Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
Seite
3017
JPEG-Download
 

Viani.

siehe man in St. Spirito zu' Bergamo einenSt. Anton, der einen Ketzer durch ein Wun-der bekehrt, ein treffliches Werk, das von Rotariund Tiepolo höchlich bewundert wurde; zu Bo-logna in der dortigen Servitenkirche einen Chri-stus der — vom Kreuze steigt, um dem EinsiedlerSt. Laziosi ein verwundetes Bein zu heilen, was,nach Eochl'n II. - 66 . in großem Charakter gezeich-net, in einer breiten Manier gemalt, aber mono-ton in der Färbung seyn soll; dann ebendaselbst einenBogen unter dem Porticus; im Hause Rotta ei-nen Jupiter und eine Ceres, was zu seinem Vor-züglichsten gehöre, und Anderes für Privatperso-nen, für welche er überhaupt mehr als für Kir-chen malte. In Deutschland besitzt von ihm,unsers Wissens, einzig die Galerie zu Dresdeneine liegende Venus mit zwey Amorinen, kleinauf Kupfer gemalt. Dieselbe hat C. G. Schulz(i 737.) nach Seydelmanns Zeichnung für den drittenBand des Dresdner-Galeriewerks *) gestochen. Auchkenn» man nach ihm ein altes Blatt in Helldun-kel mit zwey Stöcken: St. Elias in einer Grotte,das in den ersten Drücken mit: Antoniolece bezeichnet ist. Lsr-kc/r XU. p. 8 t. Dannsoll er (Gandelll'm zufolge) selbst Verschiedenesnach den Carracci, wie z. B. nach Ludwig einenSt. Francisc, der das Kind aus den Händen derH. Jungfrau empfängt, und St. ChristophsRuhe, nachdem er das Kind über den Fluß ge-tragen (dieses nach eigner Erfindung) geetzthaben.

* viani (Johann). Lanzi (L6. tsrs.) V.i 83 . setzt seine Geburt in i 636 . und seinen Todin 1700. Fiorillo II.647. setzt diesen letztem, wahr-scheinlich richtiger in 1709. an. Daß er nichtbloß Schüler, sondern auch Gehülfe von Fla-minius Lorre gewesen, ist bloße Vermuthung.Derselbe war ein gelehrter Künstler, der in seinerSchule keinem seiner Zeitgenossen weichen durfte,und bis in sein Alter unermüdet nach dem Nack-ten studirte. Damit verband er schöne Formen,Stellungen und Bewegungen, leichte Drappirungund ein pastöses Colorit; überall erblickt manbey ihm die Wahrheit der Natur, und eine Gra-zie die er von seinem Meister und von Guido lernte.Von ihm sieht man z. B. im Spithale de Buon-fratellt zu Bologna das zarte Bild des zumHimmel entrückten St- Johann di Duo, und imschon genannten Porticus der Servilen daselbstneben Anderm eine Lunette mit St. Philipp Be-nizzi, ebenfalls von zwey Engeln zum Himmelgetragen, und der in seinem Antlitz und Flugeden Charakter der Seligkeit (?) sehr sSön dar-stellt; ein Werk, worin e.r sich selbst übertraf,und das sich mit einem zur Seite stehenden Bildvon Cignani sehr gut messen darf. Auch hielt er,wetteifernd mit letzterm, eine eigene Schule.Lanzi und Frorillo i. c. Gestochen nach ihmkennen wir einzig seinen oberwahnten St. Johanndi Dio, von L. Marthiolj; und jene Lunette mitSt. Philipp Benizzi O. 6. St. Benedikt) vonAbbe St. Non geetzt. Von seinen eigenen Etz-arbeiten dann: Eine Magdalena in der Grotte,nach eigener Erfindung; und ein kleines Blätt-chen: Sitzende Minerva, die einen Schild halt,mit der Aufschrift I.iberlas ehenfalls mit: b).

inv. bezeichnet, wird wohl nicht minderseine Arbeit seyn. Hiernächst «ach Andern: EineDornenkrönung nach H. Carracci; die Bilder anden Kaminen des Pallastes Magnani, gleichfallsnach den Carracci: eine Hochzeit von Cana, nachCaliari, und eine Madonna della Rosa, nachParmesan.

viardi ( ). Ein solcher wird irgendwo

Stecher an dem Prachtwerke: Descriytion clsgenannt.

