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Das Schlavische Europa, wann den Sevenern nicht schleunige Hülff solte geleistet werden ... / [Abel Boyer] ; aus dem Französischen ins Teutsche übersezt [v. J.J. Gesser]
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34
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es allezeit Kriegerische und unrühige Fürsten auf dem Thron gehabt/welche mitihren benachbarten beharrlich Krieg geführt und ihr Volk zu den Waffen ge,wchnt. Wahr ist es/daß die Französische Nation von der zeit krancilcr 11.hjs aufden Vervinischen Fridens.Schluß/ungefehrd 4 o.Jahrlang/ durch ei,nen innerlichen Krieg jämerlich zerrüttet worden : es erfolgte aber mit der zeitauß diser Zerrüttung dtses / daß die Macht der Monarchey durch wegraumungder vornemsten Hinkernuffen / so dero Hochheit im wäg stuhnden / nämlich derProtestierenden Parthey/Spaniens und des Alten Adels/merklich zugenomen.

Der Cardinal kickelieu ist/ eigentlich von der sach zureden/ der Urhe-ber gewesen der eigenmächtigen und unbeschränktenHerrschaft der Cron Frank-reich/vor deren dißmalen ganz Europa zittert. Er ist der jenige gewesen / wel-cher die bey allen Geschäften gebräuchliche Nettigkeit und Ordnung , die un-durchtringliche Verschwiegenheit und ünveranderlichkeit in den Ratschlägen/und die blinde gehorsame der untern gegen den Obern eingeführt; durch seinesirengigkeit gegen die Ienigen/so ihre Pflicht auß der acht liessen/ gewehnte er dieFranzosen zu dem Eifer/zu der fertigkeit und zu der treu / so selbige bey allen be-gkbenheiten für den dienst ihres Monarchen hervor blicken lassen. Der Car-dinal Mazarin ist in der Schul des kickelieu auferzogen worden; nach demMazarrn sezre Colbert die Einkünften auf einen sehr gutenFuß/Er und der Lou-vois brachten die Handlung und die Landsarbeit in das Aufnemmen / so daßman sagen kan/Frankreich habe eine lange zeitGewaltigeFürsten aufdemThronoder/welches aufeins hinauß komt/gewaltige Leuth in diensten gehabt. Innersolcher zeit haben sie zugleich nicht unterlassen die Grenzen ihres Reichs außzu-breiten. Sie haben die Kriegskünste aufeinen den Griechen und Römern un-bekanten Stafel der follkommenheit gebracht; Durch die beharrlich geführtenKrieg haben sie vil dapfre Feldherren / eine merkliche Anzahl erfahrner Haubt-leuten und eine erschrokliche menge wol abgerichteter und daurhafter Soldatengepflanzet. Sie wüsten die Läger vortheilhaftig zuschlagen / die Schlachtord-nungen so zierlich anzuordnen und den Armeen so guten Vorschub zuthun/ alsirgend ein Volk. Ihre Kriegszucht ist gut und streng. Alle andre Völker wei-chen ihnen in anfallung und verchädigung eines Platzes ; Sie haben die Na-tur und ihr Lager durch die Kunst und den Fleiß etwelcher gestalten übertreffen/indem sie sich in vergleichung gegen ihrenNachbarn mit einer kleinen Anzal guterHäfen und einer mtttelmäfflgen Handlung aufdem Meer sehr mächtig gema-chte. Ihr dißmalen regierender König ist ohne widersprechen eine Person vongrosser Geschicklichkeit/ weit sehender Klugkeit und sehr verwunderlicher auffüh-rung. Er verstehet seinen Staat auß dem Grund; Die Einkönfre werden rich-