Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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3020
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Zo2O Vico

Um i 568 . begab sich (wieder vasari zufolge)Vico an den Hof des Herzogen Alphonü II.zu Ferrara, für welchen er einen Stammbaumdes Hauses Este fertigte, und dort bis an seinenTod verblieben zu seyn scheint. Uebrigens warEneas nicht bloß ein geschickter Stecher, sondernauch in den Wissenschaften, und besonders in derNumismatik bewandert, in welcher er verschiedeneWerke lieferte, deren wiederholte Auflagen bewei-sen , daß solche zu seiner Zeit sehr geschätzt wur-den, wo dieser Zweig der Alterthumskunde erstnoch im Aufblühen war *). — Die Blätter dannunsers Künstlers waren in verschiedenen Manie-ren gefertigt; einige im Geschmacke des Buona-sone **), andere in Augustin Veneziano's ***),wieder andere ungefähr in Jac. Caraglio's Ma-nier -f-), zwey endlich vollends in Marc Anton'sseiner Erst gegen i 56 o. dann schien sich

vico seine eigene Manier gebildet zu haben, diesich durch einen bis zum Glänzen reinlichen Grab-stichel und sehr zarte gedrängte Arbeit auszeichnet,wohin besonders gehören: Carl V. Armee gehtbey Mühlberg, im Angesicht« der Feinde, überdie Elbe; ein Brustbild Johanns von Medicisin einem Ovale, wovon Mars und eine Dictoriedie Schildhalter sind, eines seiner schönsten Blät-ter; dann das schon genannte, des Kaisers; eineFolge von 10. Schaumünzen Jul. Cäsars; dieAntoninische Säule und ein Obelisk zu Rom inlandschaftlichem Grunde, u. e. a." Bis gegenwär-tig (fährt dann Barrsch fort) besaß man kein(richtiges) Verzeichniß von den Blättern unsersKünstlers vasari nennt deren bloß 20.

und darunter dreye, die ihm nicht zugchören *).Gori dann, in seinem Verzeichnisse, fügt denZwanzigen von vasari noch 16. andere bey, vonwelchen abermals zwey nicht die Arbeit des Uns-rigen sind **), und setzt dann noch 12. Bl. 1'riomüantieki Romsni hinzu, welche vollendsniemand kennt, so wie er endlich auch eine Folgevon 11Z. Schaumünzen Römischer Kaiserinnenanführt, die doch vollständig bloß in 63 . besteht.Diese Jrthümer (schließt dann Barrsch) rüge ereinzig deswegen, damit man sein nun S. 282—370.enthaltenes eigenes Verzeichniß nicht für unvoll-ständig halte, welches er hingegen mit ganz besondererGenauigkeit verfaßt zu seyn erachtet. Noch be-merkt er am Schlüsse: Huber in seinem Manuelspreche von einem Bildnisse Carls V. mit emble-matischen Figuren gr. Fol. in Holz geschnitten.

Vico.

und nenne solches ^?i'cos schönsten Schnitt; daer, Barrsch, im Gegentheil versichern könne, daßdieser Künstler überall nicht, und auch Niemandnach desselben Zeichnung, in dieser Gattung gear-beitet habe. Bartschen's Verzeichniß nun ist,nach dessen löblicher Weise, systematisch verfaßt,und enthält: 1.) Von religiösen Gegenständeni3 No. — 2.) Von Profangeschichte 5 N°. —3 .) Von Mythologie i 5 N°. — 4.) Don Fantasie-gegenständen 98 N°. — 5 .) Bildnisse u. Schau-münzen 184 N°. — 6.) Architektur, Vasen u. s. f.78 N°. — Summa 3 g 3 N°. Darunter viele vonmehrern Blättern, welche im Ganzen 494 zählen.Solche hier von Stück zu Stück anzuführen,wäre eine grobe Abweichung von gewissen Schran-ken , die wir uns selbst vorgeschrieben haben. Zuden Vorzüglichsten gehören:

Der Streit der Musen mit den Töchtern desPierus 14" br. 9" hoch.

Vulkan und die Cyklopen, welche die Pfeileder Amorine schmieden, nach Primaticcioiö" i 3 "^ br. n" 3/" hoch.

Die Orgien des Bacchus, eine Copie nach MarcAnton 18" 8"^ br. 6" 4 " hoch.

