem Pferdegeben sollte. Aus dieser Verlegenheit zog ihnvelsiquez, der ihm nicht nur ein Bildniß desKönigs zu Pferde *) und den Kopf einzeln über-schickte, sondern auch von dem berühmtesten Spa-nischen Bildhauer, Juan Martine; Montannesden Kopf in Relief verfertigen ließ, um ihm dieArbeit zu erleichtern. Um eben diese Zeit maltevelazquez den Herzog von Modena, der sich imI. 1608. zu Madrid aufhielt und den Künstlermit einer kostbaren goldenen Halskette belohnte;den General der Armada, Don Adrian PnlidoParcja, und den Herzog von Olivares, Don Ga-spar de Guzman, zu Pferde. Dieser große Gön-ner des velstzquez verlor, wie bekannt, seineStelle als Premier-Minister im I. il, , 3 . die seinNeffe de Haro erhielt; allein diese Veränderungder Regierung hatte auf die Achtung und Liebedes Königs gegen unsern Künstler keinen Einfluß,der ihn von neuem im I. issjH. malen und auchin Jagdkleidern mit einer Flinte und Hundendarstellen mußte. Auf eine ähnliche Weise schil-derte er den Cardinal-Jnfanten Don Fernando;auch verfertigte er die Bildnisse der Donna Jsa-bella von Bourbon, auf einem weißen Pferde;des Don Baltasar Carlos, seines Freundes DonFrancisco de O.uevedo y Villegas, des CardinalsDorja (Borgia), Erzbischofs von Sevilla, undvieler andrer vornehmer Personen. Man hattebereits seit einiger Zeit den Plan zu einer Akade-mie der zeichnenden Künste in Madrid entworfen,als veläzquez von dem König den Auftrag er-hielt, nach Italien zu reisen, und daselbst alles,was zur Errichtung eines solchen Instituts noth-wendig ist, nach seinem Gutdünken aufzukaufen.Er verließ also Madrid zum zweytenmal im I.1648. gieng über Genua, Mailand, Padua, Ve-nedig nach Bologna, wo er zwey geschickte Arti-sten , den Michele Colonna und Agostino Mekellibewog, in die Dienste seines Monarchen zu treten.Von hier reiste er durch Modena, Parma, Flo-ren^, Rom nach Neapel, kehrte aber nach Romzurück, wo ihn Jnnozenz X. in einer glänzendenAudienz ehrenvoll aufnahm. Vielleicht hielt ersich auch in politischen Angelegenheiten dort auf**);denn die Häupter des Römischen Adels, die Car-vinäle Nepoten und die Darderini bewarben sichum seine Freundschaft, so wie die angesehenstenKünstler, Pietro da Eortona, Matteo Preti, Al-gardi und Bernini. Bey dieser Gelegenheit ver-fertigte er ein meisterhaftes Bildniß seiner Heilig-keit, das im Pallast Pamfili bewundert wird.Noch den Tag zuvor, ehe er an diese Arbeit ging,matte er, um sich in der Führung des Pinselszu üben, seinen Sclaven Juan de Parcja so vor-
V e l L z q u e z.
