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Witte.
Witte.
einige Fehler in der Linearperspeetive dieses übri-gen trefflichen Gemäldes bemerkt werde»/ dass' in die Höhe und 2^ in die Länge hält. InDeutschland besitzt unsers Wissens einzig das Ka-binet des H. Hof- und Landgerichts - AdvokatenSchmidt zu Blei von ihm eine herrlich gemalteperspektivische Kirche mit Monumenten und Fi-guren.
Wirre (Johann de). Von einem uns sonstganz unbekannten Maler dieses Namens nenntder Katalog der Schmidtlschen Gallerie zu Riel,als ein „schönes und seltenes" Bild eine sehranmuthige und warme Holzreiche Landschaft/ miteinem Fluß/ aus welchem der von dem Engel be-gleitete junge Tobias den Fisch abholen will.In der Entfernung ein Maulthiertrciber. DieBäume „verschiedener Art" sind, wie allesUebrige, mit außerordentlicher Kunst und Fleißbehandelt.
— — (I. G.), der Königl. Kammer zuGlogau Conducteur und Landmesser in Liegnitz1778. Schleslsche Jnstanrien-Moritz. Erscheint 1792 nicht mehr am Leben gewesen zuseyn.
*— — (Peter de), in Italien Candito ge-nannt. Bey Liporvsky s. v. Eandiro lesen wirvon ihm: „Unter dem Namen Landiro (dieses istdie italienische Uebersetzung seines Familiennamens)find seine Zeichnungen in Kupfer gestochen. DerChurf. von Baiern berief ihn endlich nach München,wo er mit einem jährlichen Gehalte von 5 oo Guldenangestellt wurde und für die dortige Residenz meh-rere Gemälde und Plafonds verfertigte. Ein schö-nes Gemälde in Oel von seinem Pinsel war beyden Kapuzinern in München aufgestellt. Dasselbestellt die Familie Christi vor, und wird nun in derKönigl. Gallerie verwahrt. Die i 5 oo Schuh langeGallerie zu München im Hofgarken, die durch85 offene Bögen beleuchtet ist, war mit Fresko-gemälden dieses Künstlers herrlich geziert; nunfind sie vertilget, weil man es für besser fand,sie durch einen Tüncher weiß herabpuzen zu lassen.Der Springbrunnen in der Residenz, aus Erz mitseinen Figuren gegossen, der Engel im Chöre derMichaels Hofkirche, das Grabmal Kaiser Ludwigsin U.L.Fr. Pfarrkirche zu München (dies von I.Krumpter) s. a. sind nach Landits Zeichnungenund Formen verfertiget. Der Styl dieses Künst-lers hat Aehnlichkeit mit dem fiorentinischen Ge-schmacke. Zu Brescia ist von seinem PinselMariens Verkündigung im Chöre der Karmeliter»zu sehen. Die Königl. Galleriecn besitzen von ihm,außer oben angeführter Heil. Familie, in Lebens-größe auf Leinwand: 3) Saila, Tochter des Jephta,wie sie ihrem Vater als Sieger über die Ammoniterentgegen gehet; b) Joh. Sobieski König von Poh-len, zu Pferde; c) Das Gastmal der Vasthi,Gemahlin des Königs Ahasverus; ä) Maria dieSchwester Aarons mit einer Trommel, halbe Figur;e) Magdalena,H. Wilhelm des V. Tochter und Ge-mahlin des H.Wolfg. Wilhelm vonPfalz-Neuburg;und k) Esther, den Ahasverus um Gnade für ihrVolk flehend; alle auf Leinwand. Die Gemäldeauf dem ibo 5 von Gips gegossenen, und in derPfarrkirche zu U. L. Frau zu München zu sehendemGewölbe, sind von seinem Pinsel; eben so dasChoraltarblatk daselbst, Mariens Himmelfahrt vor-stellend. In der Hoskirche zum H. Michael, sind
