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Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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Zo 6 c> Vince.

letzterer aus eben dieser Gallerie eine Madonna,die von dem Kinde eine Lilie, die es in demHändchen hält, abverlangt, ersteres aber dieBlume zu verweigern scheint; ein äußerst an-muthvolles Bildchen, das Meng« für die schönsteJuwele jener Bildersammlung hielt. Im PallasteScott» Gallerani sah Lanzi ein unvollendetesMännerbild; aus dem Pallaste Strozzi nenntAmorertl ein schönes Kind, und, nach ihm,besaß einst, zu Rom, Angelika Kaufmann vonda vince einen Hieronymus, wovon sich eineNachbildung bey GerliCrab. XXXl.) befindet.Noch gehört hieher jene schon oben kurz erwähnteMadonna mit dem Kind im Arme, in St. Onv-frio*), welche Lanzi ein wahrhaft Raphaeli-sches Bild nennt, das aber, wie so Vieles vonLionardo, in Oel auf Kalk gemalt sey, und deß,wegen an vielen Stellen sich vom Grund abgelösthabe, daher auch gegenwärtig, in seinen schönenUeberresten, hinter Glas verwahrt sey. Noch sahRichardion zu seiner Zeit, im Pallaste des Ka,valiers Pozzo zu Rom, eine mittelmäßige Copieder Gioconda. Aus der Königl Gallerie zuAeapel nennt Cochin ein Bildniß von täuschen-der Wahrheit und einem Colorit, als wenn esgestern gemalt wäre; sehr fein gezeichnet, undäußerst ausgeführt; und Ebendaselbst in der KircheSt. Peter ad Aram ein Altarblatt in halb lebens-großen Figuren, welches eine Madonna mit demKinde und einigen HH. darstellt: Mehrere hübscheKöpfe darin, Mnal eines Greisen ohne Bart;die Madonna sey nicht schön, und das Kind,das artige feine Köpfgen ausgenommen, schlecht.

Daß da vince in Frankreich selbst so gut alskeinerley Arbeit fertigte, wird allgemein, wohlmit Grund angenommen. Dennoch fanden sichschon im alten Königl. Französischen KabinetteeilfBilder, die man, mehr und minder zuverla-ßig, dem Unsrigen zuschreibt **). Es sind: DerErlöser mit der Weltkugel, halb lebensgroße Halb-figur. Eine H. Familie mit St. Michael, derdem Kinde die Wage des künftigen Weltgerichts

Vince.

anbietet, in 2^ hohen Figuren***). Die H. Jung,frau, auf dem Schooß ihrer Mutter St. Anna,bückt sich, um das Kind aufzuheben, welches einLamm liebkost; lebensgroße Figuren Eineandre Madonna nebst dem Kinde, und St. Jo-hann mit ehrfurchtsvoll gefalteten Händchen; dasKind von einem Engel gehalten, im Hintergrundeine Landschaft Fj). — Noch eine Madonna mitdem Kinde und St. Johann. Im Vorgrund eineMannsperson in Anbetung auf den Knieen. Halb-lebensgroße Figuren, sehr schön gezeichnet, undvoll wahren Ausdruckes. — St. Catharina mitzwey Engeln. Sie hat einen Jasminkran; unterdem — Heiligenschein, in der Hand ein Buch;der eine Engel hält ein Werkzeug ihres Märtyrer,thums, der andere eine Palme-s-s-s)- — St. Jo-hann der Täufer, mit dem Kreuz in der Hand,Halbfigur unter Lebensgröße; das Fleisch ebennicht von sehr wahrem Farbenton. Wohl mages merklich gelitten haben. — Bacchus. GanzeFigur, stehend, mit Weinranken gekrönt. — DasBildniß von Joconda (bey l'Epiciö heißt sieLife, Gattin von Franz Jocondo, einem Floren-tinischen Edelmann); auch hier, wie überall,als etwas Vollkommenes gepriesen. KopfundHLndesollen einen solchen Guß haben, daß daran nurkein Umriß bemerkt wird; Franz I. kaufte es füri2oc>o Livr.*). — Ein Frauenkopf in Profil,die schöne Fervnniere genannt. Sie ist mit einemsammtnen, brodirten Mätzchen coeffirt; klein,das Profil von bewundernswürdiger Genau,heit**). — Noch ein schönes Frauenbildniß, inrothem Gewaud, kurzen Mitten Haaren, um denHals eine Schnur; um die Stirn ein schwarzesBand, mit einem Demant in der Mitte; in derHand ein Netz von Spitzen. Sie stützt sich aufeinen Stein. — Als Kunsteroberung befand sich,unsers Wissens, in Frankreich kein gemaltesBild***), wohl aber, wie wir unten noch hörenwerden, wichtige Zeichnungen und Handschriftenaus der Ambrosiana zu Mailand erbeutet. Dannaber besaß ehemals die Gallerie Orleans von

») Nach Rombohr auswendig über dem Kirchenportal, und mit dem Beysatze, daß Unwissende das Bild füreinen Domenichino tauften.

l'Epikie I- 8- er.

