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Wolfgang.
gelesen zu werden. In die dortige Gefangenschaftgeriethen sie 1684. Wie lange solche dauerte,wird nicht bemerkt. In 1691 finden wir ihn we-nigstens bereits bey Hause verheirathet. » Er war"(sagt eine jener Beschreibung angehängte biogra-phische Notitz der Künstler-Familie Wolfgang)„von besonders lustig - und aufgewecktem Naturel,welches er auch bis in sein Alter behielt, unge-achtet es eben nicht das glücklichste war, da ereinige Jahre vor seinem Tod erblindete." Seine,so wie seines Bruders, Johann Georgs, undseines Sohnes, Gustav Andreas, gefertigte Bild-nisse (ein Verzeichniß meines sel. Vaters giebt ih-rer an die i5o. an) hatten größtentheils dunkeledeutsche Männer und Frauen zum Gegenstand.Zu den beßten des Unsrigen zahlen Rost u. a.dasjenige seines Vaters Georg Andreas, nachI. M. Roos, des Marchgrafen von Anspach,Carl Wilhelms, nach A. Pesne, des Juweliersund Rathsherrn Christoph Rads zu Augsburg,nach I. Faescher, u. e. andre. Namentlich be-merkt einer unserer Freunde dasjenige einer Magdal.Barbara Avemann nach Feuerlein, welches sehr„fein und brav" behandelt sey. Rost nennt auchvon ihm ein geschabtes Bildniß von Kaiser Carl VI.,und jenes Pamphlet so wie das Lex. (als ein Cu-riosum): Den Algierischen Hofstaat, und sich,nebst seinem Bruder im Sclavendienst und Habit.Rost l- 3 i 5 —16.
* w 0 lfgang (Christian), des vorstehndenAndreas Matchaus jüngerer Sohn, welcherim Lex. unter dem Art. seines nachstehnden Groß-vaters, Georg Andreas, erscheint; geb. zuAugsburg 1719 u. gest. zu Berlin i/ 5 o (also bloß5 i, nicht 41 I. alt, wie das Lex. irrig besagt).Da seines Varers Umstände eben nicht die beßtenwaren, so nahm ihn sein älterer Bruder, dernachfolgende Gustav Andreas, zu sich nach Ber-lin. Hier machte er zusehends Fortschritte, „wies"(heißt es in dem vorgenannten Pamphlet S. § 5 — 46 .„ein gut Genie, im — Kleinen zu inventiren,und zeigte solches besonders in einem schönenBlatt, die Königlich Preußische Revue vorstellend.In diesem Blatt präsentsten sich nicht nur vielhundert Figuren, sondern das Perspecriv ist auchgar schön in acht genommen; das hinter Wesenzeichnete er mit der Nadel auf das Kupfer, ohnesich aw seine gemachte Satze zu binden." DasMiniaturmaler, hatte er bey Johann Harper,einem Tochtermann seines Oheims, des unten ff.Johann Georgs *), gelernt. Er war verhcira-thet, und hinterließ zwey Söhne, als die letztenZweige dieses Künstlerstamms. Ob sie selbst Künst-ler waren, und noch leben, ist uns unbekannt.Von dem Unsrigen kennen wir ein, nach eigenerZeichnung, zu Berlin zwischen ,709 u. 1743 artiggeetztes Blatt: Die Revue der preußischen Gensd'Armes. Man sieht auf diesem Blatte, in dessenBehandlung der Miniaturmaler nicht zu verkennenist, viele kleine Figuren. Ein Mehreres scheint ernicht in Kupfer geliefert zu haben. Nach ihmschabte I. A. Pfeffel ein Bildniß Friedrich desGroßen in gr. Fol.
