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Meine letzte Reise nach Paris / [von Jakob Heinrich Meister]
Entstehung
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dafs diese beiden Umstünde gar sehr dazu beige-tragen haben, den besondern Hülfstjuellen ihresGeistes einen grossem Umfang und mehr Thätigkeitzu geben. Auch Iäfst es sich wohl nicht leugnen,dafs diese Art von Bildung der Weiber den gröbstenEinflufs auf die^Bildung der Männer , auf den Tonund auf die Vergnügungen des gesellschaftlichenUmgangs, gehabt hat.

Wenn ich es hier gleich nicht unternehmen will,die Gleichheit der Talente beider Geschlechter , oderdie Ueberlegenheit des einen und des andern ingewissen Arten zu untersuchen , so ist es dennocheine ausgemachte Sache, die man durchaus nichtbestreiten kann, dafs den Weibern, vermöge derErziehung, welche sie durch die Herrschaft derNatur selbst oder durch die Tyrannei der Sittenerhalten , gemeiniglich weniger Anstrengung desGeistes und mehr Leichtsinn , aber auch mehr na-türliche Richtigkeit, und leichterer und schnellererWitz als den Männern, eigen ist. Hat ihre Einbil-dungskraft einen geringem Umfang und wenigerEnergie, so ist sie dafür auch weit biegsamer undreizbarer. Ist ihr Urtheil um so viel weniger gründ-lich, so ist es hingegen feiner, reizbarer , zarter.Man sieht mithin gar leicht ein, welch einen Zauber