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Meine letzte Reise nach Paris / [von Jakob Heinrich Meister]
Entstehung
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dieser so ganz verschiedene Charakter des Geistes,der Einbildungskraft, des Gefühls der Weiber demTone der Gesellschaften deren vorzügliches Band,deren Seele und Leben sie, so zu sagen, waren,aufdrücken : mufste.

Eine Frau führte fast in jedem Par isef-Hausehi der Gesellschaft den Vorsitz und empfieng dieMitglieder derselben. Bei ihr liefs man sich melden;von ihr ward man eingeladen ; sie hielt die Gesell-schaft, und es war gar nichts seltenes, eine Frauganz allein von zwölf bis fünfzehen Männern um-schlossen zu sehen, Diese. Art zu leben war so all-gemein eingeführt, dafs man oft mehrere Monatehinter einander in das Haus einer sehr braven Fraugehen konnte, ohne den Gatten zu kennen, wennman gleich oft neben ihm gewesen war. Jedermannerinnert sich der Unbesonnenheit eines Engländers,der jede Woche bei Madame Geoffrin zu Mittageafs, und es sich beikommen liels, sie einst nacheiner ziemlich langen Abwesenheit zu fragen; Sa-gen Sie mir doch, Madame, was ist denn aus demkleinen Manne geworden, den ich immer am EndeIhrer Tafel sah, und der nie ein Wort sprach?»Das war mein Mann erwiederte sie,

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