Beide,
* velde (Adrian van de), geb. i6Zg. Des-camps III. 76. zahlt die vorzüglichsten Bilderher, die sich zu seiner Zeit (1760.) in Französi-schen und Niederländischen Privatsammlungen vondiesem großen Künstler befanden, die wir hierwegen des stets veränderlichen Besitzstandes sol-cher Kunstschatze nicht nacherzählen wollen. EinHanptbild von ihm, Jakob, der den Laban ver-läßt, mit über hundert Thieren staffirt, besaß da-mals H. Leender von Neuville zu Amsterdam.In deutschen Galerien finden'sich: In der KK.zu O)-en zwey kleine Landschaften; in derjenigenzu München viere, darunter eine 3 ^ hohe, 4^8"/breite; in der zu Schleishelin vollends fünfe,alle klein; zu Dresden dreye, darunter eineHirscbjagd, von 3 ^ 11" Höhe, und 5 ^ 2" Breite;im Söder ebenfalls eine Hirschjagd von Ruys-dael (eines seiner vortrefflichsten Bilder), eineandere solche, und noch sonst eine Landschaft vonA?)'nanrs, und endlich eine solche vonMouche-ron, alle viere mit Figuren von dem Unsrigenstaffirt. Wahrscheinlich gehören endlich auch zweyLandschaften mit Vieh, von Porter und einemvan de veide ohne Namen, in der Galerie zupoinmersfelden, dem Unsrigen zu; und vollendsfünfe nennt (180g.) der Catalog des Cabinetsvon H. Hofs und Landgerichts-Advokaten Schmidtzu Rre!: Herr, der durch einen Wald auf dieJagd reitet (Kapitalbild genannt); dann eine be-wölkte Landschaft mir schönem Vieh; eine stürmi-sche See mit Schiffen, mit der Bemerkung: »Einfleißiges und meisterhaftes Seestück von diesemMeister ist gewiß feiten." Ferner: Warme, Holz-reiche Landschaft mit Vieh im Schatten, »schönund gefällig''; endlich »eine sehr schöne" Land-und Wassergegend mit einer Fähre, Figuern undVieh. Nach Descamps 1 . c. besaß auch Düs-seldorf einst zweye, darunter ein besonders an-mnthiges und köstliches mit weidenden Hirten undHirtinnen. Das Französische Museum dann,wahrscheinlich zum Theil durch Eroberung, vierkleine, aber nach Lands«, der davon (ks^s. erl'sbl. äs §enre I. ?I. 2 st 48. II. kl. 4 st 19.)die Beschreibung und kleine Nachbildungen giebt,ganz vorzüglich, zumal zweye, mit: kluZe äs8oksvslinZen (von altem Besitze) und: K.MU8S-MSN8 ä'k^ver (Schlittschuhlauf) sich ausnehmensollen *). Gestochen nach dem Unsrigen haben:G. Akersloot, I. Aliamet, I. P. le Bas, P.C. Canot, P. Chenu, E. de Ghent, Hulk, A.van der Laan, Lorieux, L. Major, Malböte, Nee,Pelletier, C. Ploos, O. C- Sahler, Varin, Weis-brod uud A. Zingg. Als schön nennt der Cata-log von Brandes: I.S8 Krnu8Slnen8 äs küiver(wohl das obengenannte) von Aliamet; lekointäu zour und 1 a 0bu88e ro^sls von Malbestegeetzt, und von le Bas vollendet; Promenadeäu keines ä'Orsnes a 8cksvelin§en von deEhendt. Zwey Blatter, (wahrscheinlich nach denschon genannten Bildern), mit: klage äs 8cbe-vslin^usn (is st 2äs Vue) rubrizirt, haben inunsern neuern Tagen, beyde nach Swebacs Zeich-nung, das eine Lorieux schön, das zweyte Hulk,und ein drittes: Is 8 o 1 ei 1 Isvsnt, Varin, nachCotteau's Zeichnung, für das XIX» XXXII. n.I»XXII. Heft des Musee Napoleon geliefert; auch
Velde. 2065
eine Landschaft mit Gebäuden, ebenfalls aus ge-dachtem Musee für das XVIII. oder XIX. Heftdes Oours In8torchns st slsmentairs hatDesautx geetzt und Niquet vollendet. Ob vielleichteines derselben Wilhelm dem jünger« zugehö-ren mag, ist uns unbekannt. Das dritte ist ausdrücklich mit Adrian signirt. Wir fügen nochhinzu: In Nvl88on und la Eswps^ns, beydeaus dem Kabinet Brühl, von Chenu; Vieh beyeinem Teiche, von Ploos in Zeichnungs-Manier,und endlich: le ka^8!