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Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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Westek mayr.

gender, die alle entweder nach der Natur odernach eigner Erfindung gefertigt sind. Jn Oel: DerBrand der Vorstadt von Hanau (in der Nacht amSo. Oktober 1810.) nebst der Flucht der Franzosen(enthalt auf 5oo Figuren; ungefähr 3 ^ br. 2^ hoch).Der Pendant dazu: Der Brand von Hanau, imVordergründe französische Batterien und das fran-zösische Lager. — Zwey kleine Stücke mit partiel-len Gefechten bey dieser Gelegenheit. — Napoleonlaßt den Prafekt und die Rathe der Stadt zu sichin das Lager kommen. — Skizze, Schiller kurzvor seinem Tode; dies in Pastell und schwarzerKreide. In Miniatur: Eine schlafende Nymphe;ein Johannes in der Wüste, dies nach Raphaelu.s. f. In Aquarell: Die Einweihung des Schieß-hauses zu Weimar, mit dem Aufzuge -es Rathes,der Bürger, Schützen und Gilden (über Zoo Fi-guren); Zeichnungen aus Wielands Oberen; diegroße Eiche im Wilhelmsbad, dies mit Kreide aus-geführt u s. f. In Tusche: Psyche, die denschlafenden Amor betrachtet; mehrere Landschaf-ten; die Aufgabe der Weimar'schen Kunstfreunde,von 1803, die durch das Wasser geangstigteMenschheit (blauer Tusch, der Vorgrund Sepie);einige Landschaften mit Tusch und schwarzer Kreide.In Sepie: Götz von Berlichingen, von der Gat-tin aufgefordert seine Lebensbeschreibung zu been-den, nach Göthe's Schauspiel; mehrere großeLandschaften nach der Narur. Mit der Feder(Contour) eine Aufgabe der Weimar'schen Kunst-freunde : Ulysses in der Höhle des Polyphem u. s. f.In Kreide: Der Traum, oder die Erscheinungaus Göthe's Egmond, ein sehr großes Blatt;eine schlafende Nymphe mit Amoretten leicht kolo-rirt. Ueberdies eine große Anzahl Copien in Oel,Wasser, Sepie u. s. f. nach den Meisterstückenverschiedener Gallerien, und vieles andre mehr; dar-unter: Elemente der Zeichenkunst, zum Gebrauchder Zeichenschule in Hanau, von den ersten Linienan, bis zur Eiittheilung der Verhältnisse des gan-zen menschlichen Körpers, in i 5 . Blattern. Letz-teres war Lonrad geneigt in Kupfer zu stechen,und mit dazu gehörigen Erklärungen herauszu-geben.

Was seine gestochenen und radirten Blätter(in i 8 i 5 , alles zusammen gerechnet, etwa gegen600 an der Zahl) anbelangt, so sind sehr vielederselben nach seiner eignen Zeichnung. DannBildnisse nach: Boettner (Landgraf Wilhelm I V.von Hessen, 17Z4 gr- 4 °); Garterct (des ehma-ligenGroßherzogs von Frankfurt, gr. 4°); Guth-bier; Franz Hals (dessen Bildniß radirt); Jage-mann; Lips (Wieland kl. 8 °.); Lotter; C- Specht(Kästner); Friedr. Tischbein (Herder, den Hofr.Böttcher) u. s. f. In den geographischen Ephe-nicriden von Zach und Bertuch finden sich nochüber 60 kleine zart und fein punktirte Bildnisse,die er meist nach andern Blättern kopict hatte.Dann Historie, Landschaft und anderes nach:della Bella; August Engel; dem Engländer Gore;I. P. Hackert (eine neapolitanische Landschaft inAquatinta, Pr. 16 Gr.); Franz Hals (der Lauten-schläger, radirt); Ang. Kaufmann; HofdildhauerKlauer (Rode's Grabmal zu Weimar, Aquatinta);F. Kobel (Sommernacht mit Mondschein, Aquat.Pr. 2 Thlr.); Lips (12 D>. 8°. zu GuthsmuthsGymnastik); Mettenleiter (20 Bl. 8 ° zu der Ge-schichte der Teutschen für die Jugend. Leipz. Cru-stus); Mieris (Junge, der Seifenblasen macht,punktirt); Raphael (das artige Litelkupfer zu Ber-tuchs Naturgeschichte, gr. 4° - Adam und Eva,die Figuren punktirt, die Landschaft Aquatinta);Rembrand (6 Dl. Köpfe in 4°. radiert); G Reni(eine Madonna, Linienmanier); P. Roos; Roux;

W estermayk.