London v. i'-L. 7.) giebt davon einen angenehmen Umriß, und die nähere Beschreibung. Auch erhält es für eines von -o vince's vorzüglichen Bildern und sagt von unserm Künstler überhaupt nicht übel:»Derselbe suchte weniger seine Formen zu idealisiren, als diejenigen, welche die Natur ihm darbot, mitgrößter Zierlichkeit darzustellen. Die Deutung der Waage, welche der Erzengel (eine wunderlicbliche Figur)hält, scheint ihm schwieriger als dem alten I'Epicie zu fallen.

t) London (l. 0. x. r->L. Z8.) giebt es (schlecht) im Umrisse, und rühmt es für zierliche Zeichnung; dockrügt er die etwas manierirte Grazie, und findet, wohl nicht ganz ohne Grund, es etwas seltsam, eineLochtet, die schon Mutter ist, auf den Knieen der ihrigen zu finden- Ancy soll das Bild von der Zeitziemlich mitgenommen seyn. Ein demselben ähnliches (heißt es) befinde sich in St. Celso zu Mailand.S. oben dieß letztere, unter St. Anna rubrizirt.

^s) Nicht mit der unten vorkommenden Madonna della Rocca zu verwechseln. Denn I'Epici« sagt ausdrücklich:I'eoksnr s,ri, «ur 1-5 xeuoux ste Is vierge, aber dann freylich (sonderbar) ebenfalls: er »oureuu psr

uu srige.

j-j-ch) ki'gure- couims uscure (soll wohl bey l'Epicie bloß gonze Figuren heißen, da das beygefügte Maaß von 2<5" in die Höhe doch nicht mit lebensgroß, und dasjenige der Breite von eben so wenig mit vier der-gleichen Figuren bestehen kanu. Die Drapperie soll, nach l'Epicie, wunderwürdig vollendet sey».

M wenigstens i2voo Thlr.

d) ftEptct- scheint die Taufe dieses Bildchens für apokryphisch zu halten, da diese berühmte Schönheit nichtmehr lebte, als bo Vince nach Frankreich kam.

UNS) Eines wohl muß denn doch , be.1 mehrerer Ueberlegung, in diese Cathegorie gesetzt werden; und dieß ist dieschon oben S. Z052 Not. sss (aus Veranlassung einer auf einer Reise von -o Vince bemerkten sonderbaren Na-turzerstirung) angeführte, von Desnoyers gestochene Madonna della Rocca. Vördecst heißt es auf dem Blatteausdrücklich: ri>e <lu lvluseoui respoieou; und doch wird dessen (S. gleich oben Not. ch-f) in l'Epici.'s Ver-zeichniß der Bilder aus der alten Königl. Sammlung keine Erwähnung gethan. Hiernächst findet sich bev Lo-mozzs (7-lea stelle kirruis p. ,71) eine unverkennbare Beschreibung dieses Bildes» welches in der Capelledella Cvnteptione der Kirche St. Francesco stuhnd, und lautet, wir folgt: isvol-, stove 5, veste -0 8r.

tHovsuu! Lstcisrs, rneurre in giuocliio eou Is ruso! sggioore se' iueklus s Llirisro, il moro stell' uks-stieurs er rivereurs puerile, er nellsVergins il uroro st'uos sllegrs »peoulsrioue rueorre rimirs (puesriücri, er ue I'sugelo il luoro stell» sugelies belrs lu Silo sti cousistersre I» giols clie sts c^uel rnisiei io er»per risulcsrue sl ruoosto ; iu Lkristo isuoiullo Is stiviuits er sspieurs I er psrä Is Vereine SIS III giuoellioreueosto eoo Is stesrrs 8. 6lovsuu!, rreusteusto Is siuisrrs in kuorl iu »corro , er co«i I'itugelo reoeusto Lliriiio eouIs msuo slulzirs lj izusls »rsusto srslso Mirs 8. Llovouui er lo berisstice. Und noch an einer andern Stelle