>n gui 86 ekiau88e (Opu.3msllei) von O. C. Sahler; verschiedenes vonEnglischen Stechern oder Schabern cwahrfchein-lich Schönes, uns aber von eigener Ansicht Un-bekanntes) hier nicht zu erwähnen. Daß dannder Unsrige selbst geetzt habe, ist bekannt. Diebeßte Litteratur seiner Blätter giebt, wie im-mer, Adam Bartsch (keintrs Lrsveur I. 21»bis 28.), der überhaupt dem vorzüglichen Geniedieses Künstlers volle Gerechtigkeit wiedcrfahrenläßt. Ihm sind 21. solcher Blätter bekannt Anderewollen von 22. wissen), undzwaralle bloß von vierJahren seines allzukurzen Lebens datirt, und indrey verschiedenen Manieren gefertigt. Darunterfünfe von i 655 . von dem damals vierzehnjährigenAdrian: Der Hirt und die Hirtin mit ihrerHeerde; das Fleckenthor, eine Jagerhalte; derBauer und die Bäurin, und der Bauer zu Pferde(das seltenste von Allen Diese sind mit fei-ner, etwas magerer Nadel geetzt, und verrathennoch in dem vernächläßigten Blätterwerke dürfti-gen Geschmack. Dieselben sind von ungleichemMaaße (ein Paar, die größten des ganzen Werkes,das erste bis auf 9" 11"' br. und 7" 3 ^" hoch)und fast alle mit dem ausgeschriebenen Namenbezeichnet. Nur wenige Jahre später '(1657. und5 g.) gab er eine Folge von zehn andern , die vonseinen schnellen Fortschritten zeugen: Man kannsich keine korrektere Zeichnung, keine größere Wahr-heit in den Stellungen und Charakteren der Thiere,keine genauere Sorgfalt bis ins kleinste Detaildenken. Es siud: Der Rinderhirt und der Stier,die liegende Kuh, die drey Stiere, die dreyKühe, der Ochs im Wasser, das Pferd, dasKalb, die Hunde und die Ziegen. Alle sind 4"11'" br. undg" hoch, und theils mit dem ganzenNamen, theils bloß mit K. V. V. bezeichnet.Endlich finden sich alle obenerwähnten Vorzügenoch in höherm Grade in sechsen, von ungleichemMaaße, die das Datum von 1(170. (zwey Jahrsvor seinem Tode) tragen; es sind: Die Kuh mitzwey Schaafen an einem Baum, und der wei-dende Ochs Mit den drey Schaafen (zwey vor-zügliche Blätter) und (noch schöner die zweyKühe am Fuß eines Baums, nebst dem Lamm;dann die zwey Schaafe und die Ziege (letzteres vonäußerster Seltenheit). Dieselben gehen, wo man sieje noch findet, gewöhnlich als Folge mit einander.Oonk. Winkler, der aber nur 12. und Basan(Lä.ssc.) welcher 19. aber nur ungenau kennt, dem dannauch Malps folgt. Fünf Handzeichnungen -vonihm besaß noch 1810. das Cabinet f>aignon-Di-jonvol zu Paris, darunter zwey seyr schöne; dieEine ausgetuschte Federzeichnung: Reuter undeine Dame, die sich zur Jagd rüsten; die andere:Studium zu einer Kuh, auf die sich ein junger
") Eine Landschaft mit Figuren und Thieren von ihm, welche freylich auch Descamps I. <-. als capital be-zeichnet, ward seiner Zeit aus des Gagny Kabinet um 14,930. Livr. verkauft; eine andere (ob aber vonAdrian oder einem andern der van de Velde, ist uns unbekannt) noch -303. auf der Auction des Nach-lasses des H. van der pot r» Amsterdam für 30°°- st. mit der Bemerkung, daß man dem Eigenthümereiufl — 24,0a-,. fl. für dies Bild geboten habe; und eine zweyte, auf eben dieser Versteigerung, vonJoh. Hackert (nickt Hachert, wie es irgendwo heißt), mit des Unsrigen Figuren staffirt, für 3--->5 fl.Auf einer andern Versteigerung eines Kabinets des Amsterdamer-Dilettanten van Helsleuter (,301. zuParis) wurden von einem der van der Velde eine Abreise nach der Flugjagd für 6900 Fr. eine Land-schaft mit fünf Kühen für 7320 und eine andere mit Vieh für 9901. Fr. losgeschlagen. ^
l. 79.
«»:-) Einer unserer deutschen Kunstfreunde (in einer geistreichen Charakteristik der Pferdemaler) zählt den Unf-rigen mit mehr andern Niederländern, allerdings unter die ersten, setzt ihn aber unter die Rubrick derje-nigen, wo es ungewiß sey, ob die Landschaft oder die Pferde (wir mochten lieber überhaupt sagen, dasVieh) Hauptsache oder Staffage sey.
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