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schrieben« nückte *) Venus, und auch pagavewill von ihm einige große Zeichnungen nackterGöttinnen kennen; wie B. die von Pluto ge-raubte Proserpi'na, eine Nymphe, die einen Sa-tyr — heilt **), ein junges Mädchen in den Ar-men eines Greisen (vielleicht Aurora und Cepha-luS), welches letztere der Marchese Questore Melzibesaß, und seinem Pfarrherren von St. Bartho-loms eines Tags zu verbrennen gab, was dieserauch gewissenhaft vollzog.
Vornehmlich aber widerlegt Amoretti, undseither auch Bossi die, nach vasaris Vorgang,allgemein angenommene Meinung, daß da vincezu Foniainebleau in den Armen des Königes ge-storben sey ***). Es ist urkundlich erwiesen: Daßer zu St. Cloud am s. May t 5 ig. seinen letztenLag erlebte; daß der Hof sich damals zu St. Ger-main en Laie befand; daß Franzesco Melzi, un-term i. Jun. aus Ambosse, den Brudern des Ver-bliechenen die Anzeige davon, mit dem Hinzuthunmachte, wie allgemein der Verlust eines Mannesbedauert werde, „wie die Natur keinen mehr zuschaffen vermögend sey"^); und aus einer frey-lich in nicht viel bessern als — Knittelversen ge-schriebenen Strophe bey Lomazzo erhellet, daßnamentlich auch der König die Botschaft von Lio-nardo's Tod ebenfalls durch Melzi erhielt ^-j-j-),und ja darüber selbst in höchste Trauer gerieth.
Des Verbliechenen, ungefähr ein Jahr vor sei-nem Tode,(i8. Apr. i 5 > 8 .) zu Ambosse, wahr-scheinlich auf seinem dortigen Krankenlager, mitaller nöthigen rechtsbestandigen Förmlichkeit ge-stellter, und noch bey dem H. Prätor vince zuBarberino in der Urschrift vorhandener letzterWille — empfiehlt vor allen Dingen seine SeeleGott, der H. Jungfrau, dem (Monsignor) St.Michael, und allen Engeln und Heiligen des Pa-radieses. Sodann gehen seine Verordnungen da-hin: Daß er in der Kirche St. Florentin zu Am-bosse begraben seyn will, mit der Bestimmung,wer seine Leiche tragen soll, und was für Seel-messen vor und nach seinem Begräbnisse zu lesenseyen. Dem H. Franz von Melzi, mailändischenEdelmanne, legirt er, für so viele ihm sein gan-zes Leben durch geleistete Dienste, alle seine Bü-cher und Werkzeuge die zur Kunst gehören, undweiter, was ihm noch an Jahrsgehalt von der Re-gierung aussteht *), auch alle seine Kleider; seinemBedienten, Baptist de Vilanis, und seinem Schü-ler Salai, gemeinschaftlich, seinen außer derStadt liegenden Garten, und dem erstern nochüberdieß jenes Wafferrecht am großen Naviglio,
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und all'sein Hausgerath zu St. Cloud; feiner MagdMaturina eine Kleidung von gutem schwarzenLuch mit Pelz gefüttert, ein Paar tücherne Schuheund zwey Dukaten. Dann Hon. Sonnenscudi,nebst Zinsen, die bey dem Kämmerling von St.Maria di Nove zu Florenz liegen, seinen dortigenleiblichen **) Brüdern; Ebendenselben ein Grund-stück zu Fiesole, und all' sein übriges beweglichesund unbewegliches Vermögen, was noch in Tos-cana liegen mag ***). Seiner Leiche sollen 60.Fackeln, von so viel Armen vorausgetragen, unddiese Fackeln nachwerts unter vier benannte Kir-chen vertheilt werden, jene Armen noch überdieseinen Lohn, nach Melzi's Befinden, und jede dergedachten Kirchen weiter io. Pf. großer Wachs-kerzen , die Armen im Spithal St. Lazarus aber70. Sous - Tournois erhalten. Zum Vollzieherdieses seines letzten Willens ernennt er den ab-gedachten Fr. Melzi, welcher vor Zeugen schwü-ren muß, denselben in genaue Erfüllung zu brin-gen. Die Urkunde ist mit dem zu Ambosse fürContracte geübten Königlichen Jnsiegel verwahrt.
