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mehr als eine Weise aufgefrischt. So wandelte das-selbe Wort, dieselbe Anecdote , die nämliche Be-merkung zuweilen an eitlem Tage von einem Endeder Stadt Paris bis zum andern. Was der Zugdurch einen Mund verlieren konnte, das gewanner oft wieder, wenn ihn ein anderer wiederholte;und man könnte manchen glücklichen Einfall , dernoch immerfort im Andenken ist, hier anführen ,gerade weil der Geist verschiedener Gesellschaftenauf mehr als eine Weise zur Vollendung desselbenbeizutragen Wulste.
Ich will damit durchaus nicht behaupten, alsob der zu tyrannische Einflufs der Weiber auf denGeist der Gesellschaft nicht auch grossen Nachtheil,und besonders bei ib verdorbenen Sitten als die inParis es sind, gehabt hätte. Dieser Einflufs hatin mehr als einer Hinsicht jenen Leichtsinn desCharakters , jenen Geschmack an Frivolität — Feh-ler , die der französischen Nation so oft vorge-worfen werden — unterhalten können; er hat viel-leicht den glücklichsten Köpfen Fesseln angelegt,die auch den kühnsten Flug des Geistes aufzuhaltenvermöchten, uud hat ihn wohl zu gebieterisch deneiteln Launen der Mode unterworfen. Die Furcht,schwerfällig zu scheinen, hat zu oberflächlich gemachr.