Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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2071
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V e n e t u s.

gute Bilder; darunter ein St. Sebastian in na-türlicher Größe.

* venerus (Victor Camelius) s. Gambello.Die Schrift: Sammlung d. Medailleurs u«Münzmeifter u. s. f. nennt ihn „einen Vene-tianischen Künstler, und als einen von denjenigendie das Stempelschneiden und Prägen der Me-daillen wieder versucht, da man sxlche vorher nurgegossen". Hier wird seine Blüthezeit zwischeni 486 -i 5 oi. gesetzt. Seine Zeichen waren: Opus

LÄE/ro (Vensti); auch ^'cto»'§

(eneti) Oonk. Koehler XVIII. io3.3?5. XXII. 41 .

*VenevauIr s. Vennevault im Lex. undunten.

* Venezr'a (da), f. im Lex. und sogleich fol-gend die Art. veneziano.

* veneziano (Anton). Nach Baldi'nucei(freylich nach Anleitung ungenannter alter Schrif-ten) würde dieser Künstler den Namen venezianobloß deßwegen tragen, weil er sich lange zu Ve-nedig aufgehalten, und dort (was zuverläßig ist)Verschiedenes im Staatspattaste sowohl als fürPrivaten gearbeitet habe, dann aber durch Künst-lerneid wieder von da weggebissen worden. Daßer Angelo Gaddi's Schüler gewesen, bezweifeltLanzi (Lä. ter2. I. 4g.) nicht bloß darum, weiler mehrere Jahre vor diesem seinem vermeintenLehrer geboren ward, sondern weil seine Maniervon Gaddi's seiner namhaft verschieden war,wenn man anders dieselbe nach seinen allgemeingerühmten Bildern aus der Geschichte des H.Ranierus *) im Campo Sank» zu Pisa beurtheilensoll, welche eine Geschlankheit der Figuren, einenFleiß in der Ausarbeitung, und eine Originalitätin der Composikion verrathen, welche eben aufeine andere als Gaddi's Schule zu deuten schei-nen **). Beyläufig bemerkt ebenfalls Lanzi (l.c.):Das große Lob, welches vasari den gedachtenArbeiten des Unsrigen ertheilt (da er sie nämlichfür die beßten in jener berühmten Galerie deralten Kunst erklärt), beweise, daß der Vorwurfvon Abneigung gegen die Venezianische Schule,den man gewöhnlich dem erwähnten Kunstgeschicht-schreiber macht, unbegründet sey, da er unsern An-tonio neben anderm wegen seiner Kunst a buonFresco zu malen (d. h. seine Werke auf nassenKalk nicht bloß anzufangen, sondern auch zuvollenden) preist, so daß er dieselben, nachdemsie trocken geworden, nicht meh^mit Leimfarbezu überarbeiten brauchte, wie solches hingegenseine Toscanischen Mitarbeiter im Campo santogethan, deren Bilder sich deswegen auch nichtwie des Unsrigen seine erhalten hatten. In ei-nem derselben findet sich des Künstlers Bildniß,das man übrigens auch in Oel in der Galeriezu Florenz antrifft ***), und zwar in einer Ma-nier gemalt, die man bey einem so alten Meisternicht suchen sollte. Nach Baldimrcci hatte An-ton auch eine Weile in Siena gelebt, und daherden Beynamen Sienense erhalten, woran übri-gens Lanzi l. c. zweifeln will. Daß er sich inspätern Tagen auf die Medicin gelegt? erhelletaus einem Epitaph oder wenigstens Epigrammauf ihn, daß sich in der ersten Ausgabe von va-sari, und wieder in derjenigen von Siena (ll. 3 o.)findet, und also anhebt:

Annls gui kusrzm pictor ^'rwemA'lE, srtls.

Ue msäicse religuc» ternpors coepit amor.