42. Emblematische Figuren, nach Parmesan,oder noch wahrscheinlicher nach F. Sal-viati 2" 9—10", ins Gevierte, ohne Namenund Zeichen. Es sind z. B. die Stärke, derBetrug, die Unfruchtbarkeit, das Schicksal,der Fleiß, die Begierde, die Zwietracht, dieEitelkeit, die Lüge, die Knechtschaft, dieSchwermurh, die Natur u. s. f. Alle mitdarunter gesetzten, oft sehr guten Motto's,Wie z. B. letztere mit: Conctu sovsn 8 , lapsarestauro, psrltura rslluco. Dann noch dasGerücht mit: Voce, ocmiis, sli 8 , totl 8NN1co§nlta munäo; das Leben (die drey Parzen)mit: Dant, servant, perstunt terna istanumina vitam; die Reue mit: lilamutatas HUL 6 uco sä s^äera msntes; derReichthum, mit: Lommoöllls nobis nihil 68 tsi äesit abusus; das Schicksal, mit: Ouonos ounhue traliunt retrakunt 91109110 ssts,sehuamur ***).

Unter 70 Völkertrachten bemerken wir auch eine:8po8S äs ösrna (?).

-N) Nach den mitgetheilten Notizzen eines unserer Freunde erschien sein Medaillenwerk, wozu er die Plattenselbst fertigte, 1553. zu Parma, (wahrscheinlich zum erstenmal). Eine neue Auflage desselben, mit Anmer,kungen des Belloti wurde, neben andern, 1750. zu Rom veranstaltet. „Ferner" (sagen diese Notizzen)„verdankt man ihm die! Islluls Isiscs, visLorsi «oprs I« meäsglie cleZti ^oriclii, und Imsgini äells0ooii<! ^Ußusie. Von seinen Commentarien über die Medaillen der Kaiser hat er nur den ersten Theilmit dem Leben des Jul. Cäsar publizirt. Das, was man nach seinem Tode fand, gab ber KupferstecherJacob Francs unter dem Titel: ksii-zus librorum ksrwensis, sä Impe, sroi-um ttislorisni

»llliquis riuiawia xertmemium Wie übrigens Einiges hieven durch Aartsch berichtigt wird, s. untenim Terte.

'-ry Z. B- den Propheten Esajas, nach Buonaroti, eines seiner geringsten Blätter; der Lapithan-Streit mitden Centauren, nach Roffi; eine Alte an der Kunkel, nach Parmesan, n. s. f.

I. B> Grablegung, nach Raphael (- 543 -), St. Georgs Kampf mit dem Drachen, u- s. f.

4 ) I. B. eine Verkündigung, wo die H. Jungfrau den Engel mit Erstaunen anhört (1548.), wie vasari glaubt

nach Titian; Vulcan und die Cyklopen, nach Primaticcio (nicht nach Rosso, wie va-sari meint), eines der

schönsten Blätter von vico u. s. f.

4 "f) Z. B- die drey sich umschlingenden Grazien, schlecht ausgeführt, aber sehr correkt gezeichnet (8" i->"' hoch,6" 6'" br.); Mars der die Venus liebkost, mittlerweile Vulkan in seiner Esse schafft, nach Parmesan

(1543.) 12" 9"- br. 8" 5"^ hoch, ein (freyes) sehr seltenes Blatt.

-fff) Vor Sartsch war noch das Beßte, was sich, freylich mit vielen Irrthümern vermischt, bey Rost m.

179—83. and bey Gandellini befindet.

«) Das Bildniß des ganz bewaffneten Cosmus von Medicis, in der Jugend, nach B. Bandinelli (in der ThatabervonN.delaCasa); das Bildniß des erwähnten Bandinelli (wahrscheinlich dasjenige von dem ebengedach-ten Künstler, oder dann ein anderes von einem Anonymus in -543. gefertigtes, mit 5 . bezeichnetes),und der Streit Cupido's und Apollo's, in Gegenwart aller Götter (von N. Beatrizet.)

«u) Nämlich Raphaels Verklärung, und Buonarotti's jüngstes Gericht, die, wie er glaubt, Eneas, nach derZeichnung von Bazzacco, gefertigt haben soll.

Beyläufig: Welche Weisheit, in diesen von der neuern Kunst verschmähten Fundgruben derselben!