Vicente. I017

viLtl's ( ). Von einem uns sonst ganz

unbekannten Kupferstecher dieses Namens wirdirgendwo das Bildniß seines Geschlechtsverwand-ten, Barrbol.viakrs, nach einem (uns eben so un-bekannten) Gertner (s. b. Gerther) angeführt.

viaror, ein Domherr zu Toul. Derselbegab: Os artilieiali perspectivs i5c>5. kol. mitHolzschnitten, die von dem damaligen Geschmackin der Baukunst, dem Hausrathe n.s.f. zeugen. AndereAusgaben erschienen: lull. 162».; und teutsch:von der Runsi-Derspecnva zhoo. Fol. s)r,st-ley sagt von diesem Buche, dessen Auflagen allesehr selten sind, es enthalte mehr Figuren alsWorte. S. S>Heibel's marhemarische Bü-cherkenntniß VIII. 169. X. HlZ.

* vic (Andreas). So kürzt sich auf Gemäl-den zuweilen der Name des unten folgenden An-dreas vicentino oder vincenrmo ab.

vicar ( ). So heißt in der Schrift:

Winkelmann u. s. Jahrhundert S. 3 -jZ. einFranzösischer Künstler, Schüler von David, dersich in dem letzten Viertheil des XVIII. Jahr-hunderts zu Rom befand, und unter diejenigenseiner Nation gehörte, welche in /chwarzer Kreidesehr kräftig für die Kupferstecher u. s. f. arbeite-ten, aber den Originalbildern weniger treu blie-ben, als einige teutsche und italienische Künstler,die um die nämliche Zeit ähnliche Zeichnungenfertigten. Späterhin erscheint (ohne Zweifel dernämliche) vicar als Maler, den die FranzösischeRegierung nach Italien sandte, um zu seinem,die Schließung des neuen Konkordats vorstellen-den Gemälde, die dazu nöthigen Bildnisse nachdem Leben zu malen. Dasselbe ward 1805. (zehnFuß lang und achte hoch) wirklich beendigt. Ken-ner fanden, daß die Personen in der Composttionschlecht zusammenhängen, und — die meisten Por-traits unähnlich wären. Desto größer soll aberdie dabey angebrachte Farbenkunst, besonders ander so wahren Behandlung der Gewänder seyn;»so daß" (heißt es in den Jral. Miscell. III.I. 3 -j.) »eine gewisse Klasse von Kunstfreundennichts Vortrefflicheres finden wird als das weiss«heitere Untergewand des Pabstes." Nicht unwahr-scheinlich blieb unser Künstler von da an in Ita-lien, oder kehrte dahin zurück- In 1804. lebteer zu Neapel, und ebendaselbst finden wir ihnnoch - 8 n. als Maler und Direktor der dortigenKönigl. Malerakademie. Nach seiner Zeichnunghat Anton Ricci das Bildniß des Königes Muratgestochen. Täbing. Morgenb!. i 8 ro. I. 44 -

Vicedom s. unken vitzthum.

vicelius f. sogleich vicelli.

Vicellk (Hector). Nach einem solchen hakJoh. Gennet zu: ^-rtou ^nstornia in§e-

niorum et scientisrum. Venet. 1616. 4 ?- dasBildniß des Autors sst. -so., mit allegorischer Ein-fassung gut in 40. gestochen. Ein kleines Blattmit der Anbetung der Hirten, in dem oben einZettel: 6 loria in etc. ist nur bezeichnet: L/ectorinv. — Noch heißt es irgendwo, daß Gen-net auch nach ihm das Titelkupfer zu: PriomkoAlorioso cl'uoininl illurtri cli Vene-ria -629. in

4° geliefert habe.

* vicenre (Bartholomaus), geboren zu Sa-ragossa, nach Fi'orillo IV. 368 . 1640- Derselbesoll sieben Jahre lang ununterbrochen die Meister-stücke des Eskorial kopirt, und sich die Venezia-nische Schule vorzüglich zum Muster gewählt ha-ben. Dann ließ er sich in seiner Vaterstadt nie-der, und fertigte für Liebhaber zahlreiche Staffe-leigemälde. Don seinem Ocffentlichen soll ein all'Fresco bey den Augustinoü Descalzos daselbstdas Schönste seyn. Dann bewunderte man von

K) Im winklerischen Gantkatalog wird das Urbild irrig dem Cremoneser Anton Maria viani zuge-schrieben.