Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
Seite
4065
JPEG-Download
 

Waes.

die wegen des Fleißes in der Ausführung, wegender angenehmen Haltung und richtigen Luftpec-spektive sehr zu schätzen sind. Seines Gemälde-handels wegen lernte er auch in Holland die Kunst,Gemälde aufzufrischen, worin er es so weit brach-te, daß er ein altes sehr beschädigtes Stück, ohnees zu verkleinern, aufs bcßte herstellen konnte,waerdigb malte bis gegen sein neunzigstes Jahr,obgleich er des Gesichts durch übergroße Anstren-gung fast beraubt war. Indessen sind diese seinespätern Arbeiten, inVergleichung mit den frühern,sehr mittelmäßig und oft schlecht zu nennen. Auchretouchirte er in den letzten Jahren manche derschönen Gemälde, die er in seiner beßten Lebens-zeit ausgeführt hatte, wodurch er sie oft ganzverdarb. Er legte seinen Kunsthandel nieder, undverlebte seine letzten Lage zu Plön, wo er erst in1790. gestorben ist. Hamburgische Rünstlerst^achr. S. 76 — 79. In dem Catalog des Kabi-nets von H. Hof- und Landgerichts - AdvokatSchmidt zu Kiel heißt es von ihm, daß er sichverschiedene Jahre bey dem Hofmaler (?) zu Eu-tin, und sieben Jahre zu Amsterdam aufgehalten,dann bis 1766. zu Hamburg lebte, und daraufsich zu Plön ankaufte, wo er 1789. gestorben sey.In vorgedachtem Kabinette zu Kiel befanden sichi8io. von ihm vier Bilder, theils Landschaften,theils Fruchtstücke; dann ein Mann, und wiedereine Frau bey Lichte, von vielem Effekt; haupt-sächlich aber den Künstler selbst bey seiner Staf-feley; seine hinter ihm stehende Frau lehnt sichan ihn.

Waes (A- van). Von einem solchen geeßt,rubrizirt man irgendwo drey Blatt; nämlich eineBauerngesellschaft, einen auf einem Korbe sitzen-den Bauer, und eine Bettlerin. Ander» Orrs be-nennt man als von einem A von Wais gestochenzwey Blatt: Einen stehenden Dauer mit einemKinde, und einen sitzenden der eine Pfeife halt.Vielleicht daß beyde diese waes und Wals nurEine Person ausmachen; vielleicht auch daß waesnur eine Namensverkürzung des folgenden Abrahvan Waesberge abgiebt. — Wir haben hier austrüben Quellen schöpfen müssen.

waesberge (Abraham, auch Abraham van).Aus seinem Verlage kennen wir Blätter mit 4 .exc. bezeichnet, von W. Vylenbroek, Crisp. vander Queboren, Wilh. I. Delst u. s. f., die abermeist schon durch die Hände andrer Verleger, vor-züglich des Broer Jans oder Jansson im Haag,gegangen waren. Er mag um 1609. etwa gelebthaben. Anderwärts, wo er sowohl Kunsthändlerals Kupferstecher heißt, führt man, als von ihmnach Denier gestochen, ein Blatt mit zwey Bauernan, von welchen der eine schmaucht und der andre(Halbfigur) in der einen Hand ein Glas, in derandern einen Topf hält. Hierbey bemerkt manauch, daß mehrere Blätter einzig mit seinem schonerwähnten excuö. bezeichnet sind. S. auch denvorstehenden A- van waes.

— — (Johann Jansson van), ein Buchhänd-ler und Kupferstichverleger, vorzüglich von Land-karten, zu Amsterdam , den wir seit um 1670. vor-finden. Er lebte dort noch 1688. und hatte einenBruder Aegidius Jansson van Waesberge,der damals Buchhändler zu Danzig war, wie wiraus der Dedikation entnehmen, die des BeughemLiblioZrspkia Nstkemativa vorgesetzt ist. Ver-gleiche auch tberh. valk in unsern Supplemen-ten. Ein Bildniß des Danziger-Arztes I. A.Kulmus, von Wessel (1740.) zu Danzig gemaltund von I. Houbraken (1743.) zu Amsterdam ge-stochen, ist bezeichnet: 1 ^X 880 X 11 ä

Lxc. Ob dies sich auf die Obigen nochbeziehen mag?

Merkwürdiges Geständniß von — Lands» (Xousi.

