Werner.
Werner.
zu kontinuiren und auszuführen. Für alles die-ses wurden ihm iooo Rthlr. zugesagt, danebenward ihm freygestellt, Privatinformalion zu hal-ten, und fich dafür bezahlen zu lassen *). Auchward er in seiner Bestallung, nebst dem Churfür-sten, an den Freyherr«, von Dunkelmann, (seineneigentlichen Patron) verwiesen. Nachher wurdenihm 400 Rthlr. zugelegt, die nach seiner Abreiseseinem Sohne Christoph Joseph gegeben wurden.In ,704 hatte er viel Streit über eine Anzahl Königl.Malereyen, die durch ihn und seine Leute repa-rirt, und mit einem Firnisse überzogen worden,der von Kennern den Gemälden für schädlich ge-halten ward. Uin 1706 gieng er nach seinem Va-terlands zurück, wo er 1710 starb. Er genoß aberseinen ganzen Gehalt bis an seinen Tod **),und seine Wittwe genoß noch das damals gewöhn-liche Gnadenvierteljahr bis Reminiscere 171,". —Noch heißt es bey Heinecke I. 92. „Daß W.erst nach Schlüter's Abreise aus Berlin, der dor-tigen Akademie Dircctor geworden, und die Sta-tuten und gänzliche Einrichtung derselben in beßereOrdnung zu bringen sich bemühet hat. Diese Aka-demie war 1696 errichtet, und die allererste inDeutschlaud". Ferner: »Werner hakte vieleschöne Handzeichnungen und Kunstsachen mit nachBerlin gebracht, welche er aber der betrübtenUmstände halber, worein er gerieth, theils ver-setzen, theils verkaufen mußte, und die noch hinund wieder in Berlin zerstreut gefunden werden".Auf dem Bernerschen ersten Kunstsalon 1804hatte man das Andenken an diesen berühmtenMitbürger dadurch sehr lebhaft erneuert, da vonihm verschiedene Bilder aus dortigen Privatgalerienaufgestellt wurden. So z.B. ein allegorischesOel-gemäld: Die Gerechtigkeit 6^ 8" br. 4^ 6" hoch.Dann Phaeton's Fall; die beschützte Unschuld;die von den Meergöttern beschenkte Venus; undendlich ein Todtgewild-Stück. Eine nähere Be-schreibung und fast durchaus belobende Beurthei-lung derselben s. in Meusel's Arch. I. (4.)40 — 42. vixi. Füßlil. 260— 80. hZeujahrsstückder Lünstlergesellschaft ü, Zürch. 4°. 8 c> 5 . —hZicola«.
^Werner (Joseph), s. auch oben ChristophIsl^rh^Werner.
*— — (J.B.). So findet man aufKupferuden Namen Friedrich Bernhard Werner's per-sischen; wie z.B. auf einem Prospekte von Halleim Magdeburgischen. Mrc.
— (J.G), ein irriger Name für den al-tern Joseph Werner; vergl. oben dessen Artickel.
— — (Lorenz) von Jena, erlernte die Gold-schmiedskunst zu Leipzig. Er erhielt seiner Armuthwegen, als er ,64, als Geselle nach Dresdeneinwanderte, von der dortigen Goldschmiedsinnungein Alinosen von 6 Groschen. Mrc.
S<rSZ
* Werner (Maria), s. oben Anna Werner.
— — (Matthias), von Freiberg in Sach-sen; erscheint I 58 i als Mäurermeister zu Witten-berg.
— (Paul), unter Joseph Werner imLex. Zu des Joh. Harduin's Opera selects,^mstslock. 170g. kol. hat I. Lscherning einigeKöpfe reinlich nach ihm gestochen, davon abernur ein einziger die Namen der beyden Künstleran sich tragt. Aus dem obigen Verlagsort, Am-sterdam, muß man aber nicht folgern, als ober sich damals in dortiger Gegend aufgehaltenhabe, da noch andre Berliner-Künstler zu ge-dachtem Buche arbeiteten. Auch Oldenburg gabnach seiner Zeichnung Stücke zu Beger's l'tie-saurus öraultenburZlous. III.Th. Fol. Cölln ander Spree ,6g6.
