?o66 Velde.
Bauer lehnt, diese mit breiten meisterhaften Stri-chen in schwarzer Kreide. Dann Ebendaselbst(e. s.) das Kabinet Sflvestre viere, darunter denEngel, welcher Hagar den Brunnen zeigt; eineHolländische Landschaft, und zwey Studien(sitzende Frau, und ein Kuhkopf). Soeben bemer-ken wir noch die bey Frauenholz um 1807. erschie-nene: Suite von sechs Studien von Schau-ten, Ziegen und Rindvieh in 7 hohen,und 9 ^"breiten Blattern, nach Originalzeichnu-gen geetzt von Adam Bartsch, wovon N. 3 . 4 -(ein im Grase liegendes Rind, und zwey Stierenmit zwey Schaafen gruppirt) nach dem Unsrigen(Pr. der ganzen Folge 6. fl.), die nicht vortreff-licher seyn könnten. Dann die, ungefähr um die-selbe Zeit zu Dresden bey Rittncr verlegten Zei-chenstudien in Lrayon-Manier, von Herzinger,wovon das zweyte Heft 6. Thierstücke nach Roosund nach dem Unsrigen enthielt, und i Th. 8 Gr.colorirt das Doppelte kostete.
* velde (Cornelius van de). Nach Walpole
wäre derselbe ein Bruder des unten folgendenWilhelms des altern gewesen, hätte Seestückemit der Feder gefertigt, und für Carl II. inEngland gearbeitet; da er sich indessen noch1710. in London befunden haben soll, so ist eswahrscheinlicher, daß er (wie schon das Lex. nachweyermann besagt) ein Sohn Wilhelms desjünger«, und derselbe gewesen sey, welcher unten,in dieser Cathegorie, ohne Taufnamen erscheint.Fiorillo V. ,
* — — (Esajas van de), Maler und Ku-pferetzer, geboren zu Leyden um 1697. und, als.Maler, Schüler von P. Deneyn daselbst. Einigehalten nun diesen für einen Bruder des unten fol-genden Wilhelm des altern. Sein Todesjahrist uns unbekannt. Von ihm gemalt kennt manauch ländliche Gegenden, mit Ruinen und Schä-fereyen geziert. Wohl von ihm sah' man einstin der Galerie Grleans zwey kleine Marinen aufKupfer mit 1622. dakirt, welche die berühmte in1571. gelieferte Seeschlacht bey Lepante vorstell-ten. — In Deutschland besitzen von ihm: DieKK. Galerie zn Wien das kleine Bild einer Feld-schlacht; diejenige zn München (ganz klein) ei-nen Eislauf; die zu Salzrhalum einst eine kleineLandschaft mit einem von Straßenräubern ange-fallenen Neisewagen, und einen Kavallerie-Schar-mützel. — Einige wenige von ihm selbst geetzte,und zum Theil mit seinem Namen bezeichnete Blät--ter, landschaftlichen Inhalts, werden von RostV. 357 — 58 . angeführt, und dort „mit vieler Ein-sicht und Festigkeit gefertigt", genannt. Ein Der-zeichniß meines sel. Vaters führt vollends 63 .Dlät. von ihm, und namentlich die vier Jahrs-zeiten (a. k. Tagszeiten) mit 1617. dakirt, undH. Hondius zugeeignet, an. Anderswo wird vonihm, mit gleicher Jahrszahl, eine große Ansichtvon Rom genannt. Unter den Peinkres Graveursvon Barrsch erscheint er nicht, was uns baldüber die Identität unsers Esajas, als Malers,mit dem Kupferetzer, welcher von Rost und vonmeinem sel. Vater aufgeführt wird, irre machenkönnte. Mittlerwelle nennt man doch Blättermit seinem ausgedrückten Namen, und andere(s. Malps) mit einem Monogramm bezeichnet,wo aber der Taufname eher ein k. als ein L.auszudrücken scheint. Noch vermuthen wir, daßein im Catalog von Kalzrhalum (Z. v. pererv. d. velde), angeführter Seesturm eher demUnsrigen als dem unten folgenden wirklich diesenletztem Namen tragenden Künstler zudienen dürfte.Das Kabinet des Herrn H. u. L. A. Schmidt zuLiel zeigte (1809.) von dem Unsrigen drey Bil-der: Kleine »niedliche" Landschaft mit Figuren undVieh (1625. ); ziemlich große Landschaft mit ei-nem Bauernkrieg über die Entführung eines Mäd-
Einer unserer Freunde sagt : Nach Jsaac-Jsarsen;
Velde.
chens, »sehr gut"; und einen »meisterhaften"Scharmützel. Vier Handzeichnungen von ihmbesaß (1810. noch) das Kabinet Paignon-Dijon-ual zu Paris, darunter eine Holländische Aus-stellung von Kostbarkeiten vor einer Kirche; danneinen Viehmarkt, eine Winter - und eine andereLandschaft mit einem Hühnerhof. Und eben soEbendaselbst, um gleiche Zeit, andre ähnliche dasKabinet Sj'lvestre. — Irgendwo wird das Ge-burtsjahr dieses Künstlers in i 58 o. zn Amsterdamund ftin Todesjahr in 1620. zu Leyden gesetzt.
