Band 
Dritter Band.
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Zirizendorf. iz

AlS man einst in seiner Gegenwart sagte (f) er sey einbesonderes Kind, und man müsse ihn nichl auf-kommen lassen , fieng er zuerst an über sich selbst zudenken, und es brachte ihm keinen Nnzen.

Ein Beispiel, wie früh sich seine Denkkraftentwikclte, ist, daß er schon in seinem achten Jahrauf Zweifel wider die Religion verfiel, (welche mandamals Anfechtungen nannte.) Er lag eine Nachtdurch ohne Schlaf, und kam durch ein altes Lied,welches seine Großmutter vor dem Schlafengehenmit ihm gesungen, in all rhand Betrachtungenund Spekulationen, die ihn, wie er erzählt, (*)„bis an die Gränzen des Atheismus führten.« Al-les was 'er seither gehört und gelesen, schien ihmleicht und unzulänglich, und machte nicht den min-desten Eindruk mehr auf ihn. Die Liebe zum Herrnhabe ihm aber den Sieg verschaft, und er gedacht,wenn ein andrer als Er Gott seyn oder werdenkönnte, so wolle er lieber mit dem Heilande ver-dammt, als mit einem andern Gott selig seyn.Der Schluß ist, wenn man ihn recht versteht,so stark er ausgedrükt ist, ganz vernünftig. Sol-che Gedanken plagten ihn oft in der Nacht. Erhabe sich aber, sagt er, daraus den Grundsaz gezo-gen, seinen Verstand in menschlichen Dingen soweit zu gebrauchen als er reichte, und sich densel-ben

(s) Spangenderg. zr.

(*) Vorrede zu den Büdingischen Sammlungen.