L064
Wrstenberger.
Mäßig erlernt, und die Natur genau studirt hatte,so stehen seine Landschaften auf einer vorzüglichenStufe. Um die Wirkung einer solchen Naturer-eignis anschaulicher zu machen, verband er dasGanze mit den Resten der römischen Alterthümer,die er nach Sandrart bearbeitete. Charakteristischist hier wieder der Laubschlag. Die Manier istvortrefflich, das Kolorit sanft, hin und wiederstark dunkel, mit schmelzenden Lichtern verwebt.Unverkennbar tragt jedes Geinülde den Beweisan der Stirne, daß dessen Urheber nur für dieKunst arbeitete, so fleißig ist alles ausgemalt.Er bereitete seine Farben selbst, und untermaltealles wohl mit Erdkoloriten, die er beym Arbei-ten mit Lazurfarbe schmolz. Die Gemälde habenein so frisches Ansehen, als wenn sie erst gesternvon der Staffeley genommen waren, und dieFarben sind so dauerhaft aufgetragen, daß sienur mühsam mit Bimsstein abgerieben werdenkönnen. Er brachte es dahin, seinen eigenen Pin-sel zu haben, den keines seiner Gemälde verläug-net- Von seinen Zeichnungen sind nur wenige inKupfer gestochen, und von seinen Gemälden nurin einem einzigen öffentlichen Blatt (im Fränki-schen Merkur i/g-s, Mistes St.) Erwähnung ge-schehen. Vergl. Gchneidawi'nd's Versuchsiner starist. Beschreibung d. Baiser!. Hoch-siifrs Bamberg, iste Abthl. S. 216—2,8. v,Murr's Merkwürdigkeiten Bambergs, S.177 und , 85 . Meusel's gelehrt. Teutsch!,nach der 5 ten Ausgabe."
Weste nberger (Johann) Doktor, gab eineKarte von der Grafschaft Bentheim und Stein-furt Hauber's Histor. der Landkarren.Ulm 1724. S- 85.
— — (Paul), kommt um 1617 als Substi-kut des Münzmeisters der Aebtisim von Thoren,Heinrich Winckens (unten als wynrgis) vor»Hirsch teutsches Münzarch. VII. 444.
Weste nrieder (Matthias), Stadtzimmer-poiier zu Wien 1786. Hof- u. Skaats-Sche-matismus von Wien 1786.
Weste nsee (I. Danckwart de), soll 167gund ib8o einen Traktat über die neuere Kriegs-baukunst gefertigt haben, der zu Hamburg 1691erschiene» sey.
Weste rbaen (Johann). Nach ihm (F.§terbW» p.) h.u H, Bar» die Bildnisse der Got-tesgc.'ehlteu Lrn. Geesteranus und Jac. Batelier,beyde in gr. 40. gestochen, ^c.
* westerhout (Arnold van) , Zeichner undKupferstecher, geboren zu Amsterdam 1666. Nach-dem er in seinem Lande die Anfangsgründe seinerKunst erlernt hatte, hielt er sich anfangs mitseinem nachfolgenden Bruder Balthasar zu Pragin Böhmen auf, und gicng dann nach Italien.Um 170,1 (a. b t6go) kam er nach Rom, wo ersich niederließ, und mit R. van Audenaerde, sei-nem Landsmanne, wetteifernd arbeitete. Seinenangenehmen Stichen wäre jedoch mehr Kraft undWirkung zu wünschen. Von ihm nennt ein Ver-zeichniß meines sel. Vaters an die 8ü Bl. nachfolgenden (an die 5 o) Meistern: I. Bailly, I. F.Darbieri, I. A. Darigioni, L. Bernini, I. B.Carziani, einem der Carracci, I. Chiavistesli, A.und L. David, C. Fancekti, H. Fcrraka, C. Ferri,F. Fontana, I. B. Gauli, P.' L. Ghezzi, A.Gior-
Westerhout.
