ch2§r Urlaub.
troffen; wohl aber kenne ich ihn als Inhaber einesgroßen Verlages, für den die Kupferstecher Pe-ter Cool, Johann Garmont, die Familie Wierixu. s. w. Vieles arbeiteten; obwohl noch Mehre-res, ohne Anzeige eines Stechers, bloß mit sei-nem excnciit versehen ist. Letzlerm mag etwafolgendes anzurechnen sein: Nach van der.BorchtMartha und Maria bey Christus, dann Christusund Maria bitten knieend Gott den Vater für dieSeelen im Fegefeuer; diese zwey Blätter in Fol.;nach Floris, eine Musik von Männern und Wei-bern an einem Tische, in Fol.; nach AmbrosinsFrank Einiges; nach Strada ein großes ledigesspringendes Roß, was Sattel und Fußeisen vonsich geworfen hat, in Mediän; nach M. de Vos,das Abendmal in einer Einfassung von Dlumcn-werk, in Fol.; dann: Christus am Kreuze, mitBlumen eingefaßt, in Fol.; der Leichnam Christivon der Jungfrau gehalten, dabey zwey Engel;die Geschichte von einem französischen Edelmannund einem Dauer in Fol. u. s. w.
"Urlaub (A.), ein Sohn des unten folgendenGeorg Carl, der bey diesem seinem Vater dieMalerey erlernte. Er arbeitete darauf bey Prestelzu Frankfurt a. M. für den er Vieles zeichneteund kolorirre, sich aber auch zuweilen in der ge-tuschten Etzmanier versuchte. In dieser Art ken-nen wir von ihm eine Landschaft mit Vieh inqu. 4 °., nach einem Unbekannten. Von Frkft. auswandte sich Urlaub nach Darmstadt, beschäftigtesich dort als Maler mit dem Copiren von Land-schaften und.Figurenstücken, und gieng dann nachAschaffenburg, wo er noch 1817. lebte, und sichmit einer geschickte» Blumenmalerin (deren Na-me uns unbekannt geblieben ist) verheirathet hak.
— — (Carl), wohl mit dem folgenden GeorgCarl Eine Person. Bey MeuselArch. II. (1.)161. heißt indessen dieser Carl ausdrücklich Bru-der des nachfolgenden Georg Anrons, der sichin 177g. zu Schweinfurt aufhielt, und damalsdas Bildniß des Prodstes zu Heidenfeld malte.«Derselbe" (liest man dort) „hat eine pastöse,weiche und helle Manier, welche aber bisweilenins Bunte, und in den Halbschatten ins Grau-lichte fiel, ein Farbenton, welchen Schlayer ausMünchen gebracht (indem er dc Marees^ seinennoch übertrieb) und dann vielen andern Künstlernmittheilte, die zu ihren steif i» Del geriebenenFarben (?) wenig andere als Borstenpinsel ge-brauchten. Sparer ward Carl nach Wektheimberufen. Lange stand er in genauer FreundschaftNüt dem Schweinfurter-Malcr Conrad Geiger. I.e.
— — (David), Sächsischer Kunstkämmcrer,machte sich durch das schöne achteckige Lusthausdes Thiergartens zu Colditz (es steht in der Mitteeines Teiches, auf einem Roste von Quadern)als Baumeister 1299. sehr berühmt. Die Bau-kosten betrugen, mit Einschluß der Thiergarten-mauer, 102,000 st. für die damaligen Zeiten sehr viel.Magazin d. Sächsischen Geschichte, Thl. II.S. düi. S- auch unten Uslaub.
— — (Georg Anton, gewöhnlich Anton),erscheint schon 1778. bey Meusel I. als Bildniß-malec zu Wirzburg (und heißt nach Einigen einesMalers Sohn daselbst); dann Ebend. II. 1789.uls in 178. . zu Mainz gestorben, mit dem Rufeines geschickten Künstlers in Oel und Pastell,der auch in München, Augsburg, Bamberg,Nürnberg, Hanau, Anspach u. f. f. gearbeitethabe *). Nach ihm (oder nach seinem nachfol-Bruder oder Sohne) hat C. W- Bock das Bild-niß des Senators. Jac. Gottl. Rud. Volkammers(vielleicht Volkmanns zu Hamburg) gestochen.Dagegen nennt einer unserer Kunstfreunde , alsausdrücklich nach ihm gestochen und geschabt:
' -) Anderwärts, wie B. in Meusel's Archiv
und heißt es ven ihm (>. c. -6r.): „Er änderteheit nachahmte."
