Vico.
Unter den Bildnissen:
Maria, Königin von Arragon (set. 38.); schönund selten.
Dante, Laura, Aretin, Arlost, Bembo *).
Cosmus von Medicis/.eins der schönsten Blät-ter von vico **), 5 " 7"^ hoch, 4 " 2'"br.
Johann vdn Medieis, und Carl V. deren wirschon oben Erwähnung gethan.
Die ebenfalls schon erwähnten 63 . Bildnisse derRömischen Kaiserinnen aus alten Schaumün-zen gezogen, sollen ebenfalls zu seinem Beß-ren gehöre» ***); und in dem Werke der10. Bl. Schaumünzen von Jul. Cäsar 's-)besonders das voranstehende Profil diesesKaisers.
Eine Architektur-Dekoration mit einem leeren-Ovale, worin das Brustbild eines Kaisersvon» Hause Oestreich hätte zu stehen kommensollen, mit vielen allegorischen Figuren, sehrschön.
Noch bemerken wir, daß auch unter den Blät-tern von vico sich jene seltsame, sowohl von Italie-nischen als Deutschen und Niederländischen Künst-lern dargestellte Legende, und zwar bey dem Uns-rigen nach der unfläthigen Erzählung Albert'svon Eyb-s-s-) und der Zeichnung Pierins del Vagasich befindet, nach welcher eine öffentliche Weibs-person zu Rom, die dem Dichter Dirgil, durchSpott übel mitgespielt hatte, zur Strafe öffent-lich ausgestellt, und, nachdem alle Lichter in derStadt von ihm, als einem großen Zauberer, aus-gelöscht worden, die Bürger angewiesen werden,dieselben an den Geburtstheilen der Metze wiederanzuzünden. Andere erzählen die Geschichteanders, und die sittlicher» Deutschen und Nie-derländer begnügten sich, die Veranlaßung derärgerlichen Geschichte zu schildern: Wie nämlichdie Dirne den Dichter in einem Korb zum Fenstereines Thurmes heraushing, und so dem öffent-lichen Gelächter preisgab *).
Wir haben schon Anfangs erwähnt, daß wir,neben der sicher gründlichen Bartschischeu Litte-ratur der Nachrichten von unserm Künstler unddessen Werken, alle ähnliche Notizzen beyseite zulassen gedenken, und begnügen uns daher einzig,zu bemerken, daß z. B. Ross III. 179. nach dermehrern Meinung, als zuverläßig annimmt: MarcAntons großer Ruhm habe den Eneas veranlaßt,nach Rom zu gehen, und unter desselben Aufsichtzu studiren, und dann also fortfährt: »Indessenkonnte er nie ganz seinen Meister erreichen, und,da er auf die Menge arbeitete, auf viele seinerBlätter nicht die gehörige Zeit verwenden. Zwarverstand er, die menschliche Figur ganz richtig zuzeichnen; allein er vernachläßigte darum nichtminder öfters seine Umrisse, welche hart, und die
Vicque. Zorr
Aussentheile, welche oft kaum angedeutet sind;und so auch das Ebenmaaß. An diesen Gebre-chen kranken die meisten seiner Blätter, welcheindessen doch von Kennern gesucht werden". VonGandellmi und Hemecke i. 0. 4 « 5 . Not. *entlehnen wir noch, aus Veranlassung eines vonden Blättern des vico: Leda's Beyschlaf mit demSchwane **), nach Michael Angelo: »Ein Mi-nister Ludwig XIII. wollte das Urbild vernichten; esentgieng aber diesem lAnto-da-Fs, und kam nachEngland. Eine gute Copie desselben, vonA. Bron-zino, befindet sich in der Gallerie zu Dresden,und den Carton sah man 1771. noch bey den HH.Vccchietti zu Florenz." Von des Unsrigen Ju-dith, ebenfalls noch Buonaroti, heißt es beyFüßli I. 52 . »Dieses Blatt ist von E. Virusin seiner ersten steifen und harten Manier gesto-chen; jedoch bemerkt man darin eine besondereGröße und Kühnheit im Charakteristischen derhandelnden Personen, mit einem wahren und sinn-reichen Ausdruck In den Gesichtern und Wendun,gen." Ueber des Unsrigen Blätter namentlich nachBuonaroti conf. Heinecke l. 582. 89. 92. und4 <rZ. und 6. und über diejenigen nach Raphael1. 0. II. 402. 73. 74. 84. und 617. MehrereMonogrammate von ihm giebt Brulliot N§. 55 .und 596. darunter eines: -ILdl. V. k.
vicolungo ( ). So hieß ein im XVII.
Jahrhundert blühender Maler von Vercelli, ei-ner der letzten Mailänder, der aus der Schulevon Bernardin Lanini entsprungen war. Von ihmsah Lairzi, in einem Privathause zu Vercelli, einGastmal bey Balthafar, nicht unfein colorirt, undreich an seltsam gekleideten Figuren, aber vollvon gemeinen Gedanken, so daß am End nichtszu bewundern übrig blieb, als wie — RaphaelsNachwuchs in solchen Verfall gerathen konnte.DamM Lcl. ters. IV. 219.
vieg d'Azpr ( ). Von einem solchen
(wir wissen nicht, ob vordem gleich nachfol-genden), liest man eine Lobschrift auf Watelet,übersetzt im Meuselschen Museum VII.28—55.
— — ( ), ohne den Zunamen d'Azir, ein
Französischer Kupferstecher, arbeitete, nebst achtandern seiner Kunstgenossen, nach den Zeichnun,gen von Liger und Moulinier, an den'Blätternzu dem Prachtwerke von A. de laBorde's Vo^sxsplttore-ihlls 6s I'Lspuxns, wovon in 1806. zuParis die zwey ersten Lieferungen erschienen wa-ren. S. auch den gleich vorhergehnden Art.
vicque ( ). Don einem solchen (dessen
Name aber vielleicht unrichtig geschrieben ist) be-fand sich um 1790. in der Gemäldesammlung deSErzbischofs von Salzburg ein Bauernstück. Hüb-ner's Beschreibung v. Salzb. III. 585 .
«) Diese bemerken wir, bloß um ihres berühmten Gegenstands willen.
An der Spitze des Werkes: Oiseors! zopra le lVleüsAlie 6 e gli Hlo Venegia 55g.
Awey Ausgaben von Venedig 1557. und 58. und eine von Paris 1619.
4 ) Vener. 1560. und ksris 1619.
44) In seiner Xlsrßerirlis poetics.
444 ) ?. B. Gabe. Naudäus in seiner Apologie derer, welche fälschlich der Zauberey beschuldigt werden.Kap. i. Die Stelle giebt Hein ecke Nachrichten i. 296. Note
--) Look. Lsrslogris 6s; 9»! oomporear t'Oeuvrs 6s I-ucsr 6e (ebenfalls VVN Bavtsch ) 8.
Viesne 798. p. 95—97. wo ein Blatt dieses Künstlers , nach der letzterwähnten Leseart der Legende, aus-führlich beschrieben, und beyläufig noch bemerkt wird (was z. B- Heinecke I. c. für gewiß annimmt), daßdiese Vorstellung eigentlich (?) St. Paul (als Sank) zum Gegenstand habe, in dem Augenblicke nämlich,wo seine Schüler idn, eben auch in einem Korbe, von den Mauern zu Damas herunterlassen, um ihn vorder Wuth der dortigen Juden zu rette». S. Apostelgesch. ix. 25. was hingegen Bartsch l. «. wohl mitGrund nicht zugeben will.
-s) Wo Castor und Polur schou das Lp durchbrechen.
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