Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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3065
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V i n e e.

rialken dafür in jenen sechSjehen Bänden *),welche bis 1796. in der Ambrosianischen Biblio-thek zu Mailand aufbewahrt wurden, hierauf alsKunstbeute nach Paris gelangten, und nunmehrin unsern jüngsten Tagen, wie wir nicht zweifelndürfen, wieder an ihre alte Stelle gebracht sind.Wie solche zuerst in jenen Bücherschatz kamen,erzählt uns Fiorillo I. 806—7. nach einem inmehrerer Rücksicht äußerst lesenswerkhen Briefe(wie man glaubt, von dem jünger» Marierrean den Grafen von Caylus geschrieben **). ^ Ur-sprünglich gehörten 18. derselben der Mailandi-schen Familie Melzi; Franzesco, ein Schüler desKünstlers hätte sie (wie wir das schon obenaus seinem Testamente vernommen) von ihm selbstgeerbt. Nach dessen Tode bekümmerten sich seineErben so wenig um diese Schatze, daß ein ge-wisser Lelio Egvardi von Assola Gelegenheit fand,sich derselben zu bemächtigen, und solche demGroßherzoge Franz von Medicis zu verkaufen ge-sinnet war, was aber durch den unvermuthetenTod des letztem nicht gelingen wollte. Jetzt be-dachte sich Gavardi eines bessern, und übergabseinen Raub einem Mailändischen Edelmanne,Mazzenta, damit er solchen der Familie Melziwieder zustellen möchte. Allein diese machte sichzum zweytentenmal so wenig daraus, daß sie nur7. jener Bande zurückbehielt, und die übrigen 6.dem Mazzenta überließ, welcher einen davon demHerzoge Carl von Savojen schenkte. Einen zwey-ten bekam Ambrosia Figini, der nachher in denBesitz des Englischen Consuls zu Venedig, Jo-seph Smith, übergieng. Den dritten erhielt derKardinal Friederich Borromeo, der solchen dervon ihm gestifteten Ambrosianischen Bibliothekschenkte. Die übrigen drey Bände von den sech-sen, welche bey der Familie Mazzenta gebliebenwaren, wurden ein Eigenthum des Pompes Leoni,der dieselben mit Anderm von Lionardo's Handvermehrte, und daraus einen starken Band zusam-mensetzte, welcher, wie man behauptet, 1/5».Zeichnungen enthielt. Da iu der Folge GaleazzoArconati sie erstanden hatte, so machte dieserKunst und Wissenschaft liebende Mann damit,nebst allem Uebrigen, was er früherhin von demUnsrigen an sich gebracht und in zwölf Bandegereichet hatte ***), im I. 1687. der gedachtenBibliothek ein um so viel verdienstlicheres Ge-schenk, da derselbe 3 ooo. Spanische Pistolen aus-geschlagen, die der König Carl I. von Englandsür einen einzigen dieser Bande >fi) vergebensanbieten ließ 'fi-s'). Was endlich die sieben Bandebetrifft, welche sich die Familie Melzi vorbehielt,so glaubt man, sie seyen an den König Philippvon Spanien gelangt, wo solche somit, ebenso,wie einer der Mazzentischen zu Turin, und einanderer dieser letzter» in England, so wie diesechszehn (d. h. der von dem Kardinal Borromäo,und die i 5 . von Arconati der Ambrosia»« geschenk-ten) wirklich daselbst zu suchen wären —

