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oder Verwüstung ebenfalls zu Grund giengen.Doch hat die Kirche St. Gorick daselbst von ihmnoch eine Geburt und einen nackten Christ, mitder Hand auf der Brust, beyde von großer Schön-heit. N ch zu van Landers Feiten sah manzu Middelburg bey der Wittwe Cappoen, desKünstlers Tochter, sein Bildniß so vorgestellt, wieer von Soldaten bewacht wird, mittlerweile erdas belagerte Tunis zeichnet; dann noch ein zwey-tes und dasjenige einer zweyten Gattin von ihm,beyde in türkischer Kleidung. Sein Sohn, eingeschickter Goldschmid, der zu Prag in KaiserlichenDiensten wohnte, besaß von ihm das Bild einerAuferstehung, welches einst auf seinem Grabmahlzu Brüssel stand, dort entwandt, dann aber vondem Sohn wieder aufgefunden wurde. Auch nenntDescamps von ihm ein Seefestin, worinn sichgut gezeichnete nackte Figuren befanden. Er warein vertrauter Freund des geschickten JohannSchooreel. Von Carl V. wird erzählt, daß ersich oft den Spaß machte, dem Künstler auf seinenlangen Bart zu treten, der wohl, von dieser ihm —erwiesenen Ehre her, sich den Zunamen Bardeckung«erwarb. Oescsmps l. c. Fiorillo I V. 67. 8. V.Majo. Sein Bildniß soll L. Admiral für die neueAuflage von van Mander, und ein anonymerNürnberger Ebendasselbe schlecht in Octavform ge-stochen haben.
* vermiglio ( Joseph). Nach Lanzi (Lst.ler-r). V. 377. lebte derselbe noch 167b. Arbeitenvon ihm finden sich: In Piemont zu Navarra undAlessandria; dann zu Mantua und Mailand. Dortim Büchersaal della Passione wohl sein Hauptbild,ein weitschichtigesWerk, das zumal auch durch schöneArchitektur-Verzierung an keinen Geringern, alsan Caliari erinnert: Daniel in der Löwengrube.Der Künstler hat den Augenblick gewählt, wo derKönig von seinem Dalcon, und unten das Volk,den von den Löwen unverletzten Propheten, undseine Ankläger in dem Augenblick, wo sie von derHöhe heruntergestürzt werden, erblickt. Dannaber findet sich in demselben Bilde noch jener an-dere Prophet (Habakuk) dargestellt, wie ihn derEngel bey den Haaren in die Luft entrückt. Daß,bey aller sonst guten Zusammensetzung des Gan-zen, dieß Zusammenstellen zwey «»gleichzeitiger Er-eignisse höchst unschicklich sey, versteht sich vonselbst. Dieß ausgenommen, gehört es zu denschönsten Gemälden, die Mailand seit Gaudenzioauszuweisen hat; correkt, von zierlichen Formen,dem überlegtesten Ausdrucke, hell, warm undmannigfaltig colorirt. Aus den Köpfen zu urthei-len, sollte man denken, daß er besonders die Car-racci studiert, und Guido nicht weniger gekannt,dann abxr in Absicht auf die Färbung bey einemFlammänder in die Schule gegangen sey. ZuMailand heißt es, er habe den Daniel Crespi un-terrichtet, was aber schwer zu glauben ist, daLetztrer schon in i 63 v. verstorben war. Noch findetsich von dem Unsrigen im Refektorium der Olive-taner zu Alessandria die Samaritancrin, mit schö-ner Landschaft und trefflicher Perspektive von Sa-maria in der Ferne, dieß mit Anfangs bemerkterJahrszahl (167b.) bezeichnet, und wahrscheinlicheine seiner letzten Arbeiten. „Ich halte ihn",schließt dann Lanzi, „für den beßten Oelmaler,den der alte Staat von Piemont auszuweisen hat,und überhaupt für einen der beßten italienischenKünstler seiner Zeit." Warum er am Hofe zu Turinnicht sein Glück gemacht, und solches zu Mantuahabe suchen müßen, blieb uns bisher noch imDunkeln.
^ vermoelen (I. T.), ist allerdings dervan der Moelen des Lex. ohne Taufnamen. Vonihm besitzt in Deutschland, unsers Wissens, dieeinzige Gallerie zu Schleisheim einen todtenRaubvogel, mit andern Vögeln, die auf der Erderegen (2' 2" 8"^ hoch, 5 ^ br.).
Verna nsal.