* velde (Georg van de), der im Lex. alsStecher aufgeführt wird, scheint uns vollendsein apokryphisches Wesen zn seyn, da das dortangeführte Blatt nach G. Venins anderwerts mit6. (kors. 6tti//mttrre) äe Veläs ste/. rubrizirt ist.Indessen nennt auch ein Gantkatalog als voneinem solchen Georg gestochen: Jesus bey Marlhaund Maria; großes Brustbild der Königin Cb-ri,stina von Scbweden (sc. Holm,'«! X6.); Bitd-niß von Verdenk (tennnt un maokoire a ls maln)und des Cardinals Albert von Oestreich, ebennach O. van Been.
* — — (Jacob van de), ein einsichtsvollerKunstliebhaber des XVIII. Jahrhunderts in Hol-land. Von ihm kennt man eine in Bistermaniergeetzte sehr artige Landschaft nach van der Does,die einer ausgetuschten Federzeichnung gleicht,und, als nicht in den Handel gekommen, selten ist;und eine andere nach Berghem, letztere mit 1770.und mit dem Namen A. v. ck bezeichnet.
* — — (Johann van de), Maler, Kupfer-stecher, Kupferetzer, auch Schaber in Schwarz-kunst, geboren zu Leyden um 1598. (s. K. irrig1612.), des obigen Esajas jüngerer Bruder. Donihm, als Maler, besaß in Deutschland, unsersWissens, einzig die Galerie zu Salzrhaliim einekleine Landschaft, mit dem Engel, der den Tobiasaus dem Wasser zieht, siaffirt; dann (1794.) H.Kaufmann Fischer, der jüngere, zu Potsdam,ein anderes kleines landschaftliches Bild. »Der-selbe" (heißt es bey Rost V. 358 .) »hat sich vor-züglich durch seine schönen Stiche ausgezeichnet, indenen er bald die Nadel, bald den Grabstichel ge-brauchte, und die reizendsten Wirkungen des Helldun-kels hervorbrachte. Er arbeitete in zweyen gerade ent-gegengesetzten Manieren. Die eine war mit der Na-del, von einer freyen Behandlung und wenig ausge-führt, die andere mit dem Grabstichel, wobey er sichmanchmal der kalten Nadel bediente. Die erste Manierwar für die Landschaften, die andere für die fleißigenGegenstände. Seine Stiche sind von großer Nettig-keit und gleichen in der Wirkung denen des Gra-fen Goudt, indem er, wie dieser, natürliche undkünstliche Lichter anbrachte. Rost (I. c. 359—61.)führt von seinen an Mo reichenden Blättern überdie Hälfte an. Vörderst ein Dutzend Bildnissenach I. van Campen, F. Hals, P. Jsach, I.Saendram und P.Soutmann, sowohl wie mehrere,ohne andern Namen, als den seinigen. Zu die-sen letzter» gehört das sehr seltene, mit der kal-ten Nadel gestochene von Olivier Cromwel;unddas schöne und ebenfalls seltene, mit 1628. da-tirte des Malers I. Torrentius. Zu den erster«diejenigen des Typographen Laur. Coster nachvan Campen, des Archidiakon Zapfius von Har-lem, nach Hals (bey Winkler schön genannt);des Jsaak Pontanus osr. 69. nach Jsach *); desKupferstechers I. Matham, nach Soutmann.Das eines gewissen Verdonck soll, nach Brandes,selten seyn. Des Dr. I. Ovens ist in Schwarz-kunst geschabt. Von andern Gegenständen nenntRost vörderst verschiedene Folgen; z B- eine:kla^ssnts Ü,an<l 8 l.'k 3 ppen, 36 . Bl.; die zwölfMonathe; die vier Jahrszeiten (Marinen), unddie vier Elemente (letztere nach W. Buyrenwegh),jene und diese von schöner Wirkung; ferner vier
mit dem Hinzuthun: » Von diesem künftig."