Elegien.
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Er.
Laß im blumigen Kreise zu deinen Füßen mich sitzen,
Und ich fülle den Schooß dir mit der lieblichen Schaar.
Sie.
Reiche den Faden mir erst; dann sollen die Gartenverwandten,Die sich von ferne nur sahn, neben einander sich freun.
Er.
Was bewundr' ich zuerst? was zuletzt? die herrlichen Blumen?Oder der Finger Geschick? oder der Wählerin Geist?
Sie.
Gieb auch Blätter, den Glanz der blendenden Blumen zu mildern;Auch das Leben verlangt ruhige Blätter im Kranz.
Er.
Sage, was wählst du so lange bei diesem Strauße? Gewiß istDieser Jemand geweiht, den du besonders bedenkst.
Sie.
Hundert Sträuße vertheil' ich des Tags, und Kränze die Menge;Wer den schönsten doch bring' ich am Abende dir.
Er.
Ach! wie wäre der Maler beglückt, der diese GewindeMalte, das blumige Feld, ach! und die Göttin zuerst!
Sie.
Wer doch mäßig beglückt ist der, mich dünkt, der am BodenHier sitzt, dem ich den Kuß reichend noch glücklicher bin.
Er.
Ach, Geliebte, noch Einen! Die neidischen Lüfte des MorgensNahmen den ersten sogleich mir von den Lippen hinweg.
Sie.
Wie der Frühling die Blumen mir giebt, so geb' ich die KüsseGern dem Geliebten; und hier seh mit dem Kusse der Kranz!Er.
Hätt' ich das hohe Talent des Pausias glücklich empfangen:Nachzubilden den Kranz wär' ein Geschäfte des Tags!
Sie.
Schön ist er wirklich. Sieh' ihn nur an! Es wechseln die schönstenKinder Florens um ihn, bunt und gefällig, den Tanz.
Er.
In die Kelche versenkt' ich mich dann, und erschöpfte den süßenZauber, den die Natur über die Kronen ergoß.
Sie.
Und so fänd' ich am Abend noch frisch den gebundenen Kranz hier;Unverwelklich spräch' uns von der Tafel er an.
Er.
Ach, wie fühl' ich mich arm und unvermögend! wie wünscht' ichFest zu halten das Glück, das mir die Augen versengt!
Sie.
Unzufriedener Mann! Du bist ein Dichter, und neidestJenes Alten Talent? Brauche das deinige doch!
Er.
Und erreicht wohl der Dichter den Schmelz der farbigen Blumen?Neben deiner Gestalt bleibt nur ein Schatten sein Wort!
Sie.
Aber vermag der Maler wohl auszudrücken: Ich liebe!
Nur dich lieb' ich, mein Freund! lebe für dich nur allein!
Er.
Ach! und der Dichter selbst vermag nicht zu sagen: Ich liebe!Wie du, himmlisches Kind, süß mir es schmeichelst in's Ohr.
Sie.
Viel vermögen sie beide; doch bleibt die Sprache des Kusses,
Mit der Sprache des Blicks, nur den Verliebten geschenkt.
Er.
Du vereinigest Alles; du dichtest und malest mit Blumen:Florens Kinder sind dir Farben und Worte zugleich.
Sie.
Nur ein vergängliches Werk entwindet derHand sich des MädchensJeden Morgen; die Pracht welkt vor dem Abende schon.
Er.
Auch so geben die Götter vergängliche Gaben, und lockenMit erneutem Geschenk immer die Sterblichen an.
Sie.
Hat dir doch kein Strauß, kein Kranz des Tages gefehlet,
Seit dem ersten, der dich mir so von Herzen verband.
Er.
Ja, noch hängt er zu Hause, der erste Kranz, in der Kammer,Welchen du mir, den Schmaus lieblich umwandelnd, gereicht.Sie.
Da ich den Becher dir kränzte, die Rosenknospe hineinfiel,
Und du trankest, und riefst: Mädchen, die Blumen find Gift!Er.
Und dagegen du sagtest: Sie sind voll Honig, die Blumen;
Aber die Biene nur findet die Süßigkeit aus.
Sie.
Und der rohe Timanth ergriff mich, und sagte: Die HummelnForschen des herrlichen Kelchs süße Geheimnisse wohl?
Er.
Und du wandtest dich weg, und wolltest fliehen; es stürzten,Vor dem täppischen Mann, Körbchen und Blumen hinab.Sie.
Und du riefst ihm gebietend: Das Mädchen laß nur! die SträußeSo wie das Mädchen selbst, sind für den feineren Sinn.
Er.
Wer fester hielt er dich nur; es grinste der Lacher,
Und dein Kleid zerriß oben vom Nacken herab.
Sie.
Und du warfst in begeisterter Wuth den Becher hinüber,
Daß er am Schädel ihm, häßlich vergossen, erklang.
Er.
Wein und Zorn verblendeten mich; doch sah ich den weißenNacken, die herrliche Brust, die du bedecktest, im Blick.
Sie.
Welch ein Getümmel ward und ein Ausstand! Purpurn dasBlut lief,
Mit dem Weine vermischt, gräulich dem Gegner vom Haupt.Er.
Dich nur sah ich, nur dich am Boden knieend, verdrießlich;
Mit der einen Hand hieltst das Gewand du hinauf.
Sie
Ach, da flogen die Teller nach dir! Ich sorgte, den edelnFremdling träfe der Wurf kreisend geschwungnen Metalls.Er.
Und doch sah ich nur dich, wie rasch mit der anderen Hand duKörbchen, Blumen und Kranz sammeltest unter dem Stuhl.Sie.
Schützend tratest du vor, daß mich nicht verletzte der Zufall,Oder der zornige Wirth, weil ich das Mahl ihm gestö..