Mehrbändiges Buch 
Goethe's sämmtliche Werke : Vollständige Ausgabe in sechs Bänden
Entstehung
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Balladen.

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Der Zauberlehrling.

Hat der alte HexenmeisterSich doch einmal wegbegeben!

Und nun sollen seine GeisterAuch nach meinem Willen leben;Seine Wort' und WerkeMerkt' ich, und den Brauch,

Und mit GcistcSstärkeThu' ich Wunder auch.

Walle! walleManche Strecke,

Daß, zum Zwecke,

Wasser fließe,

Und mit reichem vollem SchwalleZu dem Bade sich ergieße.

Und nun komm, du alter Besen!Nimm die schlechten Lumpenhüllen;Bist schon lange Knecht gewesen;Nun erfülle meinen Willen!

Auf zwei Beinen stehe,

Oben sey ein Kopf,

Eile nun und geheMit dem Wassertopf!

Walle! walleManche Strecke,

Daß, zum Zwecke,

Wasser fließe,

Und mit reichem vollem SchwalleZu dem Bade sich ergieße.

Seht, er läuft zum Ufer nieder;Wahrlich! ist schon an dem Flusse,Und mit Blitzesschnelle wiederIst er hier mit raschem Gusse.

Schon zum zweitenmale!

Wie das Becken schwillt!

Wie sich jede SchaleVoll mit Wasser füllt!

Stehe! stehe!

Denn wir habenDeiner GabenVollgemessen!

Ach, ich merk' es! Wehe! wehe!Hab' ich doch das Wort vergessen!

Ach das Wort, worauf am EndeEr das wird, was er gewesen.

Ach, er läuft und bringt behende!Wärst du doch der alte Besen!Immer neue GüsseBringt er schnell herein,

Ach! und hundert FlüsseStürzen auf mich ein.

Goethe, Werke. I,

Nein, nicht längerKann ich's lassen;

Will ihn fassen.

Das ist Tücke!

Ach! nun wird mir immer bänger!Welche Miene! welche Blicke!

O, du Ausgeburt der Hölle!

Soll das ganze Haus ersaufen?

Seh' ich über jede SchwelleDoch schon Wasserströme laufen.

Ein verruchter Besen,

Der nicht hören will!

Stock, der du gewesen,

Steh doch wieder still!

Willst's am EndeGar nicht lassen?

Will dich fassen,

Will dich halten,

Und das alte Holz behendeMit dem scharfen Beile spalten.

Seht, da kommt er schleppend wieder!Wie ich mich nur auf dich werfe,Gleich, o Kobold, liegst du nieder;Krachend trifft die glatte Schärfe.Wahrlich! brav getroffen!

Seht, er ist entzwei!

Und nun kann ich hoffen,

Und ich athme frei!

Wehe! wehe!

Beide TheileStehn in EileSchon als KnechteVöllig fertig in die Höhe!

Helft mir, ach! ihr hohen Mächte!

Und sie laufen! Naß und nässerWird's im Saal und auf den Stufen.Welch entsetzliches Gewässer!

Herr und Meister! hör' mich rufen! -Ach da kommt der Meister!

Herr, die Noth ist groß!

Die ich rief, die Geister,

Werd' ich nun nicht los. >

In die Ecke,

Besen! Besen!

Seyd's gewesen.

Denn als Geister

Ruft euch nur, zu seinem Zwecke,

Erst hervor der alte Meister."

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