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West.
Bad der Venus, das er 1799 vollendet hatte.Im Jahr 1804 erschien von ihm das letzte Abend-mahl, eine Skizze, nach welcher das Altarblattin der Collegiaten-Kirche zu Windsor ausgeführtist. Ein Stück, das schon so oft und so glück-lich von den ersten Künstlern bearbeitet worden,konnte nicht aufs neue behandelt werden, ohnemanchen bittern Tadel zu erfahren. Allein vorur-theilsfreie Kenner gestehen, daß das Gemälderecht gut, und besonders der Heiland eine sehrgelungene Figur sey. Nur mit dem Colorit warNiemand zufrieden. Weit vorzüglicher ist in die-ser letzten, Rücksicht ein Gemälde nach der Offen-barung (XIX., 11 und 20.). Einen großen Bey-fall fand sein Cicero, der in Gesellschaft der Ma-gistratspersonen in Gyracus das Grabmal desArchimed von Büschen reinigen läßt, hinter denenes vergessen und verborgen stand. Die Figur desConsuls hat ungemeine Würde. Im Hintergründestaunt^ das Gefolge und das zusammengelaufeneVolk über das allmähiig hervortretende Denkmal.Eben so viel Lob gebührt der Geschichte Phaeton'snach Ovid. Auch seine zahlreichen Gegner gestehen,daß er hier nichts gemeines aufgestellt hat. Dasfeurige Erwarten Phaeton's, des Vaters Aengst-lichkeit, die wilden Rosse, die schönen Hören rc.beweisen den geübten Künstler. Noch vor seinemAustritt aus der Akademie hat West 1800 nichtweniger als sieben historische Stücke und eine Land-schaft zur Ausstellung geliefert; und das war wohlzu viel für einige Monate Arbeit. Mit der Ideein diesen Werken ist fast jeder Kenner zufrieden,denn sie zeugt immer von einer reifen Beurthei-lungskraft und einem guten Geschmack; allein dieAusführung ist nicht durchaus fleißig, und demColorit fehlt es an Harmonie. Auch haben dieUmrisse der Figuren stets eine gewisse unangenehmeHarte. Unter den Gemälden in der Shakspeare-Gallerie findet man zwey Stücke von West, dieaber nicht zu seinen beßten gehören. Es sindScenen aus dem König Lear (^ct.III. Xc.4.) unddem Hamlet (^ct. IV. Xc. 5.) *). Seine letzte,berühmteste Arbeit ist ein Gemälde von Nelson'sTode, das er 1806 vollendete, und worüber dieStimmen sehr getheilt sind. West läßt Nelsonauf dem großen Verdeck (guurter-äsk) und nichtin der großen Cajäte (cock-pit) sterben, um dieAnsicht der gewonnenen Schlacht selbst im Hinter-grund, so wie den Tod von Adair und Scott alsNebengruppen mit aufzustellen. Es ist der Mo-ment gewählt, wo Nelson vom Capitain Hardydie Nachricht von dem entschiedenen Sieg ver-nimmt, und mit einem Ausruf des Danks zuGott stirbt. Die Stellung des Sterbenden istgerade, nur in entgegengesetzter Richtung, diedes Generals Woulfe; und hier vermissen dieTadler Allerdings die Neuheit und Originalität,die man bey der Begeisterung für einen solchenGegenstand wohl zu erwarten berechtigt wäre.In den Figuren herrscht eine unangenehme Kälte.Vergebens bemüht man sich, den Charakter und
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die Empfindungen zu errathen, welche durch dieGesichtszüge ausgedrückt werden sollten: Die be-kannte Liebe und Anhänglichkeit an den großenAdmiral, und die Tiefe Trauer und Angst überseine Verwundung. Indessen war West und istbis auf diesen Augenblick der einzige brittischeGescbichts- Gegenständemaler, der solche leidlichausführen kann, und er legt deswegen auf seineGemälde einen großen Werth. Nicht weniger als2000 Pf. St. werden für dieses Bild gefordert.Man hat gesagt, daß der König, der es gesehenund, wie es heißt, auch — gelobt hat, es kaufenwerde. Heath, der größte jetzt lebende Kupfer-stecher in England, wird es in Kupfer stechen **).Als Schriftsteller hat sich West nur durch eineRede bekannt gemacht, mit welcher er als Prä-sident 1793 die Preisvertheilung eröffnete ***).Sie enthält eine kurze historische Darstellung desFortgangs der schönen Künste von den frühestenbis zu den gegenwärtigen Zeiten, vornehmlich inder Absicht, darzuthnn, daß diese Fortschritte nieso schnell waren, als die neuern der englischenSchule. Als die beyden Hau^turfachen davongiebt er theils die für zweckmäßigen Unterrichtgetroffene Fürsorge an, theils den Umstand, daßman dem jungen Künstler völlig freie Wahl der-jenigen Kunstgattung läßt, wozu sein Genie auf-gelegt ist. Bey dem vielen Guten und Belehren-den, welches diese Rede enthält, vermißt mandoch in ihr den leichten, einnehmenden und ge-schmackvollen Styl von Reynolds".
