Vereist.
ihin: In derjenigen zu Wien ein kleines Costurmestück von drey Bauern um einen Tisch, dereneiner die Zeitung liest, ein vierter am Kaminsteht, und ein fünfter mit der Wirthin scherzt;dann diejenige zu Salzrhalum einst, den Kopfeines bärtigen Alten. Ob zwey andere Bilder inder Galerie zu pommersfelden ihm oder demfolgenden Simon zugehören, ist uns unbekannt;doch denken wir, den Gegenständen nach, eherdem Unsrigen. Das eine ein Kniestück in lebens-großen Figuren, eine sitzende Dame in Atlas ge-kleidet, die einen Falken in der Hand tragt, inder Ferne ein Reitknecht der das Pferd hält; daszweyte, proportionirt in gleicher Größe: Cavalierder auf die Jagd geht, nebst seinem Knecht undPferd in der Ferne. Ouhlmann (Beschreib, derBerliner-Bildergalerie (S. 197. 218. 362.) sagtvon ihm: „percr, der um 1600. zu Antwerpengeboren wurde, war vermuthlich ein Schüler vonRembrandt; wenigstens sind seine Bildnisse ebenso kräftig und effektvoll behandelt. Seine klei-nen Staffeleygemalde dagegen, in denen er aller-hand Scenen aus dem gemeinen Leben darzustel-len pflegte, sind in seiner eigenen Manier, bey derer überall der Natur nachzustreben sucht, ausge-arbeitet. Ueberhaupt arbeitete er mit einem fettenPinsel und seine Farben sind dick aufgetragen.In dieser Galerie befindet sich von ihm (auf Lein-wand 1664. gemalt) ein Dorfbarbier, der in sei-ner Stube einem Bauer Fleisch aus einer Wundeschneidet. Dieses Stück zeichnet sich aus durchFarbenreichthum, große Harmonie, viele Naturund durch die leichte Hand des Malers. Danneine alte Frau auf Holz gemalt. Wenn er abernach diesem Schriftsteller um 1600. geboren ist,und wenn er dem Lex. zufolge schon i 65 g. alsAkademiedirektor erscheint, so kann er (und dannauch wohl Hermann) schwerlich ein Bruder des1664. erst gebornen Simons seyn. BartschersBeschreibung der Harfenwinkelschen SammlungS. öi. SZ. gedenkt zweyer seiner Gemälde aufHolz gefertigt. Beydes waren NiederländischeConversationen, correkt gezeichnet und fein aus-gearbeitet; das eine iH" hoch br., das an-dere 19" hoch, 23 "'br., letzteres mit 1666. ba-tikt. Auch der Landsbergische Gantkatalog ge-denkt seiner und citirt von ihm einen jungen Flam-länder, bey einem umgestürzten Fasse und einergroßen zinnernen Flasche vergnügt schmauchend; ne-ben ihm ein gelblicher Hund, wahr und mit ei-nem fetten Pinsel gemalt.
* vereist (Simon), wahrscheinlich von Ant-werpen gebürtig. Sein Meister ist unbekannt.Seine Blumenstöcke standen, zumal für ihr schönesHelldunkel, in England in großem Rufe. DerHerzog von Buckingham und der Prinz von Condswaren dort seine besondern Gönner. Sonst schlechtgenug behandelt, gelangen sie doch für Aehnlich-keit, und wurden ihm jedes mit i 5 c> Guineenbezahlt. Jetzt hielt er sich für mehr als Vandyckund Kneller, und diese Einbildung machte ihnnärrisch. In seiner Gattung war er allerdingseiner der ersten. Seine Blumen und Früchte ha-ben die größte Frische und Wahrheit. In Eng-land findet sich das Meiste von ihm. In Deutsch-land besitzt unsers Wissens von ihm einzig dieGalerie zu München ein Blumenstück, und die-jenige zu Schleisheim: Eine Taube, ein Feld-huhn und Finken, nebst Früchten auf einem mar-mornen Tische. Boerhave besaß einst sein Mei-sterstück. Man weißt nicht, wo es hingerathen ist.