-"!-) Hier spricht immer London.

Waeyenberghe. 4065

Waesberge (Js.) Vor uns liegt ein voneinem solchen mittelmäßig gestochenes Bildniß deSPerer Testa in 40 nach des Testa eigenhändigerZeichnung. Vielleicht ist auch er derjenige Kupfer-stecher van Westbergen (dann irrig also geschrie-ben), dem ein Gantkatalog ein Bildniß von Phil.Arens Lauenstein in 4 ° beylegt.

waesemann( ),ein Architekt aus Ber-lin, der wie es scheint, seine Studien in Italienbeendete; wenigstens befand er sich 1807. in derSchweiz und war damals auf seiner Heimreisenach Berlin begriffen.

waerhel (Johann Michael), ferner Trau,gott Leberecht Franke, Johann Niclaus Gottliebla Mar (auch Hof- und Kommunwasserbauin-spektor) und Gottfried Abraham Sievert (auchHauptzeughausspritzenaufseher!), erscheinen sämmt-lich als Gießer in 1799. zu Dresden. Mrc.

waeyenberghe, auch waenberghe(Jgnaz Joseph van), Bildhauer, geb. zu So-merghem bey Gent 1766. Derselbe zeigte frühefür die Skulptur große Anlagen, die sich durchdas Studium der Werke von Franz du Quesnoyvornehmlich entwickelten. Dielen Meister nachzu-ahmen, gelang ihm bald so gut, daß auf einerVersteigerung zu Paris eine seiner Arbeiten in Terracotta für einen Fiamingo verkauft wurde. Nach Pa-ris selbst kam er schon 1773. wo er nichts oernach-läßigte, die zu seiner Kunst erforderlichen Kennt-nisse zu äuffnen, dabey aber des Besuchs der Akade-mie bald überdrüßig war, weil er behauptete, daßdie verschiedenen Systeme der Lehrer seinen Fort-schritten nur hinderlich wären *). Von einemschüchternen, etwas wildscheuen Charakter, beflißer sich mittlerweile mehr, sein Talent zu vervoll-kommnen, als solches gelten zu machen. Freylichschien ihm das ausschließende Vorrecht der Aka-demiker, ihre Arbeiten im Salon auszustellen, ein— Unrecht, der seinen Eifer zu erkalten anfieng,als die Revolution diesem Mißbrauch ein Endemachte, und dem Unsrigen neuen Muth einflößte,so daß nun in kurzer Zeit sein Meißel eine Psyche,eine Venus, einen Französischen Genius und nochmehr Anderes schuf. Allein sein anhaltender Fleißerschöpfte seine ohnehin zerrüttete Ge undheir sosehr, daß er 179^. dahin starb, noch ehe er einwichtiges Werk in Marmor ausgeführt hatte.Frankreichs damalige traurige Umstände harte» esbehindert, diesem hoffnungsvollen Künstler alle dieBeweise von Achtung zu geben, welche er ver-diente. Um so viel mehr zu bedauern war er, daßer die ruhigern Zeiten nicht mehr erleben mochte,wo sich so viel Gelegenheit darbot, seine seltenenTalente gelten zu machen. » Eine Reise in Welsch-land war noch nöthig, seinen Geschmack vollendszu reinigen, und ihm Liebe für den griechischenStyl einzuflößen, dessen Schönheit er nicht genugfühlen mochte**)." Bey Lands» (^nnal. IX.fl'ab. 47. und XVII. fl'ab. 99.) finden sich die Be-schreibung und Nachbildung im Umrisse zweyerseiner oben angeführten Arbeiten, seiner Psychenämlich, und des Genius der Künste, wie er denSzepter der Unwissenheit zerbricht. Psyche nacktauf einem Felsen sitzend, die schickfalsvolle Lampeund den Dolch neben ihr, beweint — dieFlucht des Amors; eine Figur von graziösem Um-riß und Wahrheit des Ausdrucks, kurz schöneNachahmung einer freylich nicht veredelten Natur.Diese Psyche, natürlicher Größe in Gyps, wardim Salon 1793. aufgestellt JenerGenius dann,ebenfalls schön und einfach, hat nur den Fehlerso vieler allegorischen Bilder daß seine Deutungnicht klar ist: Ein geflügelter nackter Jüngling,das Haupt mit einem Helm bedeckt, auf welchemein Hahn — kräht; gelehnt ist er an eine mit eis

IX. los.)