Zu gedachtem Ambosse trifft man, wenigstensbis auf den heutigen Tag, kein Denkmal von ihm ,und selbst in den Registern der Kirche St. Flo-rentin keine Spur von der Stelle an, wo seineheilige Hülle ruht, noch sonst einicherley Notizzüber ihn 's-). „Ob etwa" (wird dann von Amo-rette ächt einfältig welsch hinzugesetzt) »die —Hugenotten in den nachfolgenden Religionskrie-gen dergleichen möchten zerstört haben"?
Alle Seelen ruh'n in Frieden!
Nach diesem, möglichst abgekürzten Tagebuchvon da vmce's Leben und mannigfaltigen Arbei-ten, laßt uns nun einige der bewährtesten allge-meinen Urtheile des In , und Auslands über ihn,förderst als Maler vernehmen.
»Von seiner ersten künstlerschen Erziehung beyVerrocchio" (heißt es bey dem scharfsichtigenLanzi) „behielt er die Hauptgrundsätze sein gan-zes Leben durch bey: Daß er z. B. lieber zeich-nete als malte; daß er unermüdet sich in der Geo-metrie übte; daß er im Entwerfen und in Aus-wahl der Gesichtsbildungen das Völlige nicht sosehr wie das Artige und Lebhafte liebte, daß erauf Darstellung von Pferden und von Reuterge-fechten insbesonders große Aufmerksamkeit wandte;überhaupt aber beflissener war, etwas Vortreffli-ches, als Vieles zu arbeiten ss-s-). Sein Meisterwar auch berühmter Bildhauer; der Unstige mo-dellirte nicht minder zierlich, und diese seine pla-
n) Warum nicht?
*s) Was so viele thun.
---»'-) Mittlerweile ist dieser glänzende Irrthum..(wirklich sehr schon) durch ein hübsches Blatt von le Dasseur,nach F. W. Meuageot, zu verewigen versucht worden:
f) Der einzige Sebastian Kcsta (L-crer. knroricbe in. 326.) setzt, durch einen unbegreiflichen Irrthum,Lisnardo's Tod in 1540. au.
ff) aoii ö pig in pollescs llells vslura. ^
s-j-f) kiLars me5ko /e^acc^co, re üi krsllrL
il Me/er' i cke worro er» gli lliss«
It cke in Iventre cbs vlr,c s/H?,
I.» eear pinre clie oßm' sltr' opr» svLars,
p. log. ' !
U) „Persteht sich" (sagt der gute llionardo) „wenn ich vor ihm sterben sollte."
Lsrasli.
--d) Ueber Alles noch bey seinem Tode in Frankreich und im Mailandischen vorhandene oder gelegene, konnteer nicht an Personen ausser diesen Botmaßigkeiten befindlich, verfügen.
s-) Wohl soll sich noch irgendwo zu Ambosse eine 6^ hohe Tafel (Christus vor Pilato) befinden, welche aberwahrscheinlich nicht von ihm, sonder« bloß nach seiner Zeichnung von einem seiner Schüler gemalt ist.
-j-f) Xkcess piu a mixliorsr I- si-ti, ob- s Mollipliesre xli e-empi, könnte auch eine» noch höher« Sinn habe«:Daß er sich nämlich von seinen theoretischen Kunstlehren ein Mehreres, als von seinem eigenen nnd Ande-rer Beyspielen versprach, deigleichen er wirklich in stimm Traktat» and übrigen Schriften keine anführt.