Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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V ince.

Pastl'onsgeschichte*)), wovon mehrere in der Am-brosiana, bey dem H. Rath Pagave u. f. 5 nochvorhandene, einige auch in den Werken von Gerliund Momelll nachgebildet sind.

Auch ein zweytes Bildnis der schönen Caecilia **)findet sich mit i 497 - bezeichnet.

Wie es damals in Mailand sittenlos zuging,erzählt uns Arluni in einem handschriftlichen Co-dex: cis Hella Veneto; und eben so, wie derHerzog Ludovic denn doch daneben Gelehrte,schöne Geister, Musikanten, Gauckler, Künstleraller Art (worunter auch Leonardo***) genanntwird) haus'te und hoffte, ihnen Reisegelder gab,u. s. f. Dann aber, wie uns ein Brief von daVinci ( 1498 .) selber belehrt, sie nicht bezahlt ,ihm zwey volle Jahrgelder ausstanden, und dieviel besprochene Riklerstatüe ungegessen blieb.Dennoch hatte namentlich auch die Farce der litte-rarischen und Künstlerklubb's im Schlosse ihrenungestörten Lauf, und Lionardo verfertigte nochallerley Aufsätze mathematischen und physischenInhalts für diesen nun bald zu Ende eilendenVerein; ja er erhielt noch in demselben Jahr, alsbesonderer Günstling des Herzogs, ein Geschenkvon »6 Pcrtiche Reblandes, welche wir in Zu-kunft unter seiner Verlassenschaft finden werden.

Nun aber hatte Ludovic's und aller seiner Herr-lichkeiten letzte Stunde geschlagen, als i499> dieFranzösische Invasion eintrat, und, nebst so vielandern Verheerungen, Gaskonische Reuter daVinci'« Pferde-Modell zu ihrer Zielscheibenmachten ^), und eben so auch der nach seinerZeichnung erbaute prächtige Herzogliche Marstallin Schutt und Graus verwandelt wurde. Einenoch unter Lionardo's Handschriften befindlicheerzählt uns War nicht, weder diese noch andereseiner eigenen damals erlittenen Unfälle, wohlaber diejenigen verschiedener seiner Bekannten undFreunde. Er selbst scheint, während der Franzö-sischen Eroberung sowohl, als bey Ludovic's einst-weiliger kurzer Rückkehr nach Mailand, dieseschicksalsvolle Zwischenzeit bey seinem FreundeFranz Melzi in Vaprio zugebracht, und daselbst,theils seinen idrostatischen Untersuchungen, die

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Adda betreffend, theils auch, in Erholungsstun-den , der bildenden Kunst sich gewiedme) zu haben;und vielleicht gehört in diese Tage>s"fi) die Halbfigurseiner H. Jungfrau, welche sich noch gegenwärtigim Hause Melzi zu Vaprio befindet, und vonder es bey della valke f-f-fi) heißt: »Welchergigantisch-erhabene *) Styl l Wie das Haar soschön geflochten von dem Haupte der Jungfraufällt! Welche schöne Jmpastirung des Fleisches,welche Mürbigkeit, welche Umrisse! Hier glaubtman einen Correggi'o aus der Schule des da Vincientsprungen, zu erblicken **),

Auch erschien Leonardo noch immer, als eindem Mailändischen Hofe zugewandter Künstler,und glaubte er vielleicht einen Augenblick, daßdie nach Moro's Gefangenschaft ***) fester gegrün-dete Französische Herrschaft, der Wissenschaft undKunst neuen Schutz verliehen würde. Aber dieseleichtsinnigen Eroberer tanzten und buhlten lieber,und der getäuschte Künstler entschloß sich, mitein Paar seiner vertrautesten Freunde seinHeil in Florenz zu versuchen. Dort wurde er vondein Kunsiliebenden Gonfaloniere, Paul Soderini,sehr wohl empfangen, und ihm ein fixes Jahrge-halt bestimmt. Auch hier beschäftigte er sich ab-wechselnd mit Zirkel und Pinsel.

