Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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Vülmöeller.

Volmoeller (Johann) ein Maler zu Fulda,der aus der Gegend von Landenhausen gebürtig,und der Sohn eines Verwalters war. Er maltein Oel, Pastell und Miniatur, sowohl Historieals Bildniß, war in allem aber höchst mittel-mäßig, und mangelhaft in Zeichnung und Fär-bung. Einige seiner Miniaturbildnisse sind bis-weilen jedoch in einem guten Style gefertigt.Theils eine zu große Einbildung von sich , theilsEifersucht auf seine Frau, waren Ursache, daßer in Wahnsinn verfiel, und in das Irrenhausnach Hammelburg gebracht werden mußte, woer, etwa ein Jahr darnach, r 8 r 5 ., ungefährt 64I. alt, starb, verhelft in Mannheim hat eineAnsicht des Bades Brückenau (von ihm 1790. inCavaiierpersvektive gezeichnet) ingr. qu. Fol. nachihm gestochen.

volo, s. oben Folo.'

* volpari (Johann Baptist), s. gleich untenvslpaeo.

* volpato (Johann), Zeichner und Kupfer-stecher. Einige setzen seine Geburt in i/Zs. (n.h. 1/35.) und auch Gandellini nennt ihn 7772.schon 36 . I. alt. Er war ein Schüler Wagnersund Bartolozzi's. In 1769. wurde er nach Parmaberufen. Dann gieng er wieder nach Venedig,und späterhin nach Rom, wo er sich unter denKünstlern, welche gemeinschaftlich mit ihm nachRaphael arbeiteten, vorzüglich auszeichnete; He-bendem daß er seinen Blättern, welche er, auf Ver-langen, auch in Farben gab, eine noch getreuereDarstellung der Urbilder zu verliehen wußte. Undeben er war es auch, der, in Verbindung mitdem Schweizer du Eros, die Gattung von colo-rirten Prospekten, wo bloß die Umrisse geetzt sind,zu einer neuen Stnffe von Vollkommenheit erhob.In wie weit alle diese dem Auge des Nicht - oderHaibkenners äußerst gefällige Künsteleyen demUnsrigen und andern Seinesgleichen als wirklichesVerdienst anzurechnen seyen, kommt freylich nochkaum in die Frage. Immerhin aber gebührt ihm, alseigentlichem Stecher, das größere Verdienst, unddürfen wir in dieser Rücksicht seine Kunst als dieneue Morgenröthe der Gravur in Italien betrach-ten, aus deren Schooße bald nachher diejenigeseines Schülers und Eidams, Raphael MorgsHeus, als volle Sonne emporstieg, volparostarb zu Rom im August i 8 v 3 . (a. d. 1802.) be-dauert von allen Freunden der Kunst und desVerdienstes; zumal desjenigen, eine bedeutendeZahl trefflicher Schüler gezogen, und dadurch,daß er sie für seinen Verlag arbeiten ließ, der Ku-pferstecherkunst in Italien überhaupt, und in Rombesonders, einen neuen Schwung gegeben zu ha-ben. Meusels Arch. II. (1.) i 49 > In gleichemSinne hieß es noch in seinem Todesjahre vonihm in der Allgemeinen Kunstz. (8°.) S. >68.„volparo sammelt sich überhaupt um die Kunstmannichfaltige Verdienste. Nicht nur hat er inRom eine Schule von Zeichnern und Kupferste-chern gegründet, wo die Werke der italiänischenMeister in einer großen, ihrer würdigen Manier,treuer und geistvoller nachgebildet werden, als

