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Meine letzte Reise nach Paris / [von Jakob Heinrich Meister]
Entstehung
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Das Originelle hat sich unter dem Stempel einer er-borgten Weise, welche stets die nemliche blieb,verloren. Kurz , dieser Einflufs hat den Geist zusehr verfeinert ; und Geistesverfeinerung ist, wieMontaigue so treflich gesagt hat, niciit immerVerstandeserweiterung. Indefs sind die Vortheile,die man der Gesellschaft der Weiber verdankt,nicht minder bedeutend ; wir haben deren schonmehrere bemerkt, und kein Mifsbrauch darf die-selben bei uns in Vergessenheit bringen. Ohne dieWeiber würde die grofse politische und moralischeGesellschaft gewifs nie zur Wirklichkeit gekommenseyn. Und wie konnte doch die Gesellschaft, vonder wir gerade jetzt reden, ohne die Weiber denhohen Zauber und das Interess» erhalten, wodurchsie für uns das süsseste Glück des Erdenlebenswird.

Der Wunsch zu gefallen , den man durchausnicht mit dem zu verführen oder Glück zu machenvermischen mufs , ist stets die erste erforderlicheBedingung, um in der Gesellschaft liebenswürdig zuseyn. Könnte wohl irgend etwas anders diesenWunsch stärker einflössen als die Gegenwart derWeiber ? Verdankt nicht ihrem ganz eigenen zarten(jefühle und Geschmacke die Umgangssprache nicht