gekti, D. Godin, D. Guidi, L. de St. Joseph,I. B. Lenardi, A. Lasma, P. Lucatelli, H. Lu»cini, I. B. MaNelli, C. Maratti, F. Mola, D.Monkorselli, L. Morelli, D. Muratori, P Nal-Lini, I. D. Nasini (». K. I. N. Rossini), A.Odaki, M. Oddi, A. Raggi, L. Reti, D. Ric-ciarelli, A. Sacchi, R. Sanzio, A. Scilla, A.Specchi, P. Testa, F. Lrevisani, L. Vecelli, D.Zampieri, Zobeli; wohl wagte er sich noch an mehrandere, aber, man sieht bald, selten an die großen.Uebrigens war ihm nichts fremde: Bildniß, Ge-schichte, Sculptur, ganz besonders Architekturu. s. f. wie es ihm angeboten wurde, sogar Blu-men; nur, so viel wir wissen, keine Landschaft;Mehreres auch ohne weiter» Namen als den sei-nigen, wie j. B. einen St. Peter Nolascus, vonden Engeln zum Himmel getragen; von Bildnis-se» Großherzog Ferdinand und seine GemahlinViolanta Beatrix nach St. Joseph (in Lebens-größe) , den Jesuiken-General A. Lamburinus nachOdati, und Bernini nach Gauli; von Geschicht-lichem: Die berühmte Abnehmung vom Kreuze,nach Ricciarelli, welche freylich jenem andernBlatte von Dorigny nach dem gleisen Bildeweichen muß, eben so, wie seine Verklärung nachRaphael eben nicht sehr bedeutend ist; eine Ma-donna mit dem Kinde, nach Maratti, das inMosaik gebracht, und dann nach diesen von demUnsrigen gestochen wurde, was auch Füßli nennt,und sagt: Ein schöneres Kind und von bessermEbenmaaß sey nicht zu finden. Von Skulpturendie 10. Engel mit den Passionsinsignien, nachBernini, Ferrata und acht andern Meistern, sowie mehrere Grabmäler und Basreliefs für Bon-nani's'I'smplum Vaticsnum; für EbendesselbenOescri^ions istromsnti armonici (wovon
177440 kom. eine zweyte Auflage erschien) nichtminder als 140 Bl.; nach Chivistelli perspektivischeScenen, u. s. f. u. f. Bost VI. 280—81. Oonk.<T«»iie//rur» wo sich, nach Gewohnheit, Detail fin-det , den man anderwärts vergebens suchen würde.Daß er Lehrer unsers berühmten Landmanns Jac.Frey war, aber von demselben in malerischer Dar-stellung übertreffen wurde, ist bekannt. lCfach ihmgestochen nennt einer unsrer Freunde von C- vanMeilen: Einen Kaiser, der ein Kreuz umarmt,und einen andern aus dem Throne, dem ein Türkeeinen Brief überbringt, von P. van Sickeleers:Kaiser Rudolph auf dem Throne (These), undeine emblematische Darstellung, welche zwey Kai-ser, auf Einem Throne sitzend, zeigt. — Ein Fe-tzend seiner Blätter §) nennt auch Dlabacz, vondem wir allein die Kunde haben, daß er sicheine Weile zu Prag aufgehalten.
westerhout (Balthasar von), ein Kupferste-cher , der in der letztem Hälfte des XVII. Jahr-hunderts zu Prag nach Heinsch, Hiebe! und Ong-hers arbeitete. Ehre machen ihm „die Familien-stücke des Grafen Woracziczky von Pabienicz."Neuere Abhandl. d. Bönig!. BöhmischenGesellschaft der Wistensch. B III. Prag 179840. S. i 3 o. Nach Dlabacz war der UnsrigeBruder von Arnold , der sich zu Prag von 168sbis 1724 aufhielt. Gedachter Schriftsteller nenntihn einen „guten" Stecher; ein fruchtbarer We-stens, denn er führt von ihm nicht minder als 72 Bl.an, wovon man wohl anderwerts vergebens die An-zeige finden würde Seinen Tod setzt er nach einemVerzeichniß der verstorbenen Mitglieder der Bru-derschaft von Maria Reinigung bey St. Clemensin der Altstadt Prag, daselbst in 1728 an. VonMeistern, nach denen er gestochen hat, werden.
Z- B. den Traum Josephs, wo ihm ein Engel und Maria mit dem Kinde erscheint, nach Sacchi; eine»schönen Magdalenen-Kvpf, nach Vecelli; und Judith, die dem Volke das Haupt des Holoferues zeigt, nachAampieri.