^Vermont (Hyacinth Collin de). Nach Ei-nigen geb. zu Versailles (169s. oder g 3 .) Seinzum Wettstreit der Akademiker 1727. geliefertesBild war der schon im Lex. erwähnte liebeskrankeAntiochus. In den Salons 1727- und folg. sahman von ihm einen ganzen Cyclus von 87 Bildern,welche die Geschichte des Cyrus darstellten, und1747. zwey andere, deren eines Cleopatra zu denFüßen des August, das andere eine Allegorie:August, mit symbolischen Figuren der Künstezum Gegenstand hatte, und allgemeinen Beyfallerhielten. Ueberhaupt fand man in seinen Werkenviele Grazie, Eleganz, und eine gewiß damalssonstselteneKeuschheit und Nüchternheit. Der Aka-demie nahm er sich mit Wärme an, und leitetebesonders die Aufmerksamkeit der Zöglinge auf dasStudium des Nackten, welches er sehr gut darzustel-len wußte. Seine Darstellung Christi im Tempelrühmt Bardon ihres edel» und gefälligen Charack-ters wegen. Fiorillo IH. 358 . Gaul de St.Germatn, S. 269 setzt ihn übrigens, wohl nichtohne Grund, unter diejenigen Künstler, welche aufihr Zeitalter keinen besondern Einfluß gehabt.Vier Handzeichnungen von ihm: Das Manna inder Wüste, Christus unter den Lehrern, und einPaar akademische Figuren, besaß (1810. noch)das Kabinet Palgrrori-Dljonval zu Paris. Denöleäecin Lristrate, äsconvrant l'smour «lnkrinse Antiocbus, und, als Gegenstück: Olau-cia8 Roi ä'HI^rie prens 1e zeune k^rrbus 8ous8» yroiwction hat beyde I. C. le Vasseur schöngestochen; dann Louife Renou: Alexander, der denanklagenden Brief seinem Arzte Hephaestjon zeigt,und Gaillard die Wachsamkeit Alexanders. Erselbst soll akademische Figuren gcetzt haben. Dannnennt Heinecke (wahrscheinlich ebenfalls von demUnsrigen): Stanislaus I. in ganzer Statur, eineArt Carrikatur in rother Zeichuungsmanier, mitOo//»r t'sc. böancsi 4". signiert.
vernai ( ), ein Französischer oder Nie-
derländischer Künstler neuester Zeit. Von ihm sah'man auf dem Pariser-Salon i8iö. Maria Stuart,die ihr Todesurtheil anhört (kleine Figuren, inHolländischem Geschmack ausgepinselt); ein Bild,das damahls, nebst andern ähnlichen, die allge-meine (begründete) Rüge des Unschicklichen er-fuhr, so große Gegenstände ins Kleine zu schildern»
* vernansal (Guido Ludwig). SechsHandzeichnungen von ihm, theils religiösen, theilsmythologischen Inhalts, besaß(rgio noch) dasKabinet Paignon-Dijonval zu Paris; einigeandere, um dieselbe Zeit, Ebendaselbst, das Ka-binet Gilveftre. Nach ihm gestochen hat N. Tar-dieu den besessenen Blinden, den geheilten Stum-men , und die Auferweckung der Tochter des Jairus(Bilder in Notre Dame zu Paris); dann S. Lho-massin: Die Gesetzestafeln, und: L,es 88. stallorablss paroles äs 1 'Lsritnrs sainte, oder,nach Brandes: I.S 8 Lvlnmencisllisns 6 e Die»st seux äs /'LF/-5S (Das wäre!) 1704.; einschönes Blatt. Ferner: St. Joachim lehrt dieH. Jungfrau lesen; ein Litelkupfer für eine Bibel,und eine große Vignette mit dem Bildniß des Kar-dinals von Noailles. Dann kennt man, von ihmselbst geetzt ( aber nur die Hälfte der großen Platteauf zwey Blattern): Allegorie pcrurnue 'pbsssäs Theologie, 8outenus ä Paris 1702. UUnkler
x. 578. Noch ein anderes Blatt:, Das Wunder
mit den fünf Brodten, nach der Erfindung vonClaudius Audran, soll bezeichnet seyn: termmespsr ^ravss psr/. Seit der
Redaktion dieses Art. erfahren wir von diesemKünstler noch weit Mehreres durch einen unsererFreunde. Was die Gemälde anbelangt, welcheeiner dieses Namens zu Padua fertigte, nennenzwar des pitturs <li paclovs 1795.
y. 3 ö 5 . solchen (sowie der alten Rosem) Ludwigde vernansal von Paris und sichren dann vieleseiner Arbeiten (Fresco- und Staffeleygemälde)