Noch in i5oo. oder dann im nächstfolgendenJahre fertigte er den berühmten Carton einer Ma-donna mit dem Kinde, St. Johann der mit sei-nem Lamme spielt, und St. Anna, die den H.Sprößlingen zulächelt; ein wunderschönes Bild,das vasari nicht genug rühmen kann, und wel-ches Alte und Junge beyderley Geschlechts zuFlorenz haufenweise zu beschauen kamen Nochwird von zwey andern ähnlichen Cartons von daVinci gesprochen, nach deren einem sein SchülerAndreas Salai ein Bild gemalt habe, dassich noch gegenwärtig in derSakristey von St. Celsozu Mailand befinden soll. Eben so soll Lionardowahrend dieses seines Aufenthalts zu Florenz dieBildnisse der beyden schönen Frauen Lisa del Gio-condo und Ginevra d'Amerigo Benci gefertigt,und namentlich an der Vollendung des ersten»,späterhin noch vier Jahre zugebracht haben *).

-») IlllL sroris <!i passiove intt» ia karrn».

Jtzt im Hause Palavrcini zu St. Calvcero.

Doch wohl eher zum Lob, als kiccor inoU-simus tarirt.

4 ) Bey Ftorillo m. 99. Not. g. wird noch von einem kleinern aus Wachs gefertigten Modelle eines Pfer-des von üionardo gesprochen, welches ebenfalls durch die Franzosen zugrundging.

44) Vielleicht aber auch (meint Amovettt) zu Lionardo's spätern» Aufenthalte daselbst , 507 .

444) In den Zusätzen zu da vinci's Leben von vasari (Ausg. von Siena) v. 67 .

») vl Slile ßigsareseo ii piu sublime (?). Sollte in dein Beyworte gigantesk wohl wirklich (ekstatisch ge-nug) vom Style, oder bloß von der Größe des Bildes die Rede seyn? Denn freylich der Kopf der Ma-donna war nicht minder als 6 Palini, und der Kopf des Kindes 4 Palmi hoch.

Dieser lstztre Zug gewinnt bey dem Verfasser der gegenwärtigen Zusätze eine besonders merkwürdige Deu-tung, wenn er sich derjenigen Modestia erinnert, welche (einer Ueberlieferung zufolge) Correggio nachdem bekannten Bilds von da Vinci in der Gallerie Barberini zu Rom nachgebildet haben soll, und diesich gegenwärtig im Besitze des H. Generalvikars, Barons von Wellenberg, zu Constanz befindet.

-E) 1200.

4) Fra Paccioli und Salai.

44) Dieser Carton soll einsweilen mit da Vinci (?) nach Frankreich gegangen, dann aber wieder nach Mai-land in Besitz des Malers Aurelius Lovino gekommen und häufig abgezeichnet worden seyn; wo er sichgegenwärtig befindet, ist unbekannt. Dann aber soll der geschickte Bernardin Lovino (des Aurelius Vater)ein schönes Bild in Leimfarbe nach diesem Carton gefertigt haben, und dasselbe jetzt zum Altarblatt inder Hauskapelle der HH. Denier» (in der Straße Chiaravalle zu Mailand) dienen.

444) Nach vasari, ein sehr schöner graziöser Jüngling mit reichem geringeltem Haarwuchft, an welchem seinMeister sich sehr ergötzte, diesen vorzüglich geliebte» Schüler mehr als andere lehrte, und seinen Arbeiteneigenhändig die Vollendung gab.

N) Schon von Franz l. Zeiten her im Besitze der Krone Frankreich, vasari malt die Schönheiten desselben,wie z. B. am Hals alle Pulse schlagen, u. a. drzl. in fast ermüdendem Detail aus. Auch erzählter uns,wie der Künstler die Dame während den vielen Sitzungen durch Musik und — Spaßmacher bey guter Launeerhalten habe. Bossi bemerkt einen Irrthum des Lowazzo, welcher noch eines zwsnten solchen berühm-ten Bildnisses einer Gioconda Erwähnung thut, die doch mit Monna Lisa (Gemahlin des Givcondo)Eine und dieselbe ftp.