*— — (Peter Paul, gewöhnlich Paul),unter Joseph Werner im Lex. Geb. zu Nürn-berg ibgg und hier gest. ,771. Er, der den Titelals Hofmedaillcur des Markgrafen von Branden-burg-Anspach trug, war nicht allein ein sehrfleißiger Mann, sondern auch ein guter Künstler,selbst noch in seinein spätesten Alter. Indessenfinden wir von ihm schon Schaumünzen mit «712datirt. Paul besaß ein artiges Kunst- und Natu-ralien Kabinet. Schad's pinacothek S. 86.si 5 . Will's AürnbergischeMünzbelustigun-gen II. 14Z. Auf ihn hat I. p. Werner 1788eine Medaille geschnitten, und dann eine andre(diese einseitig) ohne Jahrszahl; so wie man aucheine sehr große von einem Unbekannten poussirteeinseitige Medaille, s. a. auf ihn hat. ImhofhZürnbergisches Münzkabin. l. Abth.2. S.946.947- Des panzer rZurnbergischeportrairel.266. II. 5 i. rubriciren drey Bildnisse von ihm,nämlich von: 0. öel. st kaolsbat
in kol. 7M//er piux. (7. S.
sculp. (es giebt auch Drücke davon mit so.st ex.) in kol. von einem Unbekannten in 40 .geschabt.
— — (Rolefink). Ein solcher, wahrschein-lich ein Künstler, wird bey Heinecke II. im Regi-ster auf S. 9- nachgewiesen, wo wir ihn abernicht auffinden konnten.
— — (Stephan), ein Bildhauer zu Nürn-berg, «m Anfang des vorigen Jahrhunderts, vondem man schöne Epitaphien kennt. Trechsel'sAürnberger Johannis - Rirchhof 1785. S. 7Z2.876. 883 .
— — ( ), ein Steinmetz, dem i 453 der
Rath der ehmaligen freyen Reichsstadt Nocdhau-sen in Thüringen ei» steinernes Thor zu verfertigenauftrug, an dein er zugleich »die Marter unserslieben Heilands, mit einem Bilde unsrer lieben
lin ganz andere Leute vorhanden. Aber Werners Eitelkeit gieng bis ins kindische. Um sich ein Ansehenzu geben, gab er sich wie aus seiner Bestallung erhellet, für einen Maler und Bildhauer aus, und ließsich, in einem von ih'in erbetenen Schreiben des Churfürsten au die Stadt Bern, vom >4. Jul. 1695,ausdrücklich einen Maler und Bildhauer nennen, ob es gleich unstreitig ist, daß er nie einen Meißel indie Hand genommen hat. N.
*) Diese Bedingung, die er gewiß selbst angegeben hat, stimmt schlecht zu den hohen Charaktern und Titeln,die er annehmen wollte, und zeigt seine Deukungsart. Doch vielleicht dachte er auch, als er noch in derSchweiz war, es wäre niemand in Berlin, der Unterweisung geben konnte. War nicht noch 1741 einBuchdrucker Simon in Paris, der dem jetztregiercnden Könige vorschlug, gegen die geringe Summe von120,000 Livres, in Berlin eine Buchdruckerey anzulegen, und in einem besondern an denÄönig gerichtetenTraktat den großen Nutzen bewies, den Berlin von Anlegung einer Buchdruckerey haben würde. 21 .
-'-"<) Dieses verdient, aus den imK.Archive befindlichen Akten, angeführt zu werden, weil Füßli, derLebens-beschreibcr und Lobreduer Werners, immer zu verstehen giebt, als ob wernern in Berlin das höchsteUnrecht geschehen sey, da ihm doch auf alle Weise mehr zugestanden worden, als er, besonders in Ver-gleichung gegen ändere trefliche in Berlin befindliche Künstler., verdiente. N.