die Mtarblätter: Der englische Gruß- und die-H.Arsula (beyde von Raph.Sadeler in Kupfergestochen) von ihm gemalt. In der ehemaligenFranziskanerkirche zu München war das Altar-blatt, Agnes, Cäcilia u.s.w. von ihm. In derdortigen ehemaligen Augustinerkirche hatte er zweyAltarblätter, die H. Anna, und die H. Ursulaverfertiget. Die ehemal. Kapuzinerkirche zu Mün-chen besaß von seiner Kunst das Choraltarblatk,den H. Franz von Assis vorstellend. Auch dasChoraltarblatk, das den H. Karolus.Borromäusvorstellte, in der ehemalig. Paulanerkirche in derVorstadt Au, war von ihm gemalt. Der präch-tige Kaisersaal in der Kvnlgl.Nesidenz zu München,der n8 Schuh lang, und 62 breit war, hatte einDeckengemälde, das Eandiro verfertigt hakte. ImKönigl. Lustschlosse zu Schieisheim malte er dreyDeckenstücke in den an den Saal anstoßenden Zim-mern. Das erste stellt die Besänftigung des Ge-müthes, das zweyte die Mäßigkeit, und dasdritte — den Morgenthau vor. Daselbst befindensich noch mehrere Deckenstücke von seinem Pinsel,welche die Lieblichkeit (?), das Wasser, die frucht-bringende Natur, die ruhige Gelassenheit, dieTonkunst u. s. w. vorstellen. An Alkarblättern,welche er für verschiedene Kirchen malte, werdenhier noch folgende angeführt: Marias Heimsuchungin der Domkirche zu Freising. In der Michae-lis Hofkirche zu München, das von ChristophSchwarz angefangene, von perer de Wirreaber vollendete Altarblatt: St. Andreas, weilSchwarz unter der Arbeit dieses Gemäldes ge-storben ist. Zu Augsburg in der FuggerschenKapelle: Eine Muttergotkes mit dem Kinde Jesusin Wolken; vor ihr knieen Benedikt und Fran-ziskus." Weit kürzer ist der H. von Männlichüber den Unsrigeü. Bey ihm heißt es lediglich:„Sein Lehrer ist unbekannt. Er malte Geschickte,und muß sehr jung nach Italien gekommen seyn;denn sein Styl hat nur hie und da Spuren vondem Vaterländischen Geschmacke *)." Dann vonseinem Aufenthalt in Bayern: „Der Churfürstgab ihm die Oberaufsicht über Alles, was damalsin seinem Pallaste von Kunstwerken gemacht wurde.Die Deckenstücke, Springbrunnen, Gypsarbeiten,Tapeten u.s. f. sind größtentheils von seiner Erfin-dung." Das Uebertünchen seiner Frescoarbeitenin der Gallerie des Hofgartens wird auch hierbedauert. Dieselben stellten die Heldenthaten desgroßen Otto von Wittelsbach, und die AbreiseKaiser Ludwig IV. (als er nach Rom zog, umdort die Kaiserkrone zu empfangen), u. a. vor.Uebrigens wird dann hinzugefügt: „Die Tapeten,welche durch aus Holland verschriebene Arbeiternach diesen Gemälden gefertigt, und nachher durchC.G. Ambling gestochen worden, haben jedoch dasgroße Werk von gänzlicher Vergessenheit gerettet.Die oben bemerkte oder eine andere H. Familie unddas Bild der Tochter des Jephta ausgenommen,welche sich in der Königl. Gallerie zu Münchenbefinden, sollten die übrigen bey Dpowsky an-geführten, nach dem alten Katalog von Schleis-heim, hier zu suchen seyn. Indessen enthalt derneuere dieselben, mit Ausnahme des Bildnissesder Herzogin Maria Anna, nicht, sondern wie-der ganz andere; nämlich: Eine H. Familie mitSt. Anna, St. Elisabeth der jüngern, und meh-rern Engeln, welche von einer Wolke herab Blu-men streuen, ein 12^ hohes und 7^ br. Bild vonlebensgroßen Figuren **); dann St. Ursula undSt-Kordula, im Hintergrund den Tod der 10,000
«) Zum Theil umgewandt sagt Miliria (Lll. terr.) II. Z2. „In Toscana befand er sich in der Schule desVasari, und übertraf seinen Meister in der Zeichnung und im Colorit; nur daß er immer etwas von derTrockenheit der Fiorentinischen Schule beybehielt-"
«s) Was uns vermuthen läßt, daß eher diese, als jene andere in der Galerie r» München befindliche H. Fa-milie von weit geringerm Maaße, die aus der dortigen Kapuziner-Kirche gezogene sey.