Urlaub.
Bildnisse von C. W. Bocke (z. B. G. W. Panzer);von I. Bock; von W. F. Gmelin (den M. I.Schmidt); von I. E. Hayd (Paul von Stetten,geschabt); andre von I. H. Klinger, G. Lichten-steger, F. L. Neubauer (nach der Zeichnung vonBeer) den Churfürst von Mainz, Friedrich CarlJoseph.
Urlaub (Georg Carl), wohl des vorstehndmBruder oder Sohn, geboren zu Anspach 1749.Oel - und Pastellmaler in Geschichte und Bild-nissen zu Marburg 1804. wo er das Unglück hatte,blind zu werden, da er sich vorher meistens aufReisen aufgehalten. Merisel III. (1809.) nenntihn noch unter den Lebenden, und führt von ihmals vorzüglich im historischen Fache an, was hierbuchstäblich folgt: „Eine Kinderstube, vorstellendeine Frau mit einem saugenden Kind auf demSchooß; zu ihren Füßen ein schlafendes Kind;im Vordergrund ein Mädchen, am Tische stehend;auf der Seite ein Vordergrund. Ein Korb mitGemüse und Fleisch; dabey eine Katze, die nachdem Fleisch langt. Auf Holz gemalt, ick undZ" hoch und breit. 1784. — Venus und Cupido,auf Holz gemalt, 1 hoch, ck 4" breit. ZumGegenstück: Venus und Cupido, erstere mit vierTauben auf dem Schooß, von nämlicher Höheund Breite. — Apollo, an einen Felsen gelehnt;in der Entfernung ein — Schaaf; auch auf Holzgemalt, ungefähr von nämlicher Höhe und Breite.Zum Gegenstück: Herkules mit einer Keule, auseiner finstern Höhle kommend; gegen den Hinter-grund ein auf Raub ausgehender Löwe, dem Her-kules — nachschleicht. Von nämlicher Höhe undBreite. Cupido, zum — Vordergrund zwey Tau,ben,diestch schnäbeln ; in kleinerm Format, wiedie folgenden: Cupido in einer lüsternen Stellung,auf Holz gemalt. Cupido vom Felsen — einerdunkeln Höhle herabschleichend, oder um etwaszu belauschen. Eine Frau, am Tisch sitzend undnähend; neben ihr ein Knabe, in einem Buchelesend. Gegenstück: Eine Frau, in der Küchesitzend, auf ihrem Schooß ein Hackbrett mit weis-sen Rüben, um sie zu schälen. Gegenüber einMädchen, dem sie Geld giebt. Auf der Seitedes Hintergrundes ein Herd, wo das Feuer brenntund Töpfe dabey stehen. Zwey Bataillcnstücke,auf Holz gemalt, l s? hoch. Das eine stellt vor,wie die Kavallerie in die im Quarre stehende In,fanterie einhaut und eindringt. In der FerneUngewitter — in der Luft. Das andere, wie dieKavallerie geschlagen wird, und das Quarre derInfanterie noch'in seiner geschlossenen Stellungist. Die Kavallerie hat Oestreichische und dieInfanterie Französische Uniform. Mehrere Stückedieser Art, wie auch Conversationsstücke." Hin-wieder bemerkt uns einer unserer Freunde: „DerUnsrige hat vorzüglich sich mit Bildnissen beschäf-tigt, die er in einer geschwinden aber eckigten (?)und markigern Manier zu malen wußte. VollGeschichtlichem kennen wir noch ein Gemäld mitvielen Figuren von ihm, was de» Hanauer-Pa-radcplaz mit der Wachkparade darstellt. Dorthinkam er anfangs i? 8 . . und lebte hier auch noch179. Obwohl man an der Geschicklichkeit die-ses Künstlers nichts aussetzen kann, so wolltedoch nie das Glück seinen Verdiensten huldigen;er lebte meist in traurigen Umständen. Nach ihmhat I. E. Hayd 1791. ein Bildniß des H. vonMurr in Fol. geschabt, und Schweizer einenScharmützel (6 hoch, 10 ^ breit) geetzt,der bey Höchst vorfiel. (Pr. ih kr.) Urlaub istvor einigen Jahren gestorben.
— — ( ), ein Sohn von Georg Carl,
ebenfalls Maler, hielt sich in 1816. zu Aschaffen-burg auf.
(1.) 160. erscheint er auch beyläufig als Frescomal-r,eine Manier selten, bis er endlich die Natur mit Wahr-