Schalk (der Eierkuchen); Schenau (Amor, oval1 Schuh hoch, A Schuh br.); diese Platte warnoch nicht durchaus beendet, als sie ihm 1806 ent-rissen wurde; Wilhelm Tischbein u. s. f.-

Ohne Namen der Zeichner: Das Grabmal derFamilie Plautia und das der Cäcilia Metella(beyde Aquatinta und jedes Pr. i Rthlr. 8 Gr.)und das des Kon. Lheodorich bey Ravenna (Aquatinta Pr. 16 Gr.)—-Dann nach eigner Zeichnung:Der Wasserfall bey Salurn, Aquatinta, 1814 been-digt. Viele Blätter zu verschiedenen Werken,als 40— 5 o zu Loders anatomischen Tafeln; einigehundert zu dem bey dem Weimar'schen Industrie-Comptoir erschienenen Bilderbuchs aus der Natur-geschichte , sowohl nach eignen als fremden Zeich-nungen u. s. f. — Endlich ist auch mehreres nachLonrad gestochen worden. — So 320 Zeich-nungen zu Leonhard's und Kopps Einleitung zurMineralogie, Frankfurt a. M. 1812—1815. DerSturm der Bayern auf Hanau (ein Contour mitder Feder), den I. Loren; Rugendas in qu. Fol.ätzte und koloriere, durch eigenmächtige Wegnahmeund Hinzuthat aber dem historischen Werthe scha-dete; Bildnisse u. s. f. *)>

westermapr (Daniel Jakob), Sohn desnachfolgenden Joh. Andreas, geboren zu Augs-burg 17Z4, wurde frühzeitig von seinem Vaterals Gold- ynd Silberschmicd in die Lehre genom-men, legte sich dabey auf das Zeichnen (wozu erstets eine besondere Neigung hatte, auch schonals Knabe ziemlich korrekt darin zu nennen war)und spater in der Akademie seiner Vaterstadt aufdas Poussiren (vorzüglich in Wachs, worin erganz herrlich arbeitete); Uebungen, die ihm zurVervollkommnung in seiner Kunst eben so nöthigals nützlich waren. Nach ausgestandener Lehrzeitbegab er sich in Condition bey Gulmann, der inAugsburg zu den bcßten Gold- und Silberarbei-tern gehörte, und wo er sich zu einem der geschick-testen Künstler im Treiben und Ciseliren ausbil-dete. Eines der Hauptwerke, die er damals fer-tigte, war ein von ihm gezeichneter (zum Theil aucherfundener) getriebener und ciselirter Weihkessel,von solch einer Größe, daß einige Menschen be-quem darin zu arbeiten vermochten. Dieses treff-liche Werk, was er schön mit biblischen Historienund Figuren verzierte, kam nach Rom in eineKirche. In 1766 gieng der Unsere nach Straß-burg, wo er geraume Zeit in dem Buttner'schenSilberladen als Ciseleur bedienstek war, und un-ternahm darauf einen Durchflug durch Oberita-lien. Immer aber blieb sein Augenmerk aufdas Zeichnen und Poussiren gerichtet; so wie erauch allerhand Patronen in Bley verfertigte, vonwelchen letzter» sein Sohn der Kupferstecher undMaler Eonrad U). noch Verschiedenes aus denMetamorphosen Ovids (dann ein Modell in Bleyzu obgedachtem Weihkcssei u. a. m.) besitzt. Ini75g oder 1760 verschrieben ihn die Goldschmiedezu Hanau dorthin, um für sie das Treiben und Ci-seliren zu besorgen. Hanau war damals der Ort,wo man sich vorzugsweise mit der Verfertigunggoldener Dosen befaßte; und westermayr'n ver-traute man die schwersten und wichtigsten solcherArbeiten nunmehr an, um so mehr da er sich inkurzer Zeit eine ausnehmende Fertigkeit im Era-viren erwarb. Nachdem er 1762 sich verheirakhethatte, hielt er selbst einen Laden als Goldschmied.Sehr thätig bewies er sich bey Errichtung d.Hanauer-Zeichenakademie 1772. Doch, so ein wackerer, aus-gezeichneter Künstler seines Faches der Unsere auchwar, so wenig hatte er Sinn für den Handel;und da seit 1782 überhaupt der Vertrieb der Gold-schmiedarbeit sank, so wurde er Brodt- und Ar-

») Kaum dürfen wir abermals über die Wettschichtigkeit dieses Art. unsere Leser um Verzeihung hitten, dasolcher denn doch so viel Anziehendes hat, was sie anderwärts vergebens suchen würden.