Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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4036 Volpato.

Und eben so sind es alle diese achte, sowie nochein großer Theil der folgenden, welche eine kost-bare Folge von fast in Miniatur ausgemaltenTafeln ausmachen, »welche" (wie Rost l. c.meint) „Alles enthalten, was neuere Kupferste-cherkunst in Vereinigung mit der Malerey Großesund Reiches hervorgebracht habe." Gerne abergeben wir ihm zu: «Diese Stücke unter Glasthun die schönste Wirkung. und sind die edelste"(eine hübsche) „Zierde eines Zimmers. IhrPreiß kann freylich minder begüterte Liebhaberschrecken; denn ein Blatt kostet in Rom 35 Zec-chine" — Hierauf nennt Rost weiter noch folgendemeist ebenfalls sehr große Blätter, alle nach Bil-dern der vorzüglichsten Italienischen Kunstlichter;nämlich: Nach Raphael die Kreuzabnahme ausDorghese, und die Madonna della Sedia ausFlorenz; nach M. iAngelo zwey Propheten undzwey Sibyllen aus der Sixinischen Kapelle*);nach Varrholomäo di Sr. Marco Maria aufder Tribune, aus der Gallerte Clive zu London **);nach Guido Christus am Kreuze; nach Guer-«ino die Vermählung Mariä, und eine Pieta;dann dessen Tag (Morgenstern) und Nacht, undseine Aurora aus Ludovist, nach TossaneM'sZeichnung ***). Nach p. veronese seine Ve-nus in der Gallerie Colonna; nach F. Moiawey Bilder mit Kindern. Dann von Landfchaft-ichem, nach Ll. Gelee, wieder zwey Bilder ausColonna. — Zu dem minder Wichtigen dann zäh-len wir: Zwey Darstellungen aus Geßners er-stem Schiffer, nach F. Gianni, und zwey andereaus den Geßnerischen Idyllen (Daphne und Amor,und Amor und Phyllis) nach Ebendemselben. —Ferner sechs Bilder nach Hamilton: Tod der Lu-crezia, Juno, Hebe, Unschuld, Melancholie undHeiterkeit >j-). Jetzt fährt Rost fort von unser«Künstler zu nennen: Die Grundregeln derZeichenkunst (somit eine Art Lehrbuch) nach an-tiken Statuen, mit ihren richtigen Abmessungen,und nennt solches »ein wichtiges Werk" (wirzweifeln daran) »für alle, so sich den bildendenKünsten wiedmen." Dasselbe enthält 36 Folioblat-rer, wovon das Blatt (für einen Künstler freylichgewichtig genug) 2 Zechine kostete >j^). — Hier-nächst: Die Farnesische Gallerie nach H. Cä-ratci, wieder in drey großen und drey kleinen,wie Miniatur ausgemalten Blättern (die Stnc-caturarbeiten und Einfassungen nun vollends —

Volpato.

in Gold aufgehöht); »das Ganze von der kost-barsten Ausführung, und zu Rom für 36 Zechinezn finden." Die drey oben mit Preisen angesetztencolorirten Folgen allein würden also 388 Zechine(ig 4 o. Gulden) kosten -f-j-j-). — Dann der Por-tikus der Villa Madama (4. Bl.) Dieselbenzeigen die schöne Architektur von Jul. Romanound die Verzierungen in Stucco aus RaphaelsSchule; jedes Blatt zu 4 Zechine». — Weiterdas Museum Elemenrinum (14. Bl. theils indie Höhe theils in die Breite gefertigt), welchedie verschiedenen Säle u. s. f. dieses Museums,mit den darin enthaltenen Antiken, dem Apollo-kaokoon u. s. w. darstellen. — Die schon obenbemerkten, in Gesellschaft von p. du Eros her-ausgegebenen, in Farben lavirten ProspekteRoms, mit seinen alten Denkmälern. — Fernersr große Prospekte alter und neuer Gebäude,Tempeln, Villen, Triumphbogen, Grabmäler,und 8 ähnliche von Tivoli. — Endlich noch 14ähnliche colorirte Prospekte mittlerer Größe, ausverschiedenen Gegenden um Rom, die drey Tem-pel "zu pästum, u. s.'s. Noch nennt dann Gan-dellim Blätter für ein Werk: Hnticliit» < 1 eLuoli »), und für ein anderes über die Festineder Herzoge von Parma, eben so wie ein (vor unsliegendes) wirklich sehr schön gestochenes Blatt(17" hoch, 24" br.), nach der Zeichnung von C.Bianconi: Grabmal des Grafen Algarotti, wel-ches Friedrich II. demselben in 1769. zu Pisa er-richten ließ. Endlich nennt noch ein Verzeichnißmeines sei, Vaters I. Ph. Hackert, A. R. Mengs,Piazetta, und A. Zucchi, als Künstler, nach wel-chen der Unsrige gestochen haben soll; namentlichnach Mengs eine Madonna (vielleicht Verwechs-lung mit einer von Cunego), und nach Hackerteine St. Peterskirche (dies von Dunker geetzt,und von dem Unsrigen mit dem Grabstichel aus-geführt); ferner das Bildniß Morgagni'S vorseiner Schrift: Oe reckibun et csusis mordo-rum (1762.); dann eine Statue Clemens XI V.zu Pferde (1773.), und ein Blatt allegorischenInhalts, alle drey ohne weitem Namen als denfeinigen. Don ihm ist auch, nach L. TeseoS Zeich-nung das Titelblatt zu dem Werke des Kammer-herrn Schuhmachers von Luzern: ksccists fielvucsl kal»22o äi Nocken« 1794. Die Bemer-kung, daß volpato die Zeichnungen zu seinenbedeutendsten Blattern nicht selbst gefertigt habe.