IV. 69—70. Nach ihm gestochen nenntman: Von J.Becket das Bildniß GeorgVilliers, Her-zogen von Buckingham, (welches oben bald Her-mann, baldJ. vereist zugeeignet wird); von I.Fabcr eines Joh. Dean«; vonI. A. Riedel eines Ge-nerals in der Dresdner-Galerie; von Simon einesKaisers und drey Indianischer Könige; von G. Ver-tue endlich Jacob Gardiners und R. Taylor's.
Verese. 208Z
vereist (Wilhelm), ein Maler, der, wie esscheint, in der ersten Hälfte des XVIII. Jahr-hunderts in England arbeitete. Nach ihm (behaup-ten Einige) habe John Faber das Bildniß desKöniges von Uamokrow Tomo Chachimicos geschabt(welches oben dem Hermann vereist zugeschrie-ben wird), und I. I. Kleinschmidt zu Augsburgsolches nachgestochen.
— — (Madmois.), Simons Nichte, wieman glaubt, geboren zu Antwerpen 1680. Vonihrer vortrefflichen Erziehung und Ausbildungerzählt Descamps IV. 222—2-j. wahrhaft Le-senswerthes, und wie sie etwas plumpe deutscheAnbeter zu beschämen und zu bekehren wußte.Die Kunst gieng ihr über Alles. Geschichtlicheswußte sie mit eben so viel Verstand und Geist zucomponiren. Kenner versicherten, daß keine an-dere weibliche Künstlerin mit so viel Richtigkeitund Feinheit zu zeichnen, und ihren Figuren ei-nen so genauen Ausdruck zu geben gewußt, wiesi^. Auch ihre kleinern Bildnisse hatten gleichesVerdienst; das größte aber, ihr vortrefflicher Per-sonalcharakter, so daß die beßten Gesellschaftenzu Sonden ihren Umgang suchten. Dort soll sieauch gestorben seyn. Von ihr besitzt, unsers Wis-sens, in Deutschland einzig die Galerie zu Dres,den zwey Brustbilder: Das eine eines Gehar-nischten, das andere eines Mannes in glattemHaare mit einer Spitzen-Halskrause.
* — — s. auch verholst im Lex. und baldunten.
verelstad ( ). Nach einem uns sonst
ganz unbekannten Künstler dieses Namens hat G.White das Bildniß des berühmten Prinzen Lud-wigs von Baden, wahrscheinlich in Schwarzkunstgeschabt.
* verendael (Niclaus). Blumen, Mig-nons Bilder, und sein eignes Talent waren seineeinzigen Gesellschafter; dafür aber sollte Weyer-mayn ihn weder dumm noch sonderbar gescholtenhaben. So oft er eine Blume gemalt deckte ersie mit Papier. So traf ihn eines Tags die Prin-zessin von Simmern, wie er ihr eines seiner Bil-der Blume nach Blume aufdeckte. ÜVateier sagtsehr artig: Man kannte, man suchte seine Werke;aber man kannte den Künstler nicht. Wohl istes ein Versehen, wenn es irgendwo heißt, daß esdieser verandael sey, der auch todtes Geflügelgemalt. Descamps III. 400. nennt einige Nie-derländische und Französische Dilettanten, beywelchen sich (1704.) noch Arbeiten von ihm inseiner bekannten Gattung befanden. In Deutsch-land besitzen von seinen Bildern: Die GalerieLichrenstein zu Wien etwas im Catalog dersel-ben Ungenanntes; diejenigen zu München undGchleisheim Blumensiücke; Dresden zwey Blu-mengeschirr, das eine zugleich mit Geflügel und(seltsame Zusammenstellung!) einer Küche, woFleisch zubereitet wird, die Figuren (mit T- be-zeichnet) in Teniers Geschmacke; pommersfel-den vier Frucht - und Blumenstücke. In dortigemCatalog wird die Geburt dieses Künstlers zu Ant-werpen in 1660. gesetzt, mit dem Hinzuthun, baßer dort bis an seinen Tod geblieben sey.
verendrenr( ). Man will, daß dießder erfundene Name eines französischen Kupfer-stechers sey, der nach C. Poelemburg die sich ba-dende Flammänderin, und nach Grenze (in ge-tuschter Manier) die alte Gouvernante in Kupfergebracht habe.
* verese. Schon das Lex. bemerkt, daß dieItaliener diesen Namen dem Baumeister Johan-nes Fredemann oder vries gegeben. Nachihm kennt man s. v. verese Architekturen vonH. Cock gestochen.