trefflich, daß man ihn für dies Bildniß unter dieMitglieder der Akademie Sän Luka aufnahm ***).s)re;iadc> (^roaciiu pictorien) erzählt, daß Veläz-que; wahrend seines Aufenthalts zu Rom den GuidoReni, Dominichino, Guercino, Andrea Sacchi,Poussin und andere berühmte Meister um Malereyenfür seinen Monarchen ersucht,'und eine großeSammlung von Statuen, Büsten und andernKostbarkeiten gekauft habe^). Allein er erhieltplötz-lich, wiewohl er kaum ein Jahr abwesend war,einen Brief von seinem Freund Don FernandoRuiz, schnell nach Spanien zurückzukehren, woer auch im I. i 65 i. ankam. Er fand, daß manhier den Plan, eine Akademie zu stiften, aufge-geben hatte, und die überschickten Kunstwerke zumSchmuck der königlichen Pallaste ayweiidete,wurde aber selbst mit Hochachtung aufgenommenund mit der Stelle eines Aposentador mayorbeehrt, die ihn jedoch nicht hinderte, seinen arti-stischen Beschäftigungen treu zu bleibe». DasHauptwerk, das er »ach seiner Rückkehr im I.i 65 d. malte, ist unter dem Namen der Familie,noch mehr aber durch den Ausspruch des LucaGiordano bekannt, der es die Theologie, oderdas Dogma der Malerey zu nennen pflegte. Umvon diesem Bilde einen Begriff zu geben, wollenwir die Beschreibung des preziado mittheilen:»Die Hauptfigur ist die Jnfantin von Spanien,Donna Margharita Maria von Oesterreich, diein der Folge Kaiserin wurde. Sie wird von vie-len Hofdamen und Mädchen und von einem Zwergeund einer Zwergin bedient, die damals am Hofelebten. Im Hintergründe erblickt man eine offeneThür, durch welche ein Sonnenstrahl fallt, undeine Wache. Ganz im Vordergründe hak sichveläzquez, mit dem Kreuz des H. Jacob,das ihm der König nach vollendeter Arbeitbeit schenkte, dargestellt Er scheint an einemStaffeleygemälde zu arbeiten; da man aber das-selbe von hinten sieht, und nicht weiß, wen esvorstellen soll, so hat er an der Wand gegenübereinen Spiegel angebracht, der die Bildnisse desKönigs und der Königin, womit er sich beschäf-tigt, reflekkirt. Das Ganze ist mit unvergleichli-cher Kühnheit behandelt, und so wahr und täu-schend, daß man sich beym Anblick dieses Bildesin ein Zimmer zwischen lebende Personen versetztglaubtss-si"). Man erzählt, daßider Köuig, als erdies Bild gesehen, gesagt habe, daß noch etwasfehle und eigenhändig auf die Brust des veläz-que; den Orden von Santiago gemalt habe.So viel ist gewiß, daß ihn der König noch imI. i 658 in den Ritterstand erhob. In demselbenJahr; erhielt er die Aufsicht über die Arbeiten desMichele Colonua, Agostino Metelli und andererKünstler; in dem folgenden Jahre verfertigte erdie Bildnisse des Prinzen von Asturien, Don Fe-lipe, und der Jnfantin Donna Margarita, diean den kaiserlichen Hof geschickt wurden. Erstarb, nachdem er dem Hofe auf mancherley Artehrenvoll gedient hatte, im I. 1660. Von denMalereyen des veläzquez, die in öffentlichenGebäuden bewundert werden, nennen wir folgende:Die schon erwähnten Gebrüder Josephs, dasBildniß Philipps IV. und noch ein Bild des Kö-nigs und der Königin, im königlichen Kloster
- 2 ) Dies Gemälda ist gegenwärtig in der Galerie Pl'tti zu Florenz.
«:-) Dies versichert öope de Vega, der erzählt, daß veläzquez, ini 2 - -648. als Gesandter an JnnozenzX. geschickt worden. Nach dem preziads war er ausservrdentlicher Minister am Römischen Hofe. BeymDermudez aber wird dieser Stelle nicht gedacht-
!-s-:r) Gettt setzt seine Aufnahme ins I. 1610. Das Bild des Parcja kam in die Sammlung des CardinalsTrajano de Acguaviva. S> lauere kwooricbe. "r. IV. p. Z2I.
f) Neben Anderm das Museum Odescalchr, welches aus dem Cabiuet der Königin Christin« entstanden war.Dies waren die ersten Statuen von Bedeutung, welche nach Spanien kamen, und zu St. Mesons aufbe-halten wurden, i. 251—52.
"kf) S. die angeführte Stelle des preziads, --<n. i>. Uebrigens trifft diese Beschreibung nicht mit der beymDerniudez überein. Wie er glaubt, so beschäftigt sich vel-lzquez mit dem Bilde des Infamen; auchsoll der Spiegel ein Bildniß des Königes seyn, womit das Ammer verziert war.