* — (Georg Andreas), der Aeltere,Sohn des Stammvaters der Künstler dieses Ge-
Wolfgang.
schlechts. In seinem Alter legte er sich auf de»Gemälde-Handel, womit es ihm an einigen deut-schen Höfen ziemlich glückte. Nebst einer MengeBildnissen (worunter wir, Seltenheits wegen, bloßdes — übergroßen des Kaiser Leopolds (zu seinenFüßen gefangene Türken) gedenken **)), nennenwir hier von Geschichtlichen: Saul unterredet sichmit dem Geiste Samuels, nach Joseph Werner;zehn Blatter aus dem A. u. N. Testamente, nachI. llmbach; dann ein großes Dianenopfer, nachI. H. Schönfeldt (1661.); die 24 Buchstaben desAlphabets, in schönen Cartouchen ***). Rostl.0,4—, 5 . Reisen u. s.f. S. 22 — 35 .
In I. <t. Schumann'« Sron- und Helico-nischen Schriften I. 625. u. ll. 290. finden sichzwey Gedichte auf den Unsrigen.
* Wolfgang (Georg Andreas), der Jüngere,des nachfolgenden Johann Georgs W- Sohn,welcher im Lex. unter dem Art seines vorstehndenGroßvaters, Georg Andreas des Aelrern er-scheint, studirte einige Jahre in Italien, unddurchreiste Deutschland, Frankreich, Holland undEngland. Derselbe st. zu Gotha unverheurathet.Er malte Geschichte uKd Bildnisse. Auch zu Augs-burg findet sich gute Arbeit von ihm. Reisen u. s. f.S-4r- Er selbst soll nach einem (uns unbekannten)Matthias Echter und nach P.Lesta geetzt haben;so wie hinwieder der unten ff. Joh. Georg Wolf-gang nach ihm das Bildniß des Lonsetzers Handelgestochen habe.
— — (Gottlieb), ein sehr mittelmäßiger
Kupferstecher um 1700. Wir kennen von ihmnach I. Asam eine Allegorie in 8°., die Christusin einem Schiffe, mit der Devise: ?lus cursa irrviolema iuvant (?) darstellt; dann nach F. B.Hermann ein allegorisches Titelkupfer mit der Jnnsschrift fiäss und Ratio, zu: Christliche Sitten-
lehre. Aus dem Französischen übersetzt. Kempten
1707. 4". 7 l 7 n.
*— — (Gustav Andreas), des oben ge-nannten Andreas Matthäus w. älterer Sohn,welcher im Lex. unter dem Art. seines vorstehndenVaters, Georg Andreas des altern, erscheint.Zu Berlin war er seinem nachstehnden Oheim,Joh. Georg, in seinen Arbeiten behelfen, undviele der (einigen gingen unter dem Namen deserstem. Mit der Miniatur beschäftigte er sich bloßzu seinem Vergnügen, und diese Kunstgattungscheint ihn verleitet zu haben, in seinen gestoche-nen Bildnissen die Fleischparthieen punktirt aus-zuführen. In 17Z8 kehrte er von Berlin, nachdortigem zwanzigjährigen Aufenthalt, zurück, undst. zu Augsburg 177h ^)- Beyspiele seiner über-zarten Arbeiten sind zumal diejenigen Bildnissedreyer Augsburgischen Stadtpflegcr, Jmhof, Kochund Sulzer, alle nach Eichler; und vollends dasseltene von C. von Münch, nach J.J.Haid, mwelchem die feinsten Punkten — Gott sey bey uns!nicht ohne Vergrößerungsglas wahrgenommen wer-den: »Ist sich also" (heißt es in jenen Familien-notizzen S- 4 ä.) »nicht zu wundern, daß er in sei-nem 74sten Jahrs-Alter solche besondere subtileArbeit nicht mehr fortsetzen kann. Die Hochach-tung seines erstaunlichen Fleißes streitet aber doch
«0 Ein Sohn dieses Harpev's war -767 Würtembergischer Hofmaler.
22 ) Dasselbe war eben bey ihm bestellt, »um Theses darunter zu defendiren" (wer versteht das?) I. 0.S-24. als seine zwey Söhne aus Algier zurück kamen, und ihm bey dieser ebentheuerlichen Arbeit behostenwaren.
222) Dies wird irgendwo: Ilo L. e. ea per-xeoUve genannt,f) s. K. 1774. Nic-l-tt hingegen setzt ihn vollends noch -779 unter die Lebenden.