Veneziano. 207 L

Don ihm heißt es im: Almanachs, llom 1811,(Kunstkal. s. 9. Nov.): „In jenen Gemälden,besonders in jenen 20. im Campo Santo zu Pisa,die zu den beßten dortigen gehören, trifft manviele Landschaften an, welche die ersten von Be-deutung sind, die man kennt." Alsdann werdendenn noch von ihm genannt: Eine Fa?ade amSaal del Consiglio zu Venedig, Arbeiten im Domezu Pisa, ein Altarblatt in der Certosa zu Florenz,und eine Lransfiguration. Auch der Italienerzu Paris, Vers. der: Lonsläerutions sur l'Ltaräs ?sinturs en Itslis stc. nvant llapbael be-saß von ihm drey Bilder auf einer (V 1" hohen2, 7,, br.) Tafel, welche Christi Eintritt zuJerusalem, das Abendmahl, und Christus amOelberge darstellten.

veneziano (Anton). Noch ein anderer spa-terer Künstler dieses Namens blühete um i 5 oc> >f>).Von ihm sah man in St. Francesco zu Ostmoein Bild im Style seines Zeitalters, das ur-sprünglich mit seinem Namen bezeichnet war,welcher späterhin ausgelöscht, und fälschlich mitP. Perugino vertauscht wurde, dem man da-durch eben keine große Ehre erwies. Uebrigensdenkt Lanzi (Lci. tei-2. I. ho.), jenes Bildnißeines Antonio veneziano in der Florentiner-Galerie dürste aus schon oben angezeigten Grün-den wohl eher diesem jünger» als dem obigen äl-tern Anton zugehören.

> *— — (Augustin) diMufi oder de Musisgenannt. Daß letzteres sein Familien-Namenwar, ersieht man, das de Musi aus dreyen,und das de Musis nur aus einem seiner Blätternach B. Bandinelli, die Sguelette oder der Kirch-hofgenannk. Man weiß sonst bloß, baß er aus deinVenetianischen Staate gebürtig war; der eigent-liche Ort seiner Geburt aber, ist so wie das Jahrderselben, unbekannt; doch dürste letzteres um1490. zu setzen seyn. Nach vasari befand er sich1H16. zu Florenz, wo er ein schlechtes Blatt nachA. del Sarto lieferte, der damit höchst unzufriedenwar; alsdann gieng er nach Rom, und arbeiteteunter der Leitung Marc Antons, dessen Manierer nachzuahmen suchte. Wie lang er sich dortaufgehalten, so wie den Ort und das Jahr seinesTodes, sind ebenfalls unbekannt; sein letztes zuRom gefertigtes Blatt ist mit i 536 . datirt. Seinefrühesten Arbeiten sind sehr dürftig gezeichnet,und mit einem zwar freyen, aber dabey magernGrabstichel gestochen, und glaubt man, er habesich dabey die Blätter von Jul. Campagnola zumMuster genommen. In der Folge vervollkomm-nete er sich in der Zeichnung, sein Grabstichelwurde fetter, und seine Schraffiruugen nähertensich denjenigen von Raimoudi. Einiges, das erin seiner beßten Zeit gefertigt, zeigt, daß er wirk-lich von dem Unterrichte seines Meisters großenNutzen gezogen, dessen Styl nachzuahmen verstand,und kurz wackrer Stecher ward. Dennoch haterMarcAntons Vollkommenheit nie erreicht, noch vielweniger denselben bisweilen übertreffen, wie <^ei-necke (vicrionn. I. 607.) seltsam genug behaup-tet. Fast alle seine Blätter hat dieser Künstlermit A. V. und bisweilen mit dem Datum bezeich-net, deren frühestes ihog. ist. Bey jenem Mo-nogramm bediente er sich bisweilen eines gothi-schen A. was Einige irrig verleitet hat, die aufletztgenannte Weise signieren für die Arbeit einesandern (deutschen) Künstlers zu halten. Lact-c/rkeintre Oraveur N. XIV- ?rs(. p. XI 1 -XVI-

-') Die Rückkehr dieses Heiligen, und einige Wunder desselben.

-!"!-) Einen Stich nach einem von diesen Bildern findet man in: Lrruris k-iltrice. l'Lb. XII.

M. A. Cvrsl hat es gestochen. Dasselbe steht an der Spitze des ersten Bandes der dortigen Maler-bildnisse.

I) Bey Lanzi (k- 1 . rorr. I. 50.) heißt es, durch Druckfehler rZoy. was hingegen im Register seines Werkesberichtigt erscheint.

Ickiiiiiiiiii