20^2 Veneziano.
Alles, was Andere über die Schicksale von Au-guftin geschrieben haben, dürfte entweder irrigoder doch unzuverläßig seyn. Irrig ist es z. B.wenn es bey Rost III. 99. heißt, er habe sich,bey Anlaß der Plünderung Roms (1827.) nachFlorenz begeben, und sich dort das obenerwähnteMißfallen A. del Sarto zugezogen. Unzuverläßig,wenn Strurh behauptet, er sey der Erfinder derManier gewesen, mit dem Grabstichel zu punkti-ren. Nichts sagend endlich, wenn wir wiederbey Rost I. c. lesen: »Augustin brauchte eben dasTäfelchen seines Lehrers zu seinem Zeichen, undsetzte sein V. hinein; daher (?) glaubt man,daß er entweder die Platten Marc Antons auf-gearbeitet, oder ihm dabey (bey seinen Arbeiten)geholfen habe. Die beßte Litteratur von den Blät-tern des Unsrigen findet sich allerdings, wo an-ders als bey Bartsch, durch den ganzen B. XIV.seines vortrefflichen Werks zerstreut, welches ein-zig' von Marc Anton und seinen beyden vorzüg-lichsten Schülern, nämlich eben unserm Augustin,und Marc von Ravenna, in systematischer Ord-nung handelt. Des de Musis Platten sind fol-gende:
I. Aus dem alten Testamente *).
1. Abrahams Opfer, nach Raphael **).
2. Jsaak segnet den Jakob. 1822. und sehr ver-bessert 1824. Nach Ebendemselben.
5 . Das Manna. Nach Ebendemselben ***).
II. Aus dem treuen Testamente ^).
4. Die Geburt i 83 i. nach Jul. Romans, ei-nes von A. schönsten Blättern und selten; imGeschmacke von Caraglio.
8. Der Kindermvrd, nach Rapbael, mit äus-serster Feinheit gestochen. Nach Rost selten.
6. Das Abendmahl, nach einem Unbekannten,schwerlich nach Raphael, wie Einige glauben;keines von A. beßten Arbeiten, aber selten.
7. Eben der Gegenstand 18-4. Copie nach A.Dürer.
8. Die Kreuztragung 1817. (a. b. 1819.) nachRaphael.
9. Abnahme vom Kreuz, nach Raphael und Copiederselben Darstellung v. M. Anton. Unsicher^).
10. Grablegung, wahrscheinlich nach F. Fran-cia u. Copie eines ähnlichen Blattes von M. Anton.
n. Die Marien, welche den Leichnam bewei-nen, nach Ebendemselben, schwache Copie nacheinem Blatte von M. Anton, in Angustins frü-herer Zeit.
12. Der Leichnam unter den Handen von dreyEngeln, i 5 i' 6 . Das schon mehrmals erwähnte Blattnach A> del Sarto.
1 3 . Christus im Grab, nach Raphael. Dann
i 4 - Die drey H. Frauen, welche das Grab be-suchen, nach M- Angelo. Beyde ungewiß, obvon M. Anton oder von dem Unsrigen -f-^).
Veneziano.
18. Ananias, vom Schlag getroffen, nach Ra-pbael ; ein Blatt, worinn der Unsrige M. Antonam Nächsten gekommen.
16. Elymas Blendung durch St. Paul, 1816.nach Ebendemselben.
III. Madonnen.
17. Madonna, durch einen Engel gekrönt, nachRaphael, selten.
18. Madonna, das Kind, St. Johann undzwey Engel, wie man glaubt, nach Franci'a.
19. Dasselbe Blatt, noch einmal, besser.
20. Madonna, von Christus gekrönt. Unsicher.
IV. Heilige.
21—24. Die vier Evangelisten, 1818. nach Iul.Romans.
28. St. Hieronymus, nach einem Unbekann-ten. Sicher, obwohl ohne Zeichen.
26. Ebenderselbe, mit dem kleinen Löwen, nachRaphael, Copie nach M. Anton.
27. St. Michael, nach Ebendems.
28. St. Paul, nach einem ungenannten (wahr-scheinlich Florentinischen) Meister. Unsicher.
29. St. Dominic und seine Ordensbrüder beyeinem Kreuze, ebenfalls nach einem Anonymus.Sicher, doch ohne Zeichen. Selten.
So. Ebendieselben, bey der H. Jungfrau; wie-der nach einem Ungenannten. Sicher, ohne Zei-chen und selten.
01. Der Apostel und der Franciskaner-Mönch1517.; jener, St. Paul, nach Raphael, in obi-gem N°. 16.
82. St. Margaretha, in des Künstlers ersterManier, mit ^u^ustino cii Musl bezeichnet.
33 . Die Cumaische Sibylle, 1816. nach Ra-phael.
V. weltliche Geschichte. ^
34. Tarpeja, mit den Schildern der Sabinerbedeckt, nach einem Ungenannten.
38 . Cleopatra 1818. nach B. Bandinelli.
36 . Ebendieselbe, wie man glaubt nach Ra-phael.
37. Jphigenia in Tauris, wie man glaubt nachB- BandinellZ^ Rost nennt es als eines derschönsten Blättek^von Augustin.
38 . Der Kaiser, der auf den Krieger stößt,wahrscheinlich nach Raphael, eines der Blätter,welches die Manier von M- Anton am Beßte»nachgeahmt.
59. Diogenes 1818., wahrscheinlich nach B.Bandinelli.
4 0. Camillus iZ 3 i., nach B. Bandinelli *).
4 1. Tarquin und Laucreria 1823. nach Raphael.Rost nennt es schön **).
42. Ebendieselbe, 1824.
») Unter dieser Rubrik nennt Heinecke n. 330- ein Blatt: Die Erschaffung der Thiere, welches, nach vasari,Augustin und Marc von Ravenna gemeinschaftlich nach Raphael gearbeitet haben.
-N-) Bey Heinecke >. c. 375. als nach Vasari, ebenfalls gemeinschaftlich mit Marc von Ravenna.
-N!!-») Noch nennt Heinecke H. 533- ebenfalls nach vasari: Die Königin aus Arabien bey Salomo, wiederals Augustins und Marcs de Ravenna gemeinschaftliche Arbeit nach Raphael.
ff) Hier eignet vasari (nach Heinecke i. c. 336.) vor- Allem aus eine Verkündigung wieder den vberwähntenBeyden nach Raphael zu.
-j"f) D. h. Ungewiß, ob von dem Unsrigen.
-j-j-f) Look. über Blätter von ähnlichem Inhalt Heinecke l. e. 400- und 401.
-K) Heinecke n. 476—77. nennt es unter den Blätter» nach Raphael.
Nach Heinecke ungemein selten.