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Meine letzte Reise nach Paris / [von Jakob Heinrich Meister]
Entstehung
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haben, ist der wirkliche Mangel so vieler durchausunentbehrlicher Lebensbedürfnisse. Schon seit lan-ger Zeit würde ganz Paris vor Hunger gestorbenseyn , und das im buchstäblichen Sinne des Aus-drucks , wenn nicht der Nationalschatz unermessli-che Summen um einen Preis , der ihnen das An-sehen wahrer Allmosen giebt , hergegeben hätte.Aber ist nicht die Nation dieses Opfer den Einwoh-nern einer Stadt mit Recht schuldig, welche langeZeit fast ganz allein alle Kosten der Revolution trug;einer Revolution , der man so viel Ruhm und Ehre,so viel Glück und Reichthümer, die Vernichtungder ältesten Monarchie Eurcpas und den unerhörtenSegen der Dictatur eines Robespierre verdankt;kurz, einer Revolution, deren sämtliche Wohltha-ten , deren grofse Wunderdinge zusammen der Na-tion nicht mehr als vier Millionen Menschen, mehrals dreissig bis vierzig Milliarden, wovon sie viel-leicht nie den fünfzigsten Theil bezahlen wird , kos-ten werden. Das ist, wie Sie denn sehen, fastnichts ! '

Zu der Zeit, als ich in Paris ankam, warddas Brodt in den Sectlonen , das Pfund zu dreiSous in Assignaten , vertheilt, und die Regierungbezahlte etwa acht bis zehn Livres, d. h, fünf bis