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Noch behauptet Trespr in einem seiner Briefe,wahrscheinlich nach ^ichärdsön's schwankenderAngabe (lll. 87—88.), daß in der Bibliothek desKlosters St. Michele in Bosco bey Bologna ei-nige Schriften des Lionardo aufbewahrt werden»Nun aber, wer sollte es glauben, daß von jenenoberzahlten Hauptschätzen zu Mailand nirgendwoeine ins Speziellere gehende Notiz; zu finden ist,welche freylich Amorerri uns nicht geben konnte,da solche damals (1804.), als er seine: Nemorisistvrlcke schrieb, sich in Frankreich befanden, diewir hingegen am zuverlaßigsten von dem nner-müdetcn. Fleiße des H, Ritter Venruri erhal-ten könnten, der solche schon seiner Zeit in Parisgenauer, als sonst wohl niemand, kennen mußte,da dieselben seine höchst schätzbare Schrift veran-laßten, die zum Titel führt: Lssai sur los c»u-vra§es pkz-sico - mstheinatiyues äs /.äonMcieka /^r»cr, avec äes krn^msus tires äs sesü/lLnuscrlts npportes äs l'Italis etc. kar A 2,etc. c. k. 4°. karis An. V. (1797.) AuchRiesewerrer, in seinen (neuesten) Reisen nachItalien u. s. f. weiß uns über die von ihm nurflüchtig berührten Schätze der Ambrosiana nichtdas mindeste zu berichten. Früher (180g.) fandMorgenstern dieselbe, der Ferien wegen, be-schlossen. Noch früher spricht Cochin) nach sei-ner Gewohnheit, ganz flüchtig davon, und nenntbloß ein Buch Zeichnungen von Maschinen, wo-rin sich, neben Anderm, Bomben befinden, wovonman irrig glaubte, daß da vince solche erfundenhabe; sie seyen aber offenbar von neuerer Hand(?).

Hier uns ausführlich über dasjenige auszu-dehnen, was da vince, neben der Kunst, baldin aller Gattung Wissenschaft, vornehmlich aberin der Mechanik und Hydraulik, theoretisch undpraktisch geleistet hat, würde uns über das ei-gentliche Ziel unserer gegenwärtigen Arbeit hin-ausführen. In der Wasserbaukunst war sein vor-nehmstes Werk, daß er die Adva bis nach Mai-land leitete, und den sogenannten Kanal von Mor-tesane nach den Thälern von Eleven und Veltlinin einer Strecke von 200. Miglien schiffbar machte,und dabey eine unglaubliche Menge von Schwie-rigkeiten, vermittelst neuer Maschinen überwand,welche namentlich auch das menschenfreundlicheZiel hatten, die Grundstücke der anliegenden Ufer-bewohner, vor dort sonst so häufigen Ueberschwem-mungen zu verwahren. Bey dieser Gelegenheitschrieb er (nach seiner löblichen Gewohnheit, allesPraktische auf eine gründliche Theorie zu bauen)Mannigfaltiges über die Natur, das Gewicht unddie Bewegung der Wasser, und wie solches fürNutzen und Lust *) zu gebrauchen seyen; —was sich wohl ebenfalls in den oft ange-führten, noch nicht genug erforschten Schätzenseiner Handschriften finden muß, und substanzlichbey Amorerri enthalten ist **); so wie Ebender-selbe unS belehrt, daß da vince im Mühlenban

, «) 2 in Fol., z in Quart, 3 r» Octav, 3 in Duodez, und 5. in Sedez, und Vier und Zwanzigsten. Dieseletztgenannten kleinern gehörten wohl zu denjenigen, welche der Künstler, an seinen Gürtel gehängt, immerauf sich trug, und worein er mir einem Silberstiste zur Erinnerung aste die tausend Siebensachen, die ihmauf seinem Lebenswege zu begegnen pflegten, eintrug.

AK) S, I.eir. ^iuor. II. i 6 g—202.

»»iy Deren Einer an die 200 Köpfe und Carrikaturen enthalten soll.

D Wohl denjenigen von Leoni, welcher die dreye aus den sechse» der Familie Mazzenta, noch von jenemvermehrten enthielt.

j-f) S. die dießfällige, in der Gemälde - Gallerie der Ambrosiana znm Preise des eöeln Mannes in Marmoreingehauene Jnnschrift von 1637.

-fj-f) Dnllnwny 11. 216. glaubt, der in England befindliche Band sey einer der dreyen des Pompes Leoni ge-wesen, und von dem Grafen von Arundel (-633.) während dessen Gesandtschaft bey Kaiser Ferdinand ange-kauft worden. Alle diese Variante» betragen indessen nicht viel Bedeutendes.

n) So daß ihm auch das «nbedeutendst scheinende nicht entgieng, und er z. B. die Melodie der — Spring-brunnen in ein System zu bringen suchte.

«::-) S. 170—71. und von seinen Kanalarbeiten, fast vbn da an bis zum Ende der Schrift.