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Sonette.
Dichter.
Schau, Liebchen, hin! Wie geht's dem Feuerwerker?Drauf ausgelernt, wie man nach Maaßen wettert,Jrrgänglich-klug minirt er seine Grüfte;
Allein die Macht des Elements ist stärker,
Und eh' er sich's versieht, geht er zerschmettertMit allen seinen Künsten in die Lüfte.
XVI.
Epoche.
Mit Flammenschrist war innigst eingeschriebenPetrarca's Brust, vor allen andern Tagen,Charfreidag. Eben so, ich darf's wohl sagen,Ist mir Advent von Achtzehnhundert sieben.
Ich fing nicht an, ich fuhr nur fort zu liebenSie, die ich früh im Herzen schon getragen,Dann wieder weislich aus dem Sinn geschlagen,Der ich nun wieder bin an's Herz getrieben.
Petrarca's Liebe, die unendlich hohe,
War leider unbelohnt und gar zu traurig,
Ein Herzensweh, ein ewiger Charfreitag;
Doch stets erscheine, fort und fort, die frohe,Süß, unter Palmenjnbel, wonneschaurig,Der Herrin Ankunft mir, ein ew'ger Maitag.
XVII.
Charade.
Zwei Worte sind es, kurz, bequem zu sagen,Die wir so oft mit holder Freude nennen,Doch keineswegs die Dinge deutlich kennen,Wovon sie eigentlich den Stempel tragen.
Es thut gar wohl in jung- und alten TagenEins an dem andern kecklich zu verbrennen;Und kann man sie vereint zusammen nennen,So drückt man aus ein seliges Behagen.
Nun aber such' ich ihnen zu gefallen,
Und bitte, mit sich selbst mich zu beglücken;Ich hoffe still, doch hoff' ich's zu erlangen:
Als Namen der Geliebten sie zu lallen,
In Einem Bild sie beide zu erblicken,
In Einem Wesen beide zu umfangen.
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