Die Propheten Zacharias und Ioel, die Delphische und Cuma'ische Sibyllen ^ 5" hoch, br. (Pr. 12 fl.)»ach St. Tofaneüi's Zeichnung. »Der Kupferstecher" (heißtl es im: k. bUck-alle p. m-

n 2.) » hat hier in dem großen Geiste des Schöpfers feiner Urbilder gearbeitet. Hierunter yersteht sichbeynahe stillschweigend, daß die Zeichnung, wenigstens der Hauptsache nach, korrekt ist; kleine Nachläßig«reiten finden sich dießfalls wohl darin. Dann sind diese Blätter zwar sehr schön gestochen; indessen ist esSchabe, daß der Wvktrag eine gewisse Kälte hat, da nämlich die Gewänder zwar meisterhaft und ingroßem Geschmacke, aber r- B. bey der Sibylla Cumäa, (zumal am rechten Kniee und Fuß)beynahe eben so wie das Fleisch behandelt find, was dann eine unangenehme Verwirrung hervorbringt.Besonders schön und angenehm ist der Kopf der Delphischen Sibylle." Daß Volvnto (wie irgendwo be-hauptet wird) das ganze jüngste Gericht von Michel Angel», gemeinschaftlich mit Eunego, nach Tvfanelli'SIeichnnng geliefert habe, ist wohl irrig.

«") Dieß Blatt ist bloß: »x. ^oHrato rnbrikirt.

Fast denken wir (doch ohne es sicher zu wisse») baß hier ein Irrthum vorwalte. Der winklersche Cata-log nämlich nennt: Tag und Nacht (-78-.) nach Panci's Zeichnung von Pvzzi, und die Aurora in Ludovist<i 78 o.) von Ebendemselben gestochen; um so viel mehr, da es irgendwo heißt, daß dieß Bild von ihm zumerstenmal gegeben worden. Ob Pozzi vielleicht ein Schüler von Volpato seyn mochte?

k) Don den bisher erwähnten Blättern werden bey 8üßlt als schön genannt: Die Bescheidenheit und Eitel-keit nach da Vinci (1. 16.) ; die Propheten und SihyÄn-nach Buonarotti (I. 24.), die Stanzenbilder «achRaphael (I. >35—53.); Christus im Oelgarten nach Cvrreggio (H. 6l.); die Nacht und der Morgenstern,nach Guercino (H. 556. und 57.); die Hochzeit zu Canaa, nach Liutorett (in. 98.). Und noch, nebenden obgeuauuten: Die vier Sibyllen nach Raphael aus Madonna della Pace (l. 153.)

kk) In der Franenholzkschen Kunsthandlung zu Nürnberg erschien > 79g- wenigstens das ersteHeft einer Nachbildung der-selben in s Blättern, welche >. Tbl. ,6 Gr. kosteten, und den Französische» Titel trugen: kriocip-«

Veneill 1e» 6rsvurs» i^ui oor ete piidliee» ck'nprö« les »nliguel Lcsrue» psr ec

, deren die Anzeigen in den Deutschen Kunstblättern auf das I. 1799. 4. l>. »2.(wie man sich einbilden kann!) mit großem Ruhm gedenken.

fff) Reiche Britten, arme Deutsche.' Welch« Kunstprellerei für beyde!

*) Und von Murr Journal II. 254. die Ruine» von Liber's Pallast für Giraldi's Prachtwerk von denRuinen auf der Insel Capri.