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tig bezogen und bey den Außgaben wird nicht übel Haust gehalten. Kein Fürstwird so bald und so wol alles deffe/was vorgehet/verständiget/ wie Er/ er hatauch in allen Landern vonEuropa einen zimlichen Anhang gewußt auf seine sel-ten zubringen.
DiseS ist eine beschreibung der allzu grossen Macht Frankreichs/die uns einverständiger Englischer Scribent in dem letstren Krieg herauß gegeben. Wieist aber dise Macht nicht aufeine erstaunliche weise gewachsen sint dem/die Spa-nische Monarchey kommen an das HaußBourbon? Durch dises Mittel hatder König von Frankreich einen so grossen Einfluß in dem Spanischen Raht/daß zu Madrit nichts wichtiges geschlossen wird/es seye dann selbiges zuvor vondem Hofzu Versailles beratschlaget und gut geheißen worden. Es sind nichtallein die Niderländischen undvil an dem Rheinstrom gelegne Statte mit sei-nen Kriegsvölkern besezt/sonder es sind selbige auch bis in dasHerz vonTeutsch-land und Italien eingedrungen; über dises haben sich seine arbeitsame Unter-thanen auch bereits Meister gemachet von der Spanischen und IndianischenHandlung/wordurch täglich eine so grosse Menge Gelts in sein Königreich ge-zogen wird/daß der abgefaßte Entwurff der allgemeinen Monarchey unschwerdamit zu unterhalten.
Es ist zwar wahr/daß der verstorbne König Wilhelm lobsel. Gedecht-nuß zu Mehrung der anscheinenden Gefahr einen Grossen Bund aufgerichtet/der nach seinem tod nicht allein erneuert/sonder auch durch die Klugheit und un-verdroßenheit der Nähten J.M. der Königin Anna und dero Waffen um einnamhaftes verstärkt und vergrößert worden: Allein es weisen uns die zwey letst-ren Feldzüge/was von disem Bund vernunftmäffig zuhoffen.
Die Franzosen haben die würkung der Englischen Dapferkeit so oft er-fahren/daß selbige es allemansehen nach in Flandren schwerlich werden zu einerSchlacht kommen lassen, so lang sie sich werden in ihren Linien halten können/und wann auch schon der kluge/dapfreund Erfahrne Herzogvon Marlborougseinen hitzigen Engelländern den Zaum wölke schießen und derselben Linien an-greiften laffen/so scheint es doch/daß die Holländer ihre Völker schwerlich wer-den zu einem Gefecht hergeben/von dessen auch glüklichemAußschlag man keinenandern Vortheil haben / als daß man die Feinde müßigen wurde in dievestenPlätze zuruk zu weichen/deren jeder fähig ist eine Armee über einen ganzen Feld-zug aufzuhalten. ES were hiemit eine eitele Einbildung / so man verhoffmwölte/Frankreich auf der feiten von Flandern auf den Leib zukommen.
Es geschihek nicht ohne allen widerwillen/daß ich meinen zu Gunst gewog-nen Leser an den obern Rhemstrom und in Teutschland führe;Allwo die Sa-
E ij cherr