Zu diesen ausführlichen Nolizzen von H. Fl'onll-haben wir nur Weniges nachzuholen. Auf derAusstellung von i 8 o 5 sah man noch von ihm,neben der schon erwähnten Sündfluth, und denbeyden Marien am Grabe: Eine Vertreibung derersten Menschen aus dem Paradiese; Belisar, vondem Knaben geführt, und besonders Thetis, dieihrem Sohne Achill die von Vulkan geschmiedeteWaffen bringt; in welch letzter!» Bilde die Zeich-nung durchaus genau, die Figur der Göttin hin-reißend, und die Farbengebung weit sorgfältigerseyn soll, als man sie sonst an diesem großenKünstler zu sehen gewohnt war. Noch einige an-dere bisher nicht genannte Arbeiten werden wiebald unten durch das Verzeichniß der nach ihmgelieferten Blatter kennen lernen.
Ueber seinen im Frühjahr 1806 ausgestellten TodNelson's wurde in einem der Zeitung f. d. ele-gante Welt N°. 79. d.J. beygerückten Londoner-Briefe, fast ungebührlich strenge geurtheilt, wiefolgt: Man bemerkte nämlich darin, trotz meh-rerer Hundert auf diesem 4^ hohen und 4/ breitenBilde zusammengestellter Figuren die größte Ar-muth der Gedanken, und lediglich ein verworrenesGedränge rings um einen auf dem Boden liegen-den todten Menschen; kurz nichts minder als denwürdigen Pendant zu dem berühmten Tode desGeneral Woulfe, von dem einst Nelson zu Westgesagt haben soll: Daß wenn er einst den Tod
Gemäldes, bey welchem die gehörigen Formalitäten nicht beobachtet worden, und worüber er allerlei Vor-würfe erdulden mußte, zumal da er schon vorher bey gewissen Gelegenheiten (als Präsident) sich zu vielherausgenommen haben sollte. Es wurde daher eine allgemeine Versammlung der Mitglieder gehalten,durch deren Beschluß er von aller Absicht, die Regeln und Gebräuche der Akademie zu beeinträchtigen,losgesprochen wurde". So wird dieser Vorfall in dem Meusel'schen Archive l. (2.). S. 159—60.nach einem Schreiben aus Lsnbsii im Okt. igoi freylich locker genug erzählt.
"') Vergl. Förster, am a. O. S. 58 - u. 179.
*») Wir bemerken bey dieser Gelegenheit, daß man einige schöne Kupferstiche, die sich auf Nelson's thaten-reiches Leben beziehen, in dessen eigenhändiger Biographie findet, die auf 17 Platten in Kupfer gestochenund von Mac Arthur und Clarke herausgegeben ist. Cremplare auf Velinpapier mit Kupfern auf Atlaskosten -oo Guineen.
S. ^ OircoursS <lelivere<! ro rbe stmIeiN8 ob rbe ko^nl scs<lem/ oo riie äislribiilioii vk tbe piices.(t-7 ^erk.) 179z. 4.