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von den meisten ultramontanischen Künstlern,die ihren ganzen Vorzug in die mechanische Be-handlung setzen; sondern er hält auch, als einwahrer Schüler der Kunst, in und außer seinemStudium, immer eine Anzahl der vorzüglichsten.Kupferstecher beschäftigt; er bezahlt gute Nach-zeichnungen theuer, und läßt sie von verdienst-vollen Kupferstechern, die für sich selbst nicht ver-mögend seyn würden, große, Zeit fordernde Werke;u unternehmen, durch den Stich ausführen. Soverwendet et auf- eine liberale Art ein beträcht-liches Vermögen, welches ihm sein eigener Fleißund ein ausgebreiteter Kunsthandel erwarben."Alsdann werden dort von ihm folgende Blätterangezeigt: Marter des St. Andreas, nach Guido(Pr. 14 fl. 24 kr.); Opfer Noah's, und der Kin-dermord, nach N. Poussin (jedes » ro fl. 48 kr.);diese dreye nach Tofanelli's Zeichnung. Endlichdrey Landschaften nach Cl. Gelee und DoogdsZeichnung (darunter die berühmte Flucht in Egyp-ten aus dem Pallaste Doria, und die beyden an-dern wahrscheinlich aus dem Pallaste Colonna)jede ä 6 fl. 56 kr. Die uns bekannte zahlreichste,aber etwas lahm und locker abgefaßte Litteraturseiner übrigen Blätter giebt Rost IV. 224-37.und eine noch vollständigere (die uns gegenwär,tig nicht unter Augen liegt) ein Aufsatz im Ma-gazin der Rostischen Kunsthandlung. Vonseinem frühesten, in seiner Jugend noch zu Vene-dig Gelieferten nennen wir hier: Vörderst einPaar Bildnisse (des Doge Foscarini und des Pro-kurators Pisani) beydes Copieen nach Bartvlozzi,seinem Vorbilde, und, wenn man will, seinemLehrer (das erstere heißt der H)inkleristhe Gant-katalog » prächtig "). Dann von Geschichtlichem,nach Amiconi, und nach Bartolozzi's Zeichnung:Moses im Nil gefunden; Labau sucht seineGötzen; Rebecca und Elieser am Brunnen; Mo,ses errichtet einen Altar. Hiernächst zwölf Con-versationsstücke, nach F. Maggiotto. EndlichLandschaften, nach F. Zuccarelli und dem altenBrand; ein Paar der erstem mit Mythologie u.s.f.staffirt — lauter Blätter, die uns mehr und min-der an das Mittelgut der unermüdlichen Wagne-rischen Kunstfabrike erinnern. In Rom dann be-gann er bald Höheres, und lieferte vörderst fürdie bekannte HamilronscheSchola Italien; nachAllegri: Christus im Oelgarten, aus dem Königl.Cabinete in Madrid; nach P. Caldara: Perseusbefreyt die Andromeda; nach P. Caliari: Jesusbeym Pharisäer Simon, M. Magdalena zu fei-nen Füßen; nach M. A. Merigi: Die Spieler(Hu 8 ores); nach Rodusti: Die Hochzeit zu Ka-naan; nach R. Sanzio: Die vier Sibyllen allaPace, und Alexanders Hochzeit mit der Roxane;nach da Vinci endlich: Die Bescheidenheit undEitelkeit. Vollends wagte er sich dann an dasHöchste:. Die sämmtlichen Raphaelischen Haupt-bilder im Vatikan in acht sehr großen Blättern *),nach Zeichnungen von Codes, B. Nocchi undToffanelli, zu liefern. Uebrigens sind dies dieje-nigen, welche R. Mengs (wahrhaftig nichts min-der als ohne Grund) schöne Uebersetzungen der WerkebeS großen Sanzio ins Venetianische nennt *»).

») Jedoch von ungleicher Größe:

i. Schule von Athen 9" br. ^ 4" hoch.

->. Abendmalstreit, gleicher Größe,z. Heliodor ^ 4" 6"^ br. r« 10" hoch.

4. Petrus vom Engel befreyt, gleicher Größe.

5- Burgbranb g-,/ br. r< 9" 10'" hoch.

6. Attila, fast gleicher Größe.

7. Meßwunder zu Bolsena 4" iv"< br. 1^ z" 6"^ hoch. (Dieses von R. Mvrghey, in welchem derjunge Künstler bereits seine großen Kräfte versuchte.

8- Parnaß 9" io"< br. 4^ 6<" hoch.

«v) Mit alle dem kann die Schrift: winkelmann u. s. Jahrhundert S. 34g. auch Recht haben, wenn siebemerkt: Volpato habe, durch diese Blätter, r«r Ausbreitung des bcßern Geschmacks durch alle Reicheder gesitteten Welt nicht wenig mitgewirkt; und zumal hatten diejenigen nach den Verzierungen in denVatikanischen Logen, auch ihrerseits, die großen, in den meisten Stücken zu billigenden Umänderungen desGeschmacks in Ornamenten (wie 1. B. die Vertauschung der Grotesken mit